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In der Ost-Ukraine sind wegen des bewaffneten Konfliktes mehr als 2,7 Millionen Menschen aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben worden. 1,7 Millionen Menschen sind innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Foto: Thomas Lohnes 

Die Mehrheit aller Geflüchteten, sind Frauen, alte Menschen und Kinder. Ihnen fehlen Lebensmitteln und Produkte des täglichen Bedarfs. Die meisten fliehen ohne Hab und Gut und mit geringen finanziellen Reserven, die schnell aufgebraucht sind. Foto: Thomas Lohnes 

In vielen öffentlichen Einrichtungen mangelte es häufig an Heizmöglichkeiten und warmem Wasser, da sie fast ausschließlich für die Sommermonate konzipiert sind. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat einige dieser Notunterkünfte bewohnbar gemacht und dabei auch an die Kinder gedacht. Foto: Thomas Lohnes 

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt die Flüchtlinge mit Betten, Decken, LED-Lampen, Kleidung. Marion Jansen, Projektkoordinator des evangelischen Hilfswerks in der Osturkaine, schaut selbst immer wieder nach dem Rechten. Foto: Thomas Lohnes 

Die Diakonie Katastrophenhilfe führt Projekte innerhalb und außerhalb der von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebiete durch. Durchgeführt werden die Nothilfemaßnahmen von der lokalen Partnerorganisation Child Well Being Fund (CWBF).  Foto: Thomas Lohnes 

Die Projekte zur Unterstützunge von Flüchtlingen und intern Vertriebenen in der Ostukraine werden durch das Auswärtige Amt unterstützt. Foto: Thomas Lohnes 

Tatjana lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern im Rehabilitationsszentrum für geistig behinderte Kinder in Kriyvij Rih. Hier leben sieben Flüchtlingsfamilien aus den umkämpften Gebieten von Donezk. Foto: Thomas Lohnes 

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR geht davon aus, dass ca. 27% der intern Vertriebenen auf öffentliche Einrichtungen (z.B. Sanatorien, Ferienlager) angewiesen sind. Foto: Thomas Lohnes 

In der Sozialstation Kriyvij Rih verteilt der Diakonie Katastrophenhilfen-Partner CFBW Pakete an Flüchtlinge. Vitali Dimitrowitsch und seine Frau Irina Valeriewna aus Slawne bekommen für ihre Kinder Kleidung, Nahrung und Windeln. Thomas Lohnes 

Ukraine

Zwischen den Fronten – Hilfe für Geflüchtete

In der Ost-Ukraine sind seit Ausbruch des Konfliktes 2014 rund 10.000 Menschen ums Leben gekommen, darunter etwa 2.000 Zivilisten. 2,7 Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen, der Großteil von ihnen hat Schutz im eigenen Land gesucht. Nach Schätzungen der UN sind etwa 3,8 Millionen Menschen in der Ukraine auf Humanitäre Hilfe angewiesen. Auf beiden Seiten der Kampflinie breitet sich Nahrungsmittelunsicherheit aus, Lebenshaltungkosten steigen immer weiter an und die Abhängigkeit der Menschen von externer Hilfe steigt. 

„Die Situation ist auch drei Jahre nach Ausbruch des Konflikts immer noch sehr schwierig. Viele Menschen sind weiterhin auf Hilfe angewiesen, gerade in und nahe den Konfliktgebieten“, berichtet Annette Wiebe, Ukraine-Referentin bei der Diakonie Katastrophenhilfe.

Seit Ausbruch des Krieges hat sich die ökonomische Situation in den östlichen Landesteilen teils drastisch verschlechtert: Die Regionen sind wirtschaftlich schwach und können die Aufnahme der  Binnenflüchtlinge nur schwer verkraften. Nicht nur für die Vertriebenen verschärft sich die die humanitäre Notlage immer weiter, sondern auch für die Menschen, die im Konfliktgebiet verblieben sind. Hilfsorganisationen haben nur eingeschränkten Zugang zu den vom Konflikt direkt betroffenen Regionen – insbesondere zu den nicht von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebieten Lugansk und Donezk.

Den Menschen fehlt es an fast allem

In den umkämpften Bezirken Donezk und Lugansk sowie an deren  Grenzen ist der Bedarf  an Lebensmitteln und täglichen Gebrauchsgegenständen besonders hoch. In den westlichen Aufnahmegebieten benötigen die Vertriebenen ebenfalls Unterstützung zur Deckung ihrer grundlegenden Bedürfnisse. Zwar gibt es Einkaufsmöglichkeiten und die Infrastruktur ist intakt, aber die intern Vertriebenen brachten aufgrund der Fluchtumstände oft nur mit, was sie am Körper tragen konnten.

