Zu den Inhalten springen

Minderjähriges Opfer von sexueller Gewalt in einem Waisenhaus in Goma. Foto: Tarik Tinazay 

Demokratische Republik Kongo: Sexuelle Gewalt

Über das Unaussprechbare reden

Seit 13 Jahren herrscht im Osten des Kongo Krieg, und in diesem Krieg wenden die unterschiedlichen bewaffneten Gruppen eine besonders grausame Strategie an, um ihre Gegner zu vernichten: Die systematische Vergewaltigung.

Die Zahl der Opfer von Vergewaltigungen im Kongo ist kaum abzuschätzen, da viele das Verbrechen aus Scham verschweigen. Kongolesische Ärzte, die sich mit dem Thema befassen, schätzen die Zahl der Opfer seit Kriegsbeginn auf 500.000. Viele der Überlebenden brauchen jahrelange medizinische und psychische Behandlung, um die schlimmsten Folgen des Gewaltverbrechens zu lindern. Die Diakonie Katastrophenhilfe und das Auswärtige Amt unterstützen deshalb Projekte, um den Überlebenden sexueller Gewalt zu helfen und um darüber aufzuklären, dass eine Vergewaltigung eine Straftat ist, die verfolgt werden muss.

In der Region Lubero arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe dabei mit der kongolesischen Organisation PAP-RDC zusammen. Die einheimischen Helfer sind in vielen Fällen die einzigen, die überhaupt helfen können: Weil sie in besonders kritischen Kriegssituationen wissen, wem überhaupt noch zu trauen ist. Weil sie verlässliche Ansprechpartner haben. Oder ganz einfach, weil sie wissen, mit welchen Worten über das eigentlich Unaussprechliche doch geredet werden kann.

PAP-RDC wirbt um Verständnis und Unterstützung für die Überlebenden. In Versammlungen sprechen die Mitarbeiter der Organisation über Vergewaltigungen und deren Folgen, erklären, dass es wichtig ist, sofort zu einer Gesundheitsstation zu gehen, um dort Medikamente gegen HIV zu bekommen. Die Projektpartner der Diakonie Katastrophenhilfe stimmen sich dabei mit anderen Hilfsorganisationen ab. Wo es zum Beispiel ein Krankenhaus gibt, werden die Patientinnen dorthin verwiesen. Im anderen Fall verteilt PAP-RDC die lebenswichtigen Medikamente für die Überlebenden der sexuellen Gewalt an lokale Gesundheitsstationen.

Ärzte behandeln auch umsonst

Üblicherweise müssen kongolesische Patientinnen und Patienten für ihre Behandlung und ihre Medikamente bezahlen. Viele Menschen kommen deshalb gar nicht mehr auf die Idee, dass sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen könnten – sie könnten sich eine Behandlung eigentlich gar nicht leisten. Bei den Versammlungen informieren die Mitarbeiter von PAP-RDC deshalb auch darüber, dass manche Krankenhäuser und Ärzte Opfer sexueller Gewalt auch umsonst behandeln.

PAP-RDC versucht außerdem mit Hilfe eines Netzwerkes in den Dörfern, die Frauen auch psychologisch zu unterstützen. Etliche lokale Gruppen sind entstanden, in denen sich die Frauen gegenseitig trösten, unterstützen und beraten.

Demokratische Republik Kongo – Sexuelle Gewalt
Ausführliche Informationen zum Download
Download (pdf - 214 kB)

Überleben sichern
Wiederaufbau und Gesundheit
  • © 2017 Diakonie Katastrophenhilfe.
  • Tel.: 030 65211-0.
  • Kontakt.
  • Anfahrt.