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Bürgerkrieg in Kolumbien

Im Film kommen Betroffene zu Wort und berichten von ihrem Leben und ihren Verlusten inmitten des Krieges.

Länge: 2:10 min | Datum: 01.07.2016

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Den Menschen fehlt es am Nötigsten: Eine geordnete Versorgung mit sauberem Wasser gibt es nicht. Das Abwasser macht Probleme, weil es keine Kanalisation gibt. Das ist ein Risiko für die Gesundheit ganzer Familien. Foto: Diakonie Katastrophenhilfe 

Die Familien erhalten einen Wassertank und Wasserfilter, so dass sie sauberes Trinkwasser haben. Foto: Federico Rios

Schwieriger Start in ein neues Leben: Viele Bewohner des Stadtviertels sind Vertriebene im eigenen Land. Sie haben sich vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat Kolumbien in Sicherheit gebracht. In den einfachen Unterkünften fehlt es oft am Nötigsten. Foto: Diakonie Katastrophenhilfe 

Hoffnung wächst – etwa in diesem kleinen Garten. Frauen und Männer lernen dank des Projekts der Diakonie Katastrophenhilfe, im eigenen Garten Gemüse und Obst anzubauen. Damit tragen sie selbst dazu bei, ausreichend und gesund ernährt zu sein. Foto: Diakonie Katastrophenhilfe 

Durch das Projket hat Ana Beatriz Sanchez die Möglichkeit, Gemüse und Heilpflanzen in ihrem Garten anzubauen. Auf Saatgutmessen können die Familien auch Samen und Setzlinge tauschen. Foto: Federico Rios
Kinder und Jugendliche werden dazu motiviert, weiter zur Schule zu gehen. In den Schulen gibt es ein Programm zum friedlichen Zusammenleben. Foto: Federico Rios
Mit der Aufzucht von Schweinen, versucht sich diese Familie ein kleines Einkommen dazuzuverdienen.  Foto: Federico Rios
Diese Jugendlichen haben einen Song über den Frieden geschrieben. Foto: Federico Rios
Die Flüchtlingsfamilien erhalten pychosozaile Begleitung und erfahren in Workshops welche Rechte sie haben, wenn sie Opfer von Gewalt geworden sind. Foto: Federico Rios
Kinder von Binnenvertriebenen in der Region Caquetá. Auf der Mauer steht: Ein Haus zu haben ist kein Luxus sondern ein Grundrecht. Foto: Federico Rios
Kolumbien

Für ein menschenwürdiges Leben

Die Hoffnung auf Frieden war groß: Nach 50 Jahren Bürgerkrieg, Gewalt und Vertreibung unterzeichnete die kolumbianische Regierung im Dezember 2016 ein Friedensabkommen mit der FARC-Guerilla (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia). Ein halbes Jahrhundert der Gewalt kostete mehr als 220.000 Menschen das Leben und führte zu mehr als 7 Millionen Vertriebenen im eigenen Land – so viel wie in keinem anderen Land der Welt. Fernab der Weltöffentlichkeit ist ihre humanitäre Situation in vielen Teilen des Landes immer noch verheerend: Es fehlt an Lebensgrundlagen und sicheren Unterkünften, ausreichend Nahrungsmitteln und Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und Gesundheitsversorgung. Die Diakonie Katastrophenhilfe bleibt und engagiert sich für die Menschen vor Ort.

Kein Frieden in Sicht

Zwischen Januar und August 2017 übergaben die Ex-Guerilleros mehr als 8.000 Schusswaffen an die Vereinten Nationen. Jetzt leben die etwa 7.000 ehemaligen Mitglieder in landesweit 26 Schutzzonen, wo sie auf die Eingliederung in ein normales Leben, jenseits des bewaffneten Konflikts warten.
Aus der FARC ist eine politische Gruppierung mit dem Namen Fuerza Alternativa Revoluci-onaria del Común entstanden. Sitze im Parlament sind ihr garantiert – gemäß dem Friedensvertrag. Auch die  Opfer des Konflikts sollen entschädigt werden.
 
Doch bisher ist kein Frieden eingekehrt. Im Gegenteil: Die Lage der Menschen in den vom Konflikt betroffenen Regionen hat sich wieder verschlechtert. In den von der FARC geräumten Gebieten haben sich neue Dynamiken um die Kontrolle der legalen und illegalen Wirtschaft gebildet. Andere nicht-staatliche bewaffnete Gruppen, sogenannte GAPD (Grupos Armados Pos Desmovilización), kämpfen gegen die staatlichen Sicherheitskräfte, kriminelle Banden betreiben Erpressung und Nötigung. Dabei gibt es alte Akteure, wie etwa die Guerilla ELN, als auch neue Akteure: So versuchen beispielsweise Drogenkartelle aus Mexiko oder Guatemala direkt im kolumbianischen Drogenanbau tätig zu werden.  
Für knapp die Hälfte aller Vertreibungen in 2017 ist die Guerilla ELN (Ejército de Liberación Nacional) verantwortlich. Sie beteiligte sich unter anderem an Kämpfen mit anderen GAPDs, führte eigene Akti-onen durch und stieß immer wieder mit öffentlichen Kräften, Dissidenten der FARC und anderen bewaffneten Gruppen zusammen.

Die Lage an der Pazifikküste: Chocó, Valle del Cauca und Cauca

In vielen Teilen Kolumbiens ist es auch nach dem Friedensschluss weiterhin zu Vertreibungen gekommen, zwei Drittel davon passierten in den an die Pazifikküste grenzenden Regionen im Westen des Landes. Vor allem in den Gemeinden Buenaventura und Litoral de San Juan ist die Situation besorgniserregend: Im Vergleich zu 2016 haben die Vertreibungen nicht abgenommen, sondern sogar deutlich zugenommen – von Frieden fehlt hier noch jede Spur.

