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Tschad

Hilfe für Überlebende sexueller Gewalt

Projeknummer

K-TCD-2021-4075

Bezeichnung

Förderung eines gemeindebasierten Ansatzes zur Bekämpfung von sexueller Gewalt und einer holistischen Betreuung der Überlebenden

Thema

Gesundheit

Träger

Association pour la Promotion des Libertés Fondamentales au Tchad (APLFT)

Kontinent

Afrika

Land

Tschad

Gesamtlaufzeit

15.01.2021 - 15.01.2022

Budget

100.000 Euro

Hintergrund:
Der Süden des Tschad ist nach wie vor stark von den Folgen der Krise in Zentralafrika betroffen. Mehr als 90.000 Geflüchtete und 42.000 Rückkehrende aus der zentralafrikanischen Republik haben hier Zuflucht gefunden und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dadurch verschärft sich die ohnehin häufig prekäre Situation der aufnehmenden Gemeinden, was zu Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen führt. Besonders alarmierend ist das hohe Ausmaß sexualisierter Gewalt (SGBV). Allein im Jahr 2019 wurden nach Angaben der Projektpartner 446 Vorfälle registriert. Zu den häufigsten Formen der Gewalt gehören körperliche Übergriffe, Vergewaltigung, psychische Gewalt und Zwangsheirat. Frauen und Mädchen sind die Hauptleidtragenden. Viele Überlebende erhalten weder psychosoziale noch rechtliche und medizinische Hilfe oder sozioökonomische Unterstützung. Patriarchalische Machtstrukturen verstärken die Problematik. Häufig werden die Betroffenen von ihren Familien oder Partnern verstoßen.

Hilfsmaßnahmen:
Um der weit verbreiteten sexualisierten Gewalt zu begegnen, will das Projekt die ganzheitliche Reaktion auf geschlechtsspezifische Gewalt in den Flüchtlingslagern und -standorten in den Provinzen Logone Oriental, Mandul und Moyen Chari stärken. 446 Überlebende sexualisierter Gewalt und gefährdete Frauen/Mädchen erhalten psychosoziale, sozioökonomische, rechtliche und medizinische Unterstützung. Mit Informations-, Bildungs- und Kommunikationsaktivitäten für die Zielbevölkerung und andere Akteure wollen die Partner auf eine Verhaltensänderung hinwirken und zugleich die Prävention und Bekämpfung geschlechtsbasierter Gewalt fördern und lokale Reaktionsmechanismen einführen. Dazu werden 180 Mitglieder von Gemeindestrukturen und traditionelle Autoritäten in gemeinschaftsbasiertem Schutz geschult. 144 Mitglieder von 12 Gemeinden, die sich für die Bekämpfung von SGBV einsetzen, erhalten Informationsmaterial, mit dem sie bei Veranstaltungen über die Ursachen und Folgen sexualisierter Gewalt aufklären. 120 Mitglieder der Armee und Sicherheitskräfte werden zu ihrer Rolle und Verantwortung im Kampf gegen SGBV geschult. 1.500 Flüchtlinge, werden bei Diskussionsveranstaltungen zum Thema SGBV sensibilisiert.

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