Zu den Inhalten springen
Home > Über unsBilanz

Gesamteinnahmen

Die Gesamteinnahmen sind im Vergleich zu 2013 deutlich um knapp 20 Millionen Euro gesunken. Die Drittmitteleinnahmen haben von 20,6 Millionen Euro auf 18,3 Millionen Euro bzw. um 11,2 Prozent abgenommen. Das Finanzergebnis hat sich fast verdoppelt.

Spenden

Die Spendeneinnahmen waren 2014 mit 17,9 Millionen Euro (Vorjahr 36,8 Millionen Euro) deutlich niedriger als 2013. Im Jahr 2013 hatten die beiden Großkatastrophen Flut Deutschland und Taifun Haiyan auf den Philippinen zu einem hohen Spendenaufkommen geführt. 2014 hat es derartige große Naturkatastrophen nicht gegeben. Dennoch ist eine Spendensumme von 17,9 Millionen Euro für ein Jahr ohne große Naturkatastrophen ein sehr gutes Ergebnis. Mit knapp 7 Millionen Euro entfiel ein wesentlicher Teil der Spenden auf die Flüchtlingskrise im Nahen Osten. Für die Hilfe nach dem Taifun auf den Philippinen im November 2013 wurden noch einmal knapp 1,5 Millionen Euro gespendet. Für die Opfer der Ebola-Epidemie in Westafrika erhielten wir knapp 900.000 Euro. Anhaltende, vergessene Krisen und Dauerkonflikte, wie in der Demokratischen Republik Kongo oder in Somalia, sind hingegen wenig spendenwirksam. Die allgemeinen, ungebundenen Spendeneinnahmen waren mit 5,7 Millionen Euro geringfügig höher als im Vorjahr (5,6 Millionen Euro). Der positive Trend bei den freien Spenden setzt sich damit, wenn auch auf geringerem Niveau, fort. Dies ist aber insofern bemerkenswert, als dass Spenden für allgemeine Zwecke eher nur in Jahren mit Großkatastrophen höher ausfallen.

Brot für die Welt–Katastrophenfonds

Traditionell erhält die Diakonie Katastrophenhilfe Spendenmittel von ihrer Schwesterorganisation Brot für die Welt, um insbesondere bei vergessenen Katastrophen und bei Rehabilitations- und Wiederaufbaumaßnahmen handlungsfähig zu sein. Die Zuwendung fiel 2014 aufgrund einer Sonderzuweisung für ein Ebola-Projekt mit 3,1 Millionen Euro geringfügig höher aus als 2013 (3,0 Millionen Euro).

Zinsen

Zinseinnahmen entstehen, weil Spenden nicht sofort in voller Höhe an die Projektpartner weitergeleitet werden, sondern entsprechend dem aktuellen Projektfortschritt in Raten überwiesen werden. Die projektgebundenen, bewilligten Projektmittel werden bis zur Auszahlung in sicheren Anlageformen zinsbringend angelegt. Für die Anlage in Wertpapieren bestehen strenge interne Richtlinien. Die dadurch erwirtschafteten Zinseinnahmen sind zweckgebunden und werden für Projektbetreuung, Werbung und Verwaltung verwendet. Das Zinsergebnis ist insbesondere durch Kursgewinne aufgrund von Wertpapierverkäufen deutlich gestiegen.

Öffentliche Mittel und Beiträge Dritter

Die 2014 von der Bundesregierung, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen erhaltenen öffentlichen Mittel beliefen sich auf knapp 15,7 Millionen und lagen damit nochmals leicht über dem Vorjahr (14,5 Millionen Euro) – so hoch wie noch nie in der Geschichte der Diakonie Katastrophenhilfe. Entgegen unserer Befürchtungen hat sich der Übergang der bisherigen Budgetlinie ‚Entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe’ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf das Auswärtige Amt (AA) nicht negativ auf das mit Bundesmitteln bewilligte und finanzierte Projektvolumen ausgewirkt. Das mit öffentlichen Mitteln bewilligte Projektvolumen hat gegenüber 2013 sogar deutlich auf 26 Millionen Euro zugenommen, was insbesondere auf eine deutliche Zunahme der Bewilligungen des BMZ zurückzuführen ist. Eine wesentliche Rolle für diese positive Entwicklung spielten dabei Mittel des BMZ aus der Sonderinitiative ‚Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren’, die Anfang 2014 gestartet wurde. Der größte Teil der vom BMZ geförderten Projekte betraf die Flüchtlingskrise in der Zentralafrikanischen Republik und dem Tschad für die 8,4 Millionen Euro bereitgestellt wurden. Daneben erhielten wir Zuwendungen des BMZ für den seit vielen Jahren bestehenden Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo (3,5 Millionen Euro) und für Ebola-Hilfsprojekte in Liberia und Sierra Leone (2,3 Millionen Euro).

