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Vor anderthalb Jahren floh Fatma Safidin zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer zweijährigen Tochter aus der umkämpften syrischen Stadt Al Qamishli. Die Familie lebt nun im nordirakischen Flüchtlingslager Basirma. Foto: Christoph Püschner 

Jordanien: Mitarbeiter des Lutherischen Weltbundes stellten hundert Wohncontainer im Flüchtlingslager Za'atari auf. Foto: Lutherischer Weltbund/Roland Schlott 

3.000 Pakete mit Hygienebedarf wurden an die Flüchtlinge verteilt. Foto: IOCC 

Helferinnen und Helfer sind in den Flüchtlingsunterkünften, wie hier im Libanon, unterwegs, um die Familien mit praktischen Informationen zu Ernährung und Gesundheit zu versorgen. Foto: IOCC 

An bedürftige Familien werden Kleidungsgutscheine verteilt. Foto: IOCC 

In diesem Container im Zaatari-Camp findet der Unterricht und die Therapiesitzungen statt. Foto: Isabelle Uhe 

Bisher konnte Juri keine richtigen Schuhe tragen. Heute bekam sie orthopädische Schuhe von der holländischen Physiotherapeutin Femmy Kragt. Foto: Isabelle Uhe 

Juri ist zehn Jahre alt. Ihr Bein wurde 2013 in einem Vorort von Damaskus bei einem Granatenangriff schwer verletzt. Ihre Schwester kam dabei ums Leben. Foto: Isabelle Uhe 

Gemeinschafts-
küche in Berkayal

Drei syrische und drei libanesiche Frauen kochen im Flüchtlingslager in Berkayal täglich für 70 Flüchtlingsfamilien. Mit eigenen Rezepten und regionalen Produkten - und mit Hilfe der Diakonie Katastrophenhilfe - versorgen sie 400 Menschen mit warmen und gesunden Mahlzeiten.

Länge: 01:25 min | Datum: 06.02.2014

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Syrien / Irak

Grenzenlose Not

Wir erleben eine der größten Flüchtlingskatastrophen unserer Zeit: Der Krieg in Syrien und die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Irak haben ein unvorstellbares Leid zur Folge und bedrohen die Sicherheitslage des gesamten Nahen Ostens. Millionen Menschen in der Region sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gerade die aktuellen Entwicklungen in Aleppo zeigen das immense Ausmaß der Not und machen die lebenswichtige Hilfe mehr als deutlich. Im Frühjahr 2012 - etwa ein Jahr nach Beginn des Krieges in Syrien - startete die Diakonie Katastrophenhilfe ihre Hilfsprojekte für die Menschen, die aufgrund der schweren Kämpfe innerhalb des Landes vertrieben werden oder in den Nachbarstaaten Irak, Jordanien, Libanon und Türkei Schutz suchen.

Seit Ausbruch des Krieges in Syrien im März 2011 und durch den gewaltsamen Vormarsch des sogenannten IS (Islamischer Staat) im Irak und in Syrien, hat sich die Lage der Bevölkerung in der Region immer weiter verschlechtert. Ein Ende der dramatischen Situation ist vorerst nicht absehbar. Nicht nur die geflohene Bevölkerung leidet unter dem täglichen Überlebenskampf und fehlenden Perspektiven. Über die Jahre hat auch die Bevölkerung der aufnehmenden Gastländer die negativen Auswirkungen der dauerhaften Krise zu spüren bekommen. Die zunehmende Bedrohung durch den IS im Irak veranlasste das Hilfswerk 2014 dazu, seinen Einsatz im Nordirak auszuweiten, um die Menschen zu unterstützen, die innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht sind.