Kämpfe zwischen der ELN und neuen bewaffne-ten Gruppen gelten als Gewaltursache. Das Gebiet im Süden des Chocó und das angrenzende Valle del Cauca sind abgelegen und schwer zugänglich. Die Menschen dort sind bitterarm: sie können kaum ihre Grundbedürfnisse decken und haben weder Mittel noch Möglichkeiten der Gewalt zu entkommen.

Die Region Chocó gehört wie Valle del Cauca und Cauca zu den ärmsten des Landes. Die Bevölkerung setzt sich aus Afrokolumbianern, indigenen Minderheiten und Mestizen zusammen. Die gewaltsamen Zusammenstöße zwischen den bewaffneten Akteuren schränken die Gemeinden bei der Ausübung ihres Erwerbslebens wie beispielsweise dem Fischfang oder dem Landbau ein. Die Bewegungsfreiheit wird zusätzlich durch Landminen eingeschränkt, die immer wieder Zivilisten das Leben kosten. Kinder und Jugendliche laufen zudem Gefahr, von den bewaffneten Gruppen rekrutiert zu werden, während Frauen vor allem Opfer von sexueller Gewalt werden. All das hat großen Einfluss auf die Zivilbevölkerung – aus Angst vor Übergriffen bleibt vielen nur die Flucht in andere Gebiete.

Die humanitäre Situation im Chocó ist so schlecht, dass von mehr Frieden und Demokratie nicht die Rede sein kann. Trotzdem haben sowohl die Vereinten Nationen als auch internationale Organisationen aufgrund des Friedensschlusses damit begonnen, sich aus dem Gebiet zurückziehen. Die Diakonie Katastrophenhilfe wird jedoch weiterhin in Kolumbien vor Ort bleiben, um dem immensen humanitären Bedarf zu begegnen.

Hilfe für Konfliktopfer

Die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet schon seit vielen Jahren mit der Partnerorganisation Fundación Tierra de Paz (TdP) zusammen und führt Projekte zur Friedenserziehung, zum Schutz und zur Stärkung der Gemeinden durch. Diese richten sich besonders an Frauen und junge Erwachsene, insgesamt werden knapp 11.000 Personen unterstützt. Dazu gehören beispielsweise psychosoziale Begleitung, Weiterbildungen zur Aufklärung über Opferrechte oder die Bereitstellung von Startkapital für familiäre einkommensschaffende Maßnahmen. Kinder und Jugendliche werden zum Verbleib im Bildungssystem unterstützt und in Schulen wird ein Programm zum friedlichen Zusammenleben durchgeführt. Ergänzend dazu werden von Ernährungsunsicherheit betroffene Familien mit Zusatznahrung für Kleinkinder sowie der Verbesserung ihrer notdürftigen Wohnstätten unterstützt.

Außerdem werden in Workshops und Veranstaltungen Informationen zum Stand der Friedensver-handlungen bzw. zu dessen Umsetzung durchgeführt und die Auswirkungen der Ergebnisse sowie Möglichkeiten für eine praktische Umsetzung vor Ort diskutiert. Dabei geht es um die Abstimmung der Bedürfnisse und Prioritäten der verschiedenen ethnischen Gruppen sowie um die Etablierung von Allianzen, die den Friedensprozess in der Region fördern.

Unterstützung für indigene und afrokolumbianische Gemeinden

Ein Projekt der Diakonie Katastrophenhilfe in den Departements Cauca, Guaviare und Meta soll die grundlegenden Bedürfnisse der vom Konflikt betroffenen indigenen und afrokolumbianischen Gemeinden verbessern. Mehr als 3.400 Menschen, darunter Vertriebene, Rückkehrer oder besonders Bedürftige erhalten Nahrungsmittelhilfen und werden mit Dingen des täglichen Bedarfs, wie  beispielsweise Kochgeschirr und Hygieneartikeln, versorgt. Außerdem werden Wasserfilter und Wassertanks verteilt, um den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu sichern. Begleitet werden die Maßnahmen von Trainings zu Hygiene oder dem Umgang mit verseuchtem Wasser. Um vor allem Vertriebenen eine Lebensgrundlage und eine eigene Einkommensmöglichkeit zu schaffen, wird außerdem die landwirtschaftliche Produktion mittels Hühnerhaltung gefördert. Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden in psychologischem Selbstschutz und im Umgang mit Landminen und nicht explodierter Munition geschult.

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  • Mit 80 Euro kann eine Familie mit dringend benötigten Nahrungsmitteln versorgt werden.
  • 90 Euro reichen aus, um zehn Kinder unter fünf Jahren einen Monat lang mit zusätzlicher Milch zu versorgen.
  • 110 Euro sind ein wertvoller Beitrag, um den Opfern des Konfliktes mit psychologischer Beratung zur Seite zu stehen.

Infografik Kolumbien Inlandsvertriebene und Flüchtlinge

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Kolumbiens Krieg
Ein Dossier von Caritas International und Diakonie Katastrophenhilfe in Zusammenarbeit mit der Redaktion von Weltsichten.
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Mit 80 Euro kann eine Familie mit dringend benötigten Nahrungsmitteln versorgt werden.

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Edith Sokolowsky hilft Ihnen gerne weiter:
Tel.: +49 (0)30 65211-1190
E-Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.de

Die Diakonie Katastrophenhilfe...

...leistet seit 60 Jahren weltweit dort Hilfe, wo die Not am größten ist. Sie unterstützt Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

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