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Der Konflikt in Gaza im Juli/ August 2014 hat nicht nur zu einer unmittelbaren humanitären Krise geführt, sondern auch massive Schäden an der Infrastruktur hinterlassen. Kein einziges Haus, das komplett zerstört wurde, ist bis heute wiederaufgebaut. Foto: Paul Jeffrey/ACT Alliance 

In dem aktuellen Projekt der Diakonie Katastrophenhilfe und ihres Partners DSPR werden Schwangere medizinisch betreut. Foto: Paul Jeffrey/ACT Alliance 

Um besser mit dem Erlebten umgehen zu können und ein Leben in Freude und Würde fortzuführen, erhalten insgesamt 1.470 Kinder sowie 1.000 Mütter psychosoziale Unterstützung. Foto: Paul Jeffrey/ACT Alliance 

Für etwa 160 junge Männer werden Ausbildungsmöglichkeiten unter anderem in den Bereichen Tischlerei, Schweißerei, Aluminiumarbeiten und Elektrik angeboten. Foto: Paul Jeffrey/ACT Alliance 

Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft beim Wiederaufbau der Landwirtschaft in Gaza. Das ist unbedingt notwendig, um den Zugang zu Nahrung sicherzustellen. Foto: Paul Jeffrey/ACT ALliance 

Palästinensische Gebiete

Gaza - ein Jahr nach dem Waffenstillstand

51 Tage, vom 7. Juli bis 26. August 2014, dauerte der vergangene Krieg in Gaza. Noch immer sind die Auswirkungen der schweren Auseinandersetzungen in dem schmalen Küstenstreifen sichtbar. Die Diakonie Katastrophenhilfe war direkt nach den Gefechten vor Ort und leistete Nothilfe. Außerdem unterstützt das Hilfswerk Projekte im landwirtschaftlichen Bereich, um die Einkommensgrundlage für Bäuerinnen und Bauern wieder herzustellen.

In Trümmern liegende Straßenzüge, geschlossene Schulen, brachliegende Felder, Stromausfälle von bis zu 16 Stunden täglich – der vergangene Krieg ist noch immer überall präsent. Gaza und seine Bewohner haben sich noch nicht von den Folgen der zerstörerischen Eskalation des Jahres 2014 erholt. Es waren die schwersten Auseinandersetzungen seit 1967, die 1.492 Zivilisten, darunter 551 Kinder, das Leben kosteten. Über 11.000 Menschen wurden teils schwer verletzt. Sehr viele Menschen sind immer noch schwer traumatisiert. Die humanitäre Krise in Gaza ist allgegenwärtig.

100.000 Flüchtlinge leben noch in Notunterkünften

Ein Drittel der Bevölkerung floh während des Krieges aus ihren Häusern. Mit 1,8 Millionen Einwohnern ist Gaza das dichtest besiedelte Gebiet der Welt: denn auf nur 378 km² - das entspricht in etwa der Größe Bremens -  teilen sich die Menschen ihren Lebensraum mit landwirtschaftlichen und sonstigen infrastrukturellen Nutzflächen. Dadurch waren die Fluchtmöglichkeiten für die Menschen sehr begrenzt, schützende Bunker waren nicht vorhanden.

Die Mehrheit der Fliehenden suchte Schutz in den von der UN-Organisation UNRWA (United Nations Reflief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East) bereitgestellten Schulen. Ein Jahr später sind noch immer 100.000 Geflüchtete in Notunterkünften untergebracht. Der Krieg legte den Gazastreifen lahm. Nahrungsmittel wurden knapp, der Handel kam zum Erliegen. Den Menschen fehlte es am Nötigsten.

Soforthilfe noch während des Krieges

Der lokale Partner der Diakonie Katastrophenhilfe DSPR (Department of Services for Palestinian Refugees) reagierte noch während der letzten Kämpfe auf die humanitäre Krise: etwa 7.500 Menschen, die Zuflucht in verschiedenen Orthodoxen Kirchen sowie halb zerstörten Häusern in Gaza-Stadt suchten, wurden mit Nahrungsmittelpaketen und Waren des täglichen Bedarfs versorgt. Etwa 5.000 Betroffene erhielten Gutscheine, mit denen sie die Kosten für Essen und Schulmaterial abdecken konnten.