Hilfe für Flüchtlinge außerhalb der Camps

Der Schwerpunkt der Hilfsprojekte liegt seit drei Jahren in der Versorgung und Unterstützung der Flüchtlingsfamilien, die in den Anrainerstaaten Türkei, Libanon, Jordanien und Irak Schutz suchen. Hier konzentriert sich die Diakonie Katastrophenhilfe vor allem auf Flüchtlingsfamilien, die außerhalb der offiziellen Camps in Gemeinden unterkommen. Zu den Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge in den Nachbarstaaten Syriens gehört die Verteilung von Hilfsgütern zur Deckung der Grundbedürfnisse, wie etwa Nahrungsmittel, Hygieneartikel und Küchenutensilien oder Decken, Schlafmatten und Heizmaterial für den Winter. Um die Herausforderungen des Alltags aus eigener Kraft besser zu bewältigen, werden in Gemeindezentren Selbsthilfegruppen sowie Bildungsangebote und spielerische Aktivitäten für Kinder und Jugendliche angeboten. Außerdem werden in verschiedenen Projekten einkommensschaffende sowie berufsbildende Maßnahmen realisiert. In Syrien engagiert sich die Diakonie Katastrophenhilfe über die Partnerorganisation IOCC (International Orthodox Christian Charities) und deren Partner GOPA (Greek Orthodox Patriarchate of Antioch and all the east) in Aleppo und der umliegenden Region. Aktuell wird die genaue Anzahl der einzelnen Hilfsgüter mit dem Bedarf vor Ort abgestimmt. Umgesetzt wird das Verteilen von Trinkwasser und Hygiene-Paketen. Daneben werden Generatoren für Strom beschafft. Die Menschen erhalten zudem Winterkleidung und winterfeste Schuhe sowie Bettzeug und Matratzen. Darüber hinaus setzt die Diakonie Katastrophenhilfe in Syrien ein Projekt für Menschen mit schweren chronischen Krankheiten um. Diese bekommen lebenswichtige Medikamente.

Seit 2012 hat die Diakonie Katastrophenhilfe mehr als 48 Millionen Euro für Hilfe in Syrien und den Anrainerstaaten bereitgestellt, davon 9,5 Millionen Eigenmittel. Damit konnten bisher etwa 860.000 Flüchtlinge erreicht werden.

Reserven sind knapp

Millionen Menschen mussten ihr Hab und Gut zurücklassen und leben nun unter enorm schwierigen und teilweise bedrohlichen Verhältnissen. Die Kapazitäten der Gastländer sind erschöpft, die staatlichen Dienstleistungen überfordert und auch der Arbeitsmarkt sowie der Wohnungsmarkt sind stark umkämpft. Zunehmend greift der Konflikt auch in die Nachbarländer über. Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) leben etwa 85 Prozent der Flüchtlinge außerhalb der offiziellen Camps. Sie suchen Schutz in Zelten, nicht fertig gebauten Häusern, Garagen oder günstigen Mietwohnungen. Diese Menschen mit lebensnotwendigen Hilfsmitteln zu erreichen, ist eine besondere Herausforderung für die lokalen Helfer. Es fehlt vor allem an Unterkünften, Nahrung, Kleidung und Arbeitsmöglichkeiten.

Aufgrund des Winters benötigen viele von ihnen außerdem Winterkleidung. Viele Familien haben ihre Reserven, die sie mit auf die Flucht nahmen, aufgebraucht. Das macht sie zu einem großen Teil von externer Hilfe abhängig. Die meisten Flüchtlinge wurden außerdem Zeugen von Gewalt und sind traumatisiert.

Perspektiven schaffen

Die langanhaltende Krise verlangt immer mehr nach alternativen Lösungen für die betroffene Bevölkerung. Zusätzlich zu den lebensrettenden Maßnahmen für neu eintreffende Familien, müssen mittelfristige Perspektiven für die Menschen geschaffen werden, die sich bereits seit mehreren Monaten oder sogar Jahren auf der Flucht befinden und keine Aussicht auf baldige Rückkehr haben. Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt daher mit lokalen Partnerorganisationen Projekte um, die der betroffenen Bevölkerung eine würdevolle Unterstützung in der akuten Notlage verschaffen und sowohl für Flüchtlinge als auch für Gasthaushalte Perspektiven für stabile Lebensverhältnisse schaffen und neue Entwicklungschancen eröffnen.

Was Sie tun können

Um noch mehr Menschen zu erreichen, ist die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihren Partnern auf Spenden angewiesen. Mit zusätzlichen Mitteln kann die Diakonie Katastrophenhilfe die laufenden Maßnahmen weiter unterstützen und außerdem den Fokus auf längerfristige und nachhaltige Unterstützung der Begünstigten legen. Dazu gehört die Sicherung des Lebensunterhalts in Form von Einkommen schaffenden Maßnahmen und beruflicher Aus- und Weiterbildung, die Förderung von Schulkindern sowie Gesundheits- und Ernährungsberatungen.

Fürbitten Syrien
Fürbitten Syrien
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Aktualisiert am 07.02.2017

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