Die vom Auswärtigen Amtes bewilligten Projektmittel lagen mit 11,9 Millionen Euro ebenfalls höher als im Vorjahr (10,6 Millionen Euro). Im Mittelpunkt der Zuwendungen des Auswärtigen Amts stand die Syrien-Krise, für die das AA 2014 insgesamt 8 Millionen Euro (Vorjahr 4,9 Millionen Euro) bewilligt hat. Weitere Mittel für humanitäre Hilfe erhielten wir 2014 vom Auswärtigen Amt für die Ebola-Hilfe in Westafrika (1,4 Millionen Euro), für die akuten Krisen im Südsudan (0,7 Millionen Euro) und der Ukraine (0,5 Millionen Euro) sowie die anhaltende humanitäre Not im Osten der Demokratischen Republik Kongo (0,8 Millionen Euro).

Mit Mitteln der EU (ECHO - European Commission's Humanitarian aid and Civil Protection department) wurden 2014 keine neuen Projekte bewilligt. Die in der Jahresrechnung ausgewiesenen Zahlungen betreffen zwei Projekte in Kolumbien und im Kongo, die bereits 2013 bewilligt wurden. Durch die Zuschüsse der Bundesregierung und der EU konnte die Durchführung wichtiger Projekte in Afrika, Asien, Zentral- und Lateinamerika gewährleistet werden, für die zu wenig eigene zweckgebundene oder allgemeine Spenden zur Verfügung standen.

Die Zuwendungen sonstiger Dritter haben sich im Berichtsjahr 2014 deutlich auf rund 2,5 Millionen Euro (Vorjahr 6,1 Millionen Euro) verringert. Dieser deutliche Rückgang beruht insbesondere darauf, dass die von unserer Schwesterorganisation Brot für die Welt im Rahmen von Projektkooperationen für den Wiederaufbau nach der Flut in Pakistan bereitgestellten Mittel nun vollständig ausgeschöpft sind. Im Jahr 2013 hatten wir zudem zwei hohe Zuwendungen der Fernsehlotterie und der Deutsche Bank-Stiftung für Hilfsmaßnahmen nach der Flut in Deutschland erhalten.

Eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit verbindet uns mit der Diakonie Österreich, von der wir 2014 insgesamt 570.000 Euro (Vorjahr rund 559.000 Euro) erhalten haben, davon 550.000 Euro von der Stiftung Nachbarn in Not. Die Gelder der Diakonie Österreich wurden für Wiederaufbauprojekte nach der Taifunkatastrophe auf den Philippinen (385.000 Euro) und für syrische Flüchtlinge in Jordanien verwendet. Zwei kleine Zuwendungen aus Spenden der Diakonie Österreich über jeweils 10.000 Euro gingen in Programme in der Ukraine und Somalia.

Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge entstehen überwiegend durch den Verkauf von Merchandising-Produkten. Für 2014 werden hier zudem Gebühren ausgewiesen, die wir für die Bearbeitung von Projekten im Zusammenhang mit der Flut in Deutschland von den betroffenen Landeskirchen und Diakonischen Werken erhalten haben. Daraus und aus einer Zunahme der Erlöse für Werbeartikel resultiert auch im Wesentlichen die Zunahme der sonstigen Erträge. Die Steigerung der Erlöse aus dem Verkauf von Werbeartikeln ist vor allem eine Folge der Neugestaltung der Produktpalette im Jahr 2013.

