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Irak

Grenzenlose Not

Wie ist die Lage der Menschen, die vor der Gewalt in den Nordirak geflohen sind? Anne Dreyer, Sprecherin der Diakonie Katastrophenhilfe, beschreibt die aktuelle Situation der Flüchtlinge und Vertriebenen.

Länge: 3:52 min | Datum: 13.03.2015

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Vor anderthalb Jahren floh Fatma Safidin zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer zweijährigen Tochter aus der umkämpften syrischen Stadt Al Qamishli. Die Familie lebt nun im nordirakischen Fluechtlingslager Basirma. Foto: Christoph Püschner 

Jordanien: Mitarbeiter des Lutherischen Weltbundes stellten hundert Wohncontainer im Flüchtlingslager Za'atari auf. Foto: LWF/Roland Schlott 

3.000 Pakete mit Hygienebedarf wurden an die Flüchtlinge verteilt. Foto: IOCC 

Helferinnen und Helfer sind in den Flüchtlingsunterkünften wie hier im Libanon unterwegs, um die Familien mit praktischen Informationen zu Ernährung und Gesundheit zu versorgen. Foto: IOCC 

An bedürftige Familien werden Kleidungsgutscheine verteilt. Foto: IOCC 

In diesem Container im Zaatari-Camp finder der Unterricht und die Therapiesitzungen statt. Isabelle Uhe 

Juri ist zehn Jahre alt. Ihr Bein wurde 2013 in einem Vorort von Damaskus bei einem Granatenangriff schwer verletzt. Ihre Schwester kam dabei ums Leben. Isabelle Uhe 

Bisher konnte Juri keine richtigen Schuhe tragen. Heute bekam sie orthopädische Schuhe von der holländischen Physiotherapeutin Femmy Kragt. Isabelle Uhe 

Gemeinschafts-
küche in Berkayal

Drei syrische und drei libanesiche Frauen kochen im Flüchtlingslager in Berkayal täglich für 70 Flüchtlingsfamilien. Mit eigenen Rezepten und regionalen Produkten - und mit Hilfe der Diakonie Katastrophenhilfe - versorgen sie 400 Menschen mit warmen und gesunden Mahlzeiten.

Länge: 01:25 min | Datum: 06.02.2014

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Syrien / Irak

Grenzenlose Not

Wir erleben eine der größten Flüchtlingskatastrophen unserer Zeit: Der Krieg in Syrien und die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Irak haben ein unvorstellbares Leid zur Folge und bedrohen die Sicherheitslage des gesamten Nahen Ostens. Millionen Menschen in der Region sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Im Frühjahr 2012 – wenige Monate nach Beginn des Krieges in Syrien - startete die Diakonie Katastrophenhilfe ihre Hilfsprojekte für die Menschen, die innerhalb der Länder vertrieben wurden oder in den Nachbarstaaten Irak, Jordanien, Libanon und Türkei Schutz suchen.

Seit Ausbruch des Krieges in Syrien im März 2011 und durch den gewaltsamen Vormarsch des sogenannten IS (Islamischer Staat) im Irak und in Syrien, hat sich die Lage der Bevölkerung in der Region immer weiter verschlechtert. Ein Ende der dramatischen Situation ist vorerst nicht absehbar. Nicht nur die geflohene Bevölkerung leidet unter dem täglichen Überlebenskampf und fehlender Perspektiven. Über die Jahre hat auch die Bevölkerung der aufnehmenden Gastländer die negativen Auswirkungen der dauerhaften Krise zu spüren bekommen. Die zunehmende Bedrohung durch den IS  im Irak veranlasste das Hilfswerk dazu, seinen Einsatz im Nordirak auszuweiten, um die Menschen zu unterstützen, die innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht sind.

Die Diakonie Katastrophenhilfe erreicht mit ihrem Hilfsprogramm mehr als 824.000 Menschen – darunter vor allem Flüchtlingsfamilien, die außerhalb der offiziellen Camps wohnen und Gemeinden, die die Vertriebenen aufnehmen. Für die Umsetzung verschiedener Projekte erhielt das Hilfswerk seit 2012 Zuwendungen in Höhe von rund 25 Millionen und stellte etwa7 Millionen Euro eigener Mittel zur Verfügung.

Reserven sind knapp

Millionen Menschen mussten ihr Hab und Gut zurücklassen und leben nun unter enorm schwierigen und teilweise bedrohlichen Verhältnissen. Die Kapazitäten der Gastländer sind erschöpft, die staatlichen Dienstleistungen überfordert, der Arbeitsmarkt und Wohnungsmarkt stark umkämpft. Zunehmend greift der Konflikt auch in die Nachbarländer über. Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) leben etwa 85% der Flüchtlinge außerhalb der offiziellen Camps. Sie suchen Schutz in Zelten, nicht fertig gebauten Häusern, Garagen oder günstigen Mietwohnungen. Diese Menschen mit lebensnotwendigen Hilfsmitteln zu erreichen, ist eine besondere Herausforderung für die lokalen Helfer. Es fehlt vor allem an Unterkünften, Nahrung, Kleidung und Arbeitsmöglichkeiten.

Aufgrund des Winters benötigen viele von ihnen außerdem Winterkleidung. Viele Familien haben ihre Reserven, die sie mit auf die Flucht nahmen, aufgebraucht. Das macht sie zu einem großen Teil von externer Hilfe abhängig. Die meisten Flüchtlinge wurden außerdem Zeugen von Gewalt und sind traumatisiert.

Perspektiven schaffen

Die langanhaltende Krise verlangt immer mehr nach alternativen Lösungen für die betroffene Bevölkerung. Zusätzlich zu den lebensrettenden Maßnahmen vor allem für neu eintreffende Familien, müssen mittelfristige Perspektiven für die Menschen geschaffen werden, die sich bereits seit mehreren Monaten oder sogar Jahren auf der Flucht befinden und keine Aussicht auf baldige Rückkehr haben. Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt daher mit lokalen Partnerorganisationen Projekte um, die der betroffenen Bevölkerung eine würdevolle Unterstützung in der akuten Notlage verschaffen und sowohl für Flüchtlinge als auch für Gasthaushalte Perspektiven für stabile Lebensverhältnisse schaffen und neue Entwicklungschancen eröffnen.

Was Sie tun können

Um noch mehr Menschen zu erreichen, ist die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihren Partnern auf Spenden angewiesen. Mit zusätzlichen Mitteln kann die Diakonie Katastrophenhilfe die laufenden Maßnahmen weiter unterstützen und außerdem den Fokus auf längerfristige und nachhaltige Unterstützung der Begünstigten legen. Dazu gehört die Sicherung des Lebensunterhalts in Form von Einkommen schaffenden Maßnahmen und beruflicher Aus- und Weiterbildung, die Förderung von Schulkindern, Gesundheits- und Ernährungsberatungen.

Fürbitten zu Syrien
Hier finden Sie eine Sammlung von Gebeten für die Menschen in Syrien.
Download (doc - 33 kB)

Fürbitten zu Syrien [PDF]
Sie finden hier eine Sammlung von Fürbitten für die Menschen in Syrien.
Download (pdf - 19.1 kB)

Aktualisiert am 10.03.2016

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