Das Ersparte ist meist aufgebraucht und eine Rückkehr in die Heimatorte nicht absehbar. Wegen der schlechten Wirtschaftslage und der hohen Arbeitslosigkeit in den Aufnahmebezirken haben die Vertriebenen oft keine Möglichkeit, eine Arbeit aufzunehmen.  Außerdem haben viele Menschen durch den Konflikt und ihre Flucht schwere Traumata erlitten, der Bedarf an psychosozialer Unterstützung ist sehr groß.

Besonders betroffen sind Frauen, alte Menschen und Kinder, von Frauen geführte Haushalte, Familien mit zahlreichen Kindern und Menschen mit Behinderungen. Viele der intern Vertriebenen bleiben nahe der vom Konflikt betroffenen Regionen in den Verwaltungsbezirken Donezk, Lugansk, Charkiw, Dnipropetrovsk und Saporischschja.

So hilft die Diakonie Katastrophenhilfe

Die Diakonie Katastrophenhilfe führt derzeit in Kooperation mit zwei lokalen Partnerorganisationen, dem Child Well Being Fund (CWBF) und Vostok SOS, innerhalb der von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebiete Hilfsmaßnahmen durch. Das Projekt wird mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes umgesetzt. Im Zuge des Projekts bekommen rund 10.000 Menschen elektonische Gutscheine, sogenannte e-Voucher,  mit denen sie sich Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände kaufen können. Zudem werden an etwa 19.000 Bedürftige Lebensmittel- und Hygiene-Pakete verteilt. Fast 7.000 Menschen erhalten psychosoziale Unterstützung. Neben der beschriebenen Nothilfe startet die Diakonie Katastrophenhilfe außerdem ein Pilot-Projekt, das in einem ersten Schritt 700 jungen Menschen durch Trainings und Schulungen dabei helfen soll, einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt zu bekommen.

Bedarfsorientierte Hilfe

Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt ihre Nothilfe-Projekte so um, wie es die äußeren Umstände erfordern. In Gebieten mit intakter Infrastruktur und Einkaufmöglichkeiten erhalten die Menschen elektronische Gutscheinkarten. Das gilt für die Projektgebiete in Dnipropetrowsk, Kharkiw und Teile in  Donezk. Jeden Monat wird, passend zur Größe der Familie, die Gutscheinkarte aufgeladen: Die Begünstigten erhalten 660 Ukrainische Hrywnja (UAH) pro Person. Das sind umgerechnet rund 22 Euro. Hiervon können die Familien Lebensmittel sowie Gegenstände des täglichen Bedarfs wie Hygieneartikel, Schulmaterial, Haushaltsgegenstände aber auch Winterkleidung oder Heizöfen kaufen. Alkohol oder Zigaretten können mit der Gutscheinkarte nicht erworben werden.

Nahe der und in den Konfliktgebieten in Donezsk und Lugansk verteilen die Diakonie Katastrophenhilfe und Vostok SOS Lebensmittel- und Hygiene-Pakete. Diese Pakete sind altersgerecht angepasst. Ein Lebensmittel-Monatspaket für ein- bis dreijährige Kinder enthält beispielsweise zwei Kilogramm Breipulver, fünf Gläser Fruchtpüree und zwei Packungen Kekse. Vostok SOS konzentriert sich bei der Verteilung auf abgelegene Dörfer, die besonders an der Lebensmittelknappheit und der teils zerstörten Infrastruktur leiden.

Psychosoziale und juristische Beratung

Im Osten der Ukraine gibt es einen großen Bedarf an psychologischer und juristischer Unterstützung und Beratung. Viele Geflüchtete sind teils schwer traumatisiert und leiden unter dem Erlebten. Die dauerhafte Konfrontation mit dem Konflikt, die weitgehende Unsicherheit über die Zukunft des Landes und Erfahrungen mit bewaffneter Gewalt erzeugen enormen psychischen Stress, nicht nur für die Menschen aus den östlichen Landesteilen, sondern auch für die Bewohner der aufnehmenden Gemeinden.  

Die Diakonie Katastrophenhilfe bietet gemeinsam mit CWBF psycho-soziale Unterstützung durch professionell geleitete Gruppentherapien an. Die Menschen, die im Rahmen dieses Projekts unterstützt werden, sind zum Teil auch Begünstigte der e-Gutscheinprogramme, aber auch Kinder und Jugendliche von intern Vertriebenen und aus den Gastgemeinden.