Erläuterungen der Mittelverwendung/Ausgaben

Gesamtaufwendungen

Die Gesamtaufwendungen der Diakonie Katastrophenhilfe waren im Berichtsjahr mit 46,2 Millionen Euro fast identisch mit dem Vorjahr (ebenfalls 46,2 Millionen Euro). Die Projektauszahlungen liegen mit 40,3 Millionen Euro ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres (40,0 Millionen Euro). Das hohe Auszahlungsvolumen hielt also auch 2014 unverändert an. Die satzungsgemäßen Aufwendungen für Hilfsprojekte, Projektbegleitung und satzungsgemäße Öffentlichkeitsarbeit betrugen 2014 43,2 Millionen Euro (Vorjahr 42,7 Millionen) und somit 93,5 Prozent der Gesamtausgaben (Vorjahr 92,3 Prozent).

Projektausgaben

Die Ausgaben für die Projektförderung betrugen 2014 knapp 40,3 Millionen Euro, und sind damit fast unverändert zum Vorjahr (40,0 Millionen Euro). Die größten Empfänger waren dabei die Länder der Syrien-Krise (7,5 Millionen Euro), die Demokratische Republik Kongo (2,6 Millionen Euro), der Südsudan (3,0 Millionen Euro), die Philippinen (3,2 Millionen Euro), die Fluthilfe in Deutschland (6,4 Millionen Euro) und Wiederaufbauprojekte nach der Flut in Pakistan (3,6 Millionen Euro). Die im Jahr 2010 erhaltenen Spenden für die Betroffenen der Flutkatastrophe in Pakistan sind damit vollständig für Hilfsprojekte verwendet worden. Die kontinentale Schwerpunktsetzung lag 2014 unverändert bei Asien, insbesondere wegen der deutlichen Ausweitung der hauptsächlich über öffentliche Zuschüsse finanzierten Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge im Nahen Osten, die erneut fast 20 Prozent der gesamten Projektausgaben ausmachten, sowie der Wiederaufbauhilfe nach dem Taifun auf den Philippinen.

Projektbegleitung

Unter die Aufwendungen für die Projektbegleitung fallen neben der Betreuung und Begleitung der Projekte auch die der Projektförderung vor- und nachgelagerten Tätigkeiten, wie beispielweise die Vorbereitung und Auswahl geeigneter Projekte, die Prüfung von Unterstützungsanträgen, die Qualifizierung der durchführenden Organisationen, das Controlling, die Revision sowie die Wirkungsbeobachtung und -kontrolle. Die Aufwendungen sind gegenüber 2014 leicht um knapp 102.000 Euro oder 6,1 Prozent gestiegen. Diese Zunahme ist insbesondere eine Folge gestiegener Personalkosten durch zusätzliche Stellen im Projektbereich und einer Tariferhöhung.

Satzungsgemäße Öffentlichkeitsarbeit

Die satzungsgemäße Öffentlichkeitsarbeit dient dazu, öffentliche Aufmerksamkeit für die Anliegen der humanitären Hilfe zu schaffen. Dies wird durch Öffentlichkeits-, Bildungs- und Lobbyarbeit erreicht, die auf die Not der von Naturkatastrophen und Konflikten betroffenen Menschen aufmerksam macht. Die Ausgaben in diesem Bereich sind 2014 gegenüber dem Vorjahr um 77.000 Euro bzw. 7,7 Prozent gestiegen. Mehrausgaben entstanden insbesondere durch diverse, sehr gut besuchte Tagungen und Veranstaltungen zu aktuellen Themen der humanitären Hilfe.

Werbung und Verwaltung

Die Ausgaben für Werbung sind 2014 im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 2,3 Millionen Euro auf 1,8 Millionen Euro gesunken. Ursache dieses Rückgangs ist das Ausbleiben großer Naturkatastrophen, wie sie in 2013 in Deutschland und auf den Philippinen aufgetreten sind. Im Falle von Großkatastrophen entstehen durch Fundraising-Maßnahmen höhere Ausgaben als in Zeiten ohne solche Ereignisse wie im Jahr 2014.

Der prozentuale Anteil der Ausgaben für Werbung und Verwaltung bezogen auf die Gesamtaufwendungen beträgt 6,6 Prozent (Vorjahr 7,7 Prozent). Damit ist der Werbe- und Verwaltungsaufwand der Diakonie Katastrophenhilfe sehr niedrig und entspricht den Kriterien des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI) sowohl im Bezug auf den Anteil an den Gesamtaufwendungen als auch in Bezug auf das Sammlungsergebnis.

  • © 2018 Diakonie Katastrophenhilfe.
  • Tel.: 030 65211-0.
  • Kontakt.
  • Anfahrt.
  • .