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Véronique Tshieba (40)

Véronique Tshieba ist Bäuerin und nimmt an der Ernährungsberatung teil. Sie lebt in Katende, hat mit ihrem Ehemann William Tuakagika (53) zehn Kinder. Von der Diakonie Katastrophenhilfe hat sie als Unterstützung bereits Bargeld bekommen ($45), Saatgut und landwirtschaftliche Geräte.

„Ich bin mit meiner Familie im September 2016 aus Katende geflohen, weil uns die Milizionäre und die kongolesischen Soldaten bedroht haben. Die Milizionäre von der Kamwina Nsapu waren schon länger in der Gegend. Schließlich kamen sie auch in unser Dorf und fingen an, die Bevölkerung anzugreifen und Häuser anzuzünden. Das war an einem Dienstag. Am folgenden Sonntag kam ein LKW mit Soldaten. Die Militärs kündigten an, dass sie von Haus zu Haus gehen würden, auf der Suche nach den Milizionären, weil die Mitglieder der Kamwina Nsapu die Soldaten töten würden. Da haben wir Angst bekommen und sind in den Wald geflohen.“

„Bei der Flucht haben wir ein bisschen Mais und Maismehl mitgenommen. Nachdem wir das aufgegessen hatten, haben wir dank der Solidarität anderer Vertriebener gelebt, die noch etwas Lebensmittel hatten und mit uns geteilt haben. Das ganze Dorf war ja im Busch, da haben wir in kleineren Gruppen zusammen gelebt. Wir waren sehr viele - zu viele, als dass ich sie hätte zählen können. Einige der Vertriebenen hatten ganz in der Nähe ihre Felder, von denen sie immer wieder Maniok geholt haben. Den haben sie gegrillt und uns etwas abgegeben. Manchmal haben wir auch die Blätter des Maniok gekocht.

Wir haben uns aus Moskitonetzen Zelte gebaut, in denen die Kinder geschlafen haben. Daneben haben wir Feuer angezündet. Wir Erwachsenen haben unter dem freien Himmel geschlafen. Die Kälte hat uns gequält, die Insekten haben uns zerstochen. Es war eine Stimmung, als wären wir alle in Trauer. Aber wir hatten Angst, in unser Dorf zurückzukehren. Angst, von den Soldaten oder von den Milizionären getötet zu werden.“

Véronique nimmt an einer Ernährungsberatung teil. Ernährungsgewohnheiten sollen verbessert werden, die Begünstigten lernen, sich ausgewogener zu ernähren. Gemeinsam mit anderen Frauen bereitet sie Maniok Blätter zu.  
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„Im Juli 2017 sind wir zurückgekommen, nach fast einem Jahr im Busch. Wir haben durch die Krise vieles verloren. Mein Lehmhaus war halb verfallen, weil wir uns zwischendurch nicht darum kümmern konnten. Und alles war gestohlen, sogar unsere Betten, Teller und Töpfe. Als ich das alles sah, war ich natürlich sehr niedergeschlagen. Gleichzeitig hatte ich Hoffnung. Ich habe mir gesagt, dass der Frieden eines Tages zurückkommen wird, und dass wir dann alles wieder aufbauen können.

Jetzt ist es tatsächlich wieder friedlich, aber unsere Lage ist immer noch schwierig. Wir haben nicht genug zu Essen und zu wenig Geld, um für unsere dringendsten Bedürfnisse aufzukommen. Im Moment kann ich zum Beispiel das Schulgeld für meine Kinder nicht bezahlen, sie sind deshalb zu Hause. Vor der Krise habe ich Geld verdient, indem ich Hühner oder Enten und Maniok verkaufte, aber zur Zeit habe ich nichts, was ich verkaufen kann. Wir leben dank der Unterstützung, die wir von der Diakonie bekommen haben. Wir haben etwas Bargeld gekriegt und davon Lebensmittel gekauft, von denen wir jetzt noch mit unseren Kindern essen. Wenn sie verbraucht sind, muss ich mich auf andere Weise durchschlagen. Ich transportiere Steine, und meine Kinder verdienen auch durch ähnliche Tätigkeiten etwas Geld. Außerdem habe ich ja das Saatgut ausgebracht, das ich bekommen habe. In einigen Wochen werde ich ernten können. Ich habe trotz aller Schwierigkeiten Hoffnung. Ich bin froh, dass es noch eine zweite Verteilung von Bargeld und Saatgut geben wird, das erwarten wir mit Ungeduld.“

Véronique zusammen mit ihrem jüngsten Sohn, ihrer Mutter und einer ihrer Töchter.  

„Ich träume davon, dass meine Kinder sich wieder besser kleiden können, und dass sie in die Schule gehen können. Wenn ich die nötigen Mittel habe, werde ich mir meinen Traum erfüllen können.“

Das Projekt der Diakonie Katastrophenhilfe in der DR Kongo wird unterstützt vom Auswärtigen Amt.

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