Darüber hinaus wurde gemeinsam mit dem Partner Vostok SOS ein psycho-soziales Zentrum in Severodonetsk aufgebaut, das neben langfristiger Betreuung auch Akutversorgung anbietet. Mobile Teams mit Psychologen, Rechtsanwälten und Sozialarbeitern sind flexibel in den umkämpften Gebieten tätig, um der betroffenen Zivilbevölkerung schnell helfen zu können und die Menschen bei der Bewältigung ihrer Traumata zu unterstützen.

Den Blick in die Zukunft richten

Gemeinsam mit dem CWBF startet die Diakonie Katastrophenhilfe eine Pilot-Maßnahme, welche Menschen in den Regionen, in denen keine Kämpfe stattfinden, bei einem Einstieg oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt helfen soll. Von dem Projekt werden zunächst etwa 700 Menschen unterstützt, ein Ausbau dieser Hilfe ist in Planung. Die Begünstigten erhalten Bewerbungstrainings oder Fortbildungen und Schulungen – beispielsweise in den Bereichen Neue Medien und Online-Marketing. Über die Vergabe sogenannter Start-up-Grants bieten wir Personen, die ein Kleingewerbe gründen möchten,  zudem finanzielle Unterstützung an.

Auch Menschen in den „autonomen Gebieten“ brauchen Hilfe

Parallel zu diesen Hilfsmaßnahmen in den von der Regierung kontrollierten Gebieten läuft ein Hilfsprojekt in den selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk, die nicht unter der Kontrolle der ukrainischen Regierung stehen. Hier ist die humanitäre Lage besonders desolat. Die staatliche Verwaltung ist größtenteils zusammengebrochen, Sozialleistungen sind nur bedingt verfügbar. Viele Menschen leben in völlig zerstörten Gebäuden ohne Strom, haben keinen Zugang zu Trinkwasser, Lebensmitteln und medizinischer Hilfe. Es ist äußerst schwierig, die Menschen in den umkämpften Gebieten zu erreichen, obwohl die Hilfe gerade dort dringend benötigt wird.

Die Diakonie Katastrophenhilfe führt in Zusammenarbeit mit der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (MISIYA-UOC) Hilfsmaßnahmen in diesen  Regionen durch. So werden an etwa 3.520 besonders bedürftige Personen Lebensmittel-Kits verteilt und Hygieneartikel ausgebeben. Begünstigt sind beispielsweise  alleinerziehende Frauen, alte und kranke Menschen oder Menschen mit Behinderungen. Die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche ist vor Ort sehr gut über ihre Gemeinden vernetzt. Als größte orthodoxe Kirche im Land verfügt sie über hohe gesellschaftliche Akzeptanz, was ihr den Zugang in die nicht von der Regierung kontrollierten Gebiete ermöglicht.

So hilft Ihre Spende

  • Ein Lebensmittelpaket für die Ernährung von Säuglingen kostet 37 Euro. Darin enthalten sind 1,2 Kilo Trockenmilch, Breipulver sowie verschiedene Gläser mit Früchtepüree und Gemüse- und Fleischbrei, ausreichend für einen Monat.
  • Für 65 Euro kann ein Kleinkind komplett mit warmer Winterkleidung von warmen Pullovern, über Mütze, Schal und Handschuhen bis hin zu warmen Socken ausgestattet werden.
  • Mit 90 Euro können Sie einen Beitrag zur medizinischen Ausstattung einer Flüchtlingsunterkunft leisten. Diese kostet insgesamt 290 Euro.
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Ein Lebensmittelpaket für die Ernährung von Säuglingen kostet 37 Euro. Darin enthalten sind 1,2 Kilo Trockenmilch, Breipulver sowie verschiedene Gläser mit Früchtepüree und Gemüse- und Fleischbrei, ausreichend für einen Monat

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Mit 90 Euro können Sie einen Beitrag zur medizinischen Austattung einer Flüchtlingsunterkunft leisten. Diese kostet insgesamt 290 Euro.

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Edith Sokolowsky hilft Ihnen gerne weiter:
Tel.: +49 (0)30 65211-1190
E-Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.de

Die Diakonie Katastrophenhilfe...

...leistet seit 60 Jahren weltweit dort Hilfe, wo die Not am größten ist. Sie unterstützt Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

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