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Mindestens 750.000 Kinder in der Demokratischen Republik Kongo unter fünf Jahren gelten als mangelernährt. Foto: Eva Hinz 

Über dreckige Wasserstellen werden Durchfallerkrankungen und tödliche Krankheiten wie Cholera und Malaria ins Trinkwasser übertragen. Foto: Eva Hinz 

Viele vertriebene Familien stehen nach der Heimkehr in ihr Dorf in der Provinz Kasaï vor dem Nichts. Ihre Häuser sind abgebrannt, ihr Hab und Gut geplündert. Foto: Eva Hinz 

Damit sie ihre Häuser wieder aufbauen können, erhalten sie eine Grundkonstruktion, ein Dach sowie weiteres Baumaterial. Foto: Eva Hinz 

Demokratische Republik Kongo

Gewalt und Vertreibung schüren Hunger

In der Demokratischen Republik Kongo herrscht Hunger. Und der verbreitet sich in einem schwindelerregendem Tempo: Allein 2017 hat er um 30 Prozent zugenommen, inzwischen sind 7,7 Millionen Menschen von Nahrungsmittelknappheit betroffen. Und das in einem Land, an dem es nicht an Ressourcen mangelt. Nicht an Wasser, nicht an fruchtbarem Land. Der Hunger ist menschengemacht und die Folge von jahrelangem Krieg. Wir sind seit vielen Jahren vor Ort und setzen gemeinsam mit unseren Partnern für die häufig schutzlos ausgelieferten Menschen ein.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist das Land im Herzen von Afrika durch gewalttätige Konflikte geprägt. Immer wieder kommt es zu bewaffneten Konflikten, mehr als eine Million Menschen wurden intern vertrieben. Besonders instabil ist die Situation in der Region Nord-Kivu im Osten des Landes. Der Großteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, doch immer wieder werden Äcker zu Kriegsschauplätzen, Menschen müssen ihre Heimat verlassen.

„Mehr als 13 Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe!“
Guido Krauss, Leiter Länderbüro Diakonie Katastrophenhilfe in der DR Kongo

Auch in Süd-Kivu breitet sich immer mehr Gewalt aus. Splittergruppen des Militär und Rebellen bekämpfen sich, zusätzlich kommen tausende flüchtende Familien aus Burundi, die vor politischer Verfolgung Schutz jenseits der Grenze suchen. Die bitterarmen Menschen in Süd-Kivu nehmen die Flüchtenden auf – auch, wenn sie selbst nicht genug Essen haben um sich ausreichend zu ernähren.

Durch die angespannte gesamtpolitische Lage haben sich in den letzten Jahren auch in anderen Regionen des Landes gewalttätige Konflikte ausgebreitet. In vielen Provinzen verschlechtert sich die Situation der Menschen immer weiter. Auch in der friedlichen Provinz Kasaï, im zentralen Süden der DR Kongo gelegen, führten Konflikte zu einer humanitären Katastrophe. Seit 2016 eskaliert die Gewalt: Es kommt vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen lokalen Milizen, Kämpfen mit der kongolesischen Armee und Angriffe auf die Zivilbevölkerung die zu blutigen Massakern führten und viele Menschenleben kosteten. Dorfgemeinschaften und Lebensgrundlagen werden zerstört, immer wieder gibt es Übergriffe auf die Zivilbevölkerung. Hier hilft die Diakonie Katastrophenhilfe bei der Überlebenssicherung. Viele der Dorfbewohner mussten durch die Gewalteskalation fliehen, als sie zurückkamen, war alles zerstört.

„Wir haben Nahrungsmittelgutscheine an besonders bedürftige Familien verteilt“, berichtet Eva Hinz, Projektverantwortliche für die DR Kongo. „Damit wurde zunächst einmal das unmittelbare Überleben der Menschen gesichert.“

Um den Menschen neben der überlebenswichtigen Nahrung auch langfristig zu helfen, wurden Familien mit landwirtschaftlichem Werkzeug und Saatgut ausgestattet. 200 Familien, die ihr Zuhause verloren haben und vor ihren niedergebrannten Häusern standen, wurden mit Baumaterial versorgt.

Auch in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu hat die Diakonie Katastrophenhilfe in den vergangenen Jahren zusammen mit Partnerorganisationen vor Ort zahlreiche Nothilfe-Projekte umgesetzt. Auch in der Provinz Ituri ist die Lage dramatisch: Nicht einmal fünf Prozent der Bevölkerung hat Zugang zu sanitären Anlagen und Abwassersystemen. Dadurch werden häufig Krankheiten wie die tödliche Cholera in das Trinkwasser übertragen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit ein Projekt gestartet, welches den Zugang zu sauberem Trinkwasser und die hygienischen Bedingungen langfristig verbessern soll. Neue Latrinen und hygienisch gesicherte Trinkwasserversorgungen helfen, Krankheiten zu reduzieren.

Ein weiteres Projekt in Kasaï ist mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes in den Gebieten Demba und Dimbelenge gestartet. Die Hilfsmaßnahmen sind vielfältig: 2.500 besonders bedürftige Familien erhalten Bargeldhilfe, sogenannten CASH-Transfers, um ihre akuten überlebenswichtigen Grundbedarfe zu decken. Um sich selbst versorgen zu können, werden die Familien zudem mit Saatgut und landwirtschaftlichem Werkzeug ausgestattet. Außerdem werden an weitere 1.600 Vertriebenen-Familien, die aus verschiedenen Gründen kein Feld bewirtschaften können, Kleinvieh-Zuchttiere verteilt. Zur Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten der Begünstigten werden zudem zehn Schulungseinheiten zu Ernährung durchgeführt, wozu auch Kochvorführungen gehören.

Auch in diesem Projekt ist die Verhinderung einer erneuten Eskalation des Konflikts ein wichtiges Element: In einer weiteren Projektkomponente werden friedensstiftende Maßnahmen zwischen den Gemeinden durchgeführt. So werden beispielsweise 250 Friedensarbeiter in Mediation geschult und eine Sensibilisierungskampagne zur nachhaltigen Friedenssicherung durchgeführt.

So hilft Ihre Spende

  • 82 Euro Bargeldhilfe reichen aus, um den akuten, überlebenswichtigen Bedarf einer Familie zu decken.
  • Mit 25 Euro kann eine Familie mit einem Grundstock an Zuchttieren wir Hühner, Enten und Kaninchen versorgt werden
  • Mit 160 Euro kann das landwirtschaftliche Schulungsmaterial für ein Gemeinschaftsfeld finanziert werden. 
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82 Euro Bargeldhilfe helfen einer Familie, ihre akuten, überlebenswichtigen Bedarfe zu decken. 

25 Euro reichen aus, um eine Familie mit einem Grundstock an Zuchttieren wie Hühner, Enten und Kaninchen zu versorgen.

Mit 160 Euro kann das landwirtschaftliche Schulungsmaterial für ein Gemeinschaftsfeld finanziert werden. 

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Elisabeth Grün hilft Ihnen gerne weiter:
Tel.: +49 (0)30 65211-4711
E-Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.de

Die Diakonie Katastrophenhilfe...

...leistet seit 60 Jahren weltweit dort Hilfe, wo die Not am größten ist. Sie unterstützt Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

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