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Tschad

Nothilfe für Vertriebene im Süden des Tschad

Projeknummer

K-TCD-2017-0418

Bezeichnung

Nothilfe Projekt für IDPs, Zurückkehrenden und aufnehmende Gemeinde im Süden Tschad mit LWF

Thema

Flucht und Vertreibung

Träger

Fédération Luthérienne Mondiale (LWF Chad)

Kontinent

Afrika

Land

Tschad

Gesamtlaufzeit

01.12.2017 - 30.11.2020

Budget

2.500.000 Euro

Drittmittelgeber

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Hintergrund:
Der Tchad ist aufgrund seiner geographischen Lage und seiner relativ ruhigen politischen Situation, in den letzten Jahrzehnten wiederholt ein Zufluchtsort für Flüchtlinge aus den Nachbarstaaten geworden. Insbesondere die Krise in Darfur hat bereits seit mehr als einer Dekade wiederholt für Flüchtlingsbewegungen aus dem Sudan gesorgt, zusätzlich wurden in den letzten Jahren Flüchtlinge und Rückkehrer aus Libyen, Nigeria und der Zentralafrikanischen Republik im Tschad registriert.
Aufgrund der anhaltenden Dürre, der teilweise angespannten innenpolitischen Situation und der schwachen staatlichen Struktur ist der Staat nur in sehr begrenztem Umfang in der Lage, auf die zusätzlichen Belastungen und politischen Herausforderungen in Zusammenhang mit den Krisen zu reagieren. Folge sind häufige Nahrungsmittelkrisen, ein sehr begrenzter Zugang zu Basisversorgung für alle Bevölkerungsgruppen, was sich unter anderem in überdurchschnittlicher Mütter- und Kindersterblichkeit sowie zyklisch auftretenden Epidemien wieder spiegelt. Insbesondere die Krise in der Zentralafrikanischen Republik hat seit dem Jahr 2013 für eine angespannte Situation im Grenzgebiet im Süden des Tschad gesorgt.

Hilfsmaßnahmen:
Das Hilfsprojekt, das zusammen mit dem Lutherischen Weltbund Tschad durchgeführt wird, soll einerseits die Notlage von Vertriebenen, Rückkehrern und aufnehmenden Gastgemeinden in der Region erleichtern. Gleichzeitig sollen die sozio-ökonomischen Grundlagen der Begünstigten gestärkt werden, damit sie in Zukunft besser mit Notlagen umgehen können.
So erhalten mehr als 17.400 Haushalte Bargeldhilfen in Höhe von 22 Euro pro Monat. Das hilft den Begünstigten, ihre dringendsten Bedürfnisse zu decken. 2.600 Familien werden im Getreideanbau unterstützt, 400 Familien im Gemüseanbau und weitere 1.000 Familien bei der Aufzucht von Kleinvieh.  Zudem sollen Kooperativen und Vertriebswege für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Begünstigten geschaffen werden. Diese Maßnahmen werden zum Ende der Projektlaufzeit einer Evaluation unterzogen.
Um die Lebensgrundlagen der Menschen zu stärken, werden außerdem rund 30 Hektar Land mit ausgelaugtem Boden in Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen zum Umweltschutz und den Begünstigten rehabilitiert. Anschließend werden 1.000 Begünstigten in der Herstellung von Schösslingen für Wald- und Obstbäume geschult. Rund 40.000 Baumschösslinge sollen dann mit subventioniertem Preis für die Aufforstung von 30 Hektar Wald dienen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit den Zielgemeinden.
Als weitere Komponente werden außerdem Schmiede für die Herstellung brennstoffarmer Feuerstellen geschult. Diese sollen zur Reduktion des Verbrauchs natürlicher Ressourcen wie Feuerholz beitragen. 2.000 Feuerstellen werden dann mit einem subventioniertem Preise verkauft. Außerdem werden Umweltkomitees gegründet, die die Zielgemeinden zu Themen wie Umweltschutz und Abholzung von Wald sensibilisieren.
Ergänzend wird ein Katastrophenreduktionsplan erstellt, der die Gemeinden in Zukunft besser vor potenziellen Naturkatastrophen schützen soll. Die Gemeinden werden dabei mit partizipativen Methoden eingebunden.
 

 

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