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Humanitäre Notlage im Nordirak verhindern

Hilfsmaßnahmen können sofort starten

Berlin, 18.10.2016Nach dem Start der militärischen Offensive zur Rückeroberung der nordirakischen Stadt Mossul befürchtet die Diakonie Katastrophenhilfe eine humanitäre Notlage. Die Organisation bereitet sich seit vielen Monaten gemeinsam mit ihrer lokalen Partnerorganisation darauf vor, Humanitäre Hilfe für die Menschen zu leisten, die aus Mossul fliehen müssen. Die Vereinten Nationen haben in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Hilfsorganisationen Krisenpläne erarbeitet, um schnell reagieren zu können. „Wir werden die Menschen aus Mossul mit Essenspaketen und warmen Decken versorgen. Außerdem bekommen die Flüchtlinge von unserem lokalen Partner Küchenzubehör, um selbst Mahlzeiten zubereiten zu können. Unser Partner ist an zwei Standorten aktiv und kann sofort Hilfe leisten. Wir rechnen in den nächsten Tagen mit den ersten Flüchtlingen aus Mossul“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.

„Vorbereitungen auf potentielle Fluchtbewegungen sind dringend notwendig – im Irak und übrigens auch in Europa. Noch dringender aber ist, dass nun im Interesse der Humanität die Krieg führenden oder stützenden Parteien alles tun, um den Level der Gewaltausübung und die Verluste an Leben so niedrig wie irgend möglich zu halten“, fordert Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. Entsprechend ihren Verpflichtungen aus dem humanitären Völkerrecht müssten die Kriegsparteien in Mossul alle Anstrengungen unternehmen, um die Zivilbevölkerung zu verschonen, zu versorgen oder einen Versorgungszugang zu ihnen ermöglichen und ihr sichere Fluchtkorridore eröffnen.

„Diese militärische Offensive wurde seit Langem in der Allianz diskutiert und geplant. Ich hoffe, dass dabei auch bedacht wurde, wie dieser Angriff auf den sogenannten IS unter weitestgehender Verschonung der Bevölkerung von Mossul durchzuführen ist. Wenn nicht, müssen EU und UN bei den Kriegsparteien nun massiv darauf drängen, den Schutz und die Versorgung der Zivilbevölkerung sicherzustellen. Gleiches gilt für den Schutz vor Menschenrechtsverletzungen seitens der Kriegsparteien und nicht nur vor kriegerischer Gewalt“, so Füllkrug-Weitzel weiter. „Ich hoffe auch, dass EU und UN mit den Krieg führenden Parteien an politischen Plänen arbeiten, wie nach der Vertreibung des sogenannten IS Gewaltausbrüche unter den diversen religiösen und ethnischen Gruppen im Irak vermieden werden können. Der Mangel an Bereitschaft, alle Gruppierungen politisch angemessen zu beteiligen, ist ein zentrales Hindernis für Gewaltdeeskalation im Irak und war schließlich auch ein Nährboden für die Machtentfaltung des sogenannten IS.“

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist seit vielen Jahren in der Region aktiv und betreibt mit ihrer Partnerorganisation beispielsweise Gemeindezentren in Sulaimaniyya. Dort werden sowohl intern Vertriebene als auch Flüchtlinge aus Syrien betreut und unterstützt. Die geplante Hilfe für die Flüchtlinge aus Mossul wird auch über die lokale Partnerorganisation organisiert und durch das Auswärtige Amt finanziell unterstützt. Die Diakonie Katastrophenhilfe stellt 700.000 Euro Soforthilfe bereit.

„Eine humanitäre Notlage in Mossul muss unbedingt verhindert werden. Der Winter steht bevor und die Unterkünfte müssen rasch fertig gebaut werden. Die Diakonie Katastrophenhilfe steht bereit, um die Hilfe weiter auszubauen. Hierfür sind wir dringend auf Spenden angewiesen“, sagt Füllkrug-Weitzel. Die Stadt Mossul ist seit Juni 2014 vom sogenannten Islamischen Staat besetzt. In der Region werden bis zu 1,5 Millionen Binnenvertriebene erwartet.

Die Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
Evangelische Bank
IBAN: DE6852 0604 1000 0050 2502
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Humanitäre Hilfe Syrien/Irak
Oder online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Pressekontakt:
Thomas Beckmann, Tel.: 030 65211 1443
thomas.beckmann@diakonie-katastrophenhilfe.de

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