Die Unterstützung geht weiter

DSPR, Mitglied des internationalen kirchlichen Netzwerks ACT Alliance, ist auch heute noch gemeinsam mit der Diakonie Katastrophenhilfe in Gaza tätig. In dem aktuellen Projekt werden Schwangere medizinisch betreut, bis zu 3.500 Männer, Frauen und Kinder erhalten eine zahnärztliche Untersuchung, 15.000 Patienten erhalten weitere  medizinische  Untersuchungen, Beratung und Medikamente. 6.500 anämische und unterernährte Kindern bis zu 6 Jahren werden untersucht und deren Eltern beraten sowie mit Medikamenten versorgt.

Hilfe für kranke Seelen

Die wiederholten gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen dem militärischen Flügel der Hamas und dem israelischen Militär wirken sich äußerst negativ auf das psyische Befinden der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in Gaza aus. Seit Ausbruch des Konflikts im Sommer 2014 ist die Rate der post-traumatischen Belastungsstörungen und anderer psychischer Traumata steil angestiegen. Um besser mit dem Erlebten umgehen zu können und ein Leben in Freude und Würde fortzuführen, erhalten insgesamt 1.470 Kinder sowie 1.000 Mütter psychosoziale Unterstützung in den Gesundheitszentren.

Für etwa 160 junge Männer werden Ausbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel in den Bereichen Tischlerei, Schweißerei, Aluminiumarbeiten und Elektrik angeboten. Insgesamt werden mit den aktuellen Aktivitäten bis zu 30.000 Menschen erreicht.

Weiterleben zwischen Schutt und Trümmern

Der Konflikt in Gaza im Juli/August 2014 hat nicht nur zu einer unmittelbaren humanitären Katastrophe geführt, sondern auch massive Schäden an der Infrastruktur hinterlassen. Kein einziges Haus, das komplett zerstört wurde, ist bis heute wiederaufgebaut. 606 LKW-Ladungen Baumaterial wären täglich nötig, um die zerstörten Gebäude innerhalb der nächsten drei Jahre wieder aufzubauen. Doch die israelischen Behörden lassen lediglich 24 LKW täglich über die Grenze, die derartiges Material transportieren.

Sauberes Trinkwasser ist Mangelware

Der Zugang zu Wasser ist für viele Menschen genauso wenig gesichert wie Strom. Auch die Lebens- und Produktionsgrundlagen vieler Landwirte und Fischer wurden durch die Kämpfe zerstört, darunter etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Anbaufläche. Mit der Zerstörung von Nutzflächen und Infrastruktur wurden die Einkommensmöglichkeiten tausender Bäuerinnen und Bauern vernichtet: Bewässerungsanlagen wurden während der Kämpfe beschädigt oder komplett zerstört, defekte Anlagen führten zu großen Wasserverlusten. Neben der generellen Wasserknappheit in Gaza und der Versalzung des Grundwassers bedeutete dies eine enorm große Herausforderung.

Wiederaufbau der Landwirtschaft

Gemeinsam mit der lokalen Hilfsorganisation PARC (The Agricultural Development Association) unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe etwa 4.000 Bäuerinnen und Bauern bei der Instandsetzung ihrer durch den Krieg zerstörten Felder, Wege und Wasseranlagen. Auch Gewächshäuser, Geflügelbetriebe, Viehzucht- und Milchbetriebe sowie Fischereien, die während der Kämpfe beschädigt wurden, werden in gemeinsamer Arbeit wieder aufgebaut.

Die Hilfsmaßnahmen zielen darauf ab, dass die Familien nach Erhalt der Unterstützung schnellstmöglich wieder in die Lage versetzt werden, für sich selbst zu sorgen, ein eigenes Einkommen zu erzielen und die Produkte auf dem lokalen Markt verkaufen zu können. Der Wiederaufbau der gesamten Landwirtschaft in Gaza ist unbedingt notwendig, um den Zugang zu Nahrung sicherzustellen.

Aktualisiert am 19.04.2016

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