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Haiti

Soforthilfe nach dem Erdbeben

Projeknummer

K-HTI-2021-4058

Bezeichnung

Soforthilfe nach Erdbeben / ACT-Appeal

Thema

Erdbeben

Träger

ACT Alliance

Kontinent

Amerika

Land

Haiti

Gesamtlaufzeit

16.08.2021 – 22.05.2022

Budget

511.916 Euro

Hintergrund:
Ein Erdbeben der Stärke 7,2 auf der Richterskala erschütterte am 14. August 2021 den Süden der Insel rund um das Departement Grand’Anse und die Stadt Les Cayes im Department Sud. Die Schäden und Verluste sind dramatisch: mehr 2.200 Menschen verloren ihr Leben, Hunderte werden noch vermisst, mehr als 12.000 Personen wurden verletzt. Nach offiziellen Angaben wurden mehr als 58.000 Häuser komplett zerstört und weitere 83.770 Unterkünfte schwer beschädigt. Auch die lokale Infrastruktur, Schulen und Gesundheitseinrichtungen erlitten verheerende Schäden. Als wäre das Leid nicht schon groß genug, zog zwei Tage später Tropensturm „Grace“ über den Südosten der Insel hinweg und verursachte Starkregenfälle, Springfluten und Überschwemmungen, vor denen sich die vom Erdbeben betroffene Bevölkerung kaum schützen konnte.

Hilfsmaßnahmen:
Gemeinsam mit dem evangelischen Hilfsnetzwerk ACT Alliance hat die Diakonie Katastrophenhilfe umgehend ein Soforthilfeprojekt für Menschen in den Regionen Grand´Anse und Sud gestartet. Allein in der Region Grand´Anse wurden 5.000 Personen mit Hygiene-Sets und Schutz-Kits zum Bau von provisorischen Unterkünften verteilt. Die Kits enthalten beispielsweise Planen und Seile für provisorische Dächer sowie zwei Decken pro Familie.
1.000 betroffene Familien werden zudem mit Ernährungshilfen unterstützt. Sie erhalten Bargeld, um dringend benötigte Nahrungsmittel zu besorgen. Jede Familie erhält dabei einen einmaligen Betrag von rund 113 Euro. Auch Saatgut gehört zu den Hilfsleistungen des Projekts – schließlich müssen sich die Betroffenen neue Lebensgrundlagen aufbauen. Jede Familie erhält ein Bündel Yams-Wurzeln, Bananen-Stauden sowie Saatgut für Lauch und Paprika. Die Kleinbauern werden zudem im Anlegen von Gemüsegärten, der Bodenvorbereitung sowie im Verpflanzen von Setzlinge geschult.
Um die Widerstandskräfte der betroffenen Bevölkerung zu stärken, werden 16 Dörfer in der Region Grand´Anse durch gemeindebasierte Katastrophenhilfe unterstützt. Pro Gemeinde wird ein Komitee gegründet, dass über die für das Dorf wichtigsten Hilfsmaßnahmen berät und entscheidet. Die örtliche Bevölkerung entscheidet über ihr Komitee somit selbst, ob sie beispielsweise eine Schule reparieren oder eine Zufahrtsstraße sichern wollen. Die begünstigten Gemeinden werden durch die Partnerorganisation Foundation Nouvelle Grand´Anse begleitet und erhalten für ihr Projekt eine finanzielle Unterstützung.
Eine weitere Hilfskomponente bildet die psychosoziale Unterstützung der Betroffenen. Hierzu werden 720 Multiplikatoren wie Lehrer*innen in psychosozialer Betreuung geschult und halten anschließend in ihren Gemeinden Treffen ab, bei denen sich knapp 13.000 Betroffene über ihre Erlebnisse austauschen können. Insgesamt profitieren rund 40.000 Menschen von dem Hilfsprojekt.

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