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Dank der Beratung von IPPHTI steigen die Ernteerträge wieder. Foto: Carsten Stormer 

Indonesien

Mit dem Salz leben

Mit Reis kennt sich Didi Sutardi aus, Reis ernährte schon immer seine Familie, bescherte ein sicheres Auskommen – eine Ernte nach der Regenzeit, eine nach der Trockenzeit. So war es immer im Dörfchen Sindang Jaya im Westen der indonesischen Insel Java. Doch seitdem der Meeresspiegel steigt, nagen die Wellen am Land und schwemmen die Reisfelder hinter der Küste voller Salzwasser. Der Boden wird unbrauchbar, das Salz tötet den Reis.

Bald müssen wir hungern, dachte Sutardi, als er das gräuliche Weiß auf seinen Feldern sah. "Zum Glück ist das nicht passiert", sagt er heute und wuchtet einen Zwanzigkilosack Reis auf seinen Rücken.

Der Mann, der den Bauern dabei hilft ihr Leben und die Landwirtschaft in West-Java und Nordsumatra umzukrempeln, sitzt in einem windschiefen Schuppen und nippt an einer Kokosnuss. Leonardo Ratuwalangon, Projektleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in Indonesien, berät zusammen mit der indonesischen Hilfsorganisation IPPHTI Bauern, wie sie ihre Ernteerträge steigern können. Damit die Bauern Geld sparen oder bei der nächsten Katastrophe nicht ruiniert sind, wie es sonst immer der Fall war.

Neue Anbaumethoden für bessere Ernten

Es ist heiß an der Küste und schwül. Der Tag hat sich noch nicht zwischen Sonnenschein und Regen entschieden. "In der Trockenzeit, wenn kein Regen fällt, bauen wir salztoleranten Reis an, in der Regenzeit ganz normalen." So war das nicht immer: Jahrhundertelang hatten die Bauern immer dieselbe Sorte und fünf bis zehn Samen pro Loch gesät – in der Hoffnung, dass einer aufgehen würde. Heute pflanzen die Bauern junge Setzlinge. Das spart Saatgut und erhöht den Ertrag, weil die Reispflanzen mehr Triebe bilden.

Zudem haben die Bauern gelernt, mit weniger Aufwand bessere Ernten einzufahren: Aus Kuhmist und Kompost stellen sie ihren eigenen Dünger her. Die Zeiten, in denen sie teuren Kunstdünger kaufen mussten, sind vorbei. Jede Gruppe hat jetzt eine eigene Reisbank und einen Schuppen, in dem Reis für die nächste Aussaat lagert – jeder Bauer gibt zwanzig Kilo pro Ernte ab. Falls die Ernte einmal schlecht ausfällt, müssen die Mitglieder nicht hungern und haben trotzdem genügend Samen für die nächste Ernte. "Inzwischen werfen die Felder so viel ab, dass wir Leute anstellen müssen, die uns beim Ernten helfen", sagt Didi Sutardi. "Wir müssen uns keine Sorgen mehr machen, wie wir das Jahr überstehen".

Aktualisiert am 08.12.2015

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