Zu den Inhalten springen

Lukusa Mushila Beno (52)

Lukusa ist Bauer und Krankenpfleger und lebt mit seiner Frau Bisuakufa Lukusa (44) in Katende. Um etwas dazu zu verdienen, repariert er auch Mopeds. Die beiden haben zehn Kinder. Von der Diakonie Katastrophenhilfe haben sie $45 Bargeld bekommen, Saatgut und landwirtschaftliche Geräte. Außerdem hat Lukusa Mushila an einer landwirtschaftlichen Schulung teilgenommen.

„Ich heiße Lukusa Mushila Beno. Ich bin Krankenpfleger und unterrichte, außerdem verdiene ich mit dem Reparieren von Motorrädern etwas Geld. Ich habe auch einige  Felder. Wir bauen Mais, Bohnen, Karotten und Maniok an, sogar Reis und Pistazien. Vor dem Krieg ging es mir und meiner Familie eigentlich ganz gut. Wir verdienten mit unseren verschiedenen Aktivitäten so viel, dass wir alle unsere Kinder zur Schule schicken konnten. Wir haben zehn Kinder, unser Ältester studiert schon in Kananga, der Hauptstadt unserer Provinz. Er studiert Pädagogik. Unsere älteste Tochter lebt auch in Kananga, sie ist 29 und lernt das Schneiderhandwerk. Unser Drittältester macht hier in Katende eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Nur unsere beiden Jüngsten sind noch nicht in der Schule, sie sind erst zwei und drei Jahre alt.“

Hilfe für Bisuakufa und ihre Familie

Im Film erzählt die 44-jährige Bisuakufa, Ehefrau von Lukusa, über die Situation der Familie und die Hilfe der Diakonie Katatsrophenhilfe.

Länge: 1:09 min | Datum: 13.07.2018

Video versenden

Video in Ihre Website einbinden

„Durch die Krise haben wir alles verloren, was wir hatten. Sogar eins unserer vier Lehmhäuser ist zusammengebrochen, weil wir uns nicht darum kümmern konnten, während wir uns im Busch versteckt haben. Sie sehen ja die Ruine mit dem eingefallenen Strohdach hier auf unserem Grundstück. Wir hatten damals keine andere Wahl, als in den Busch zu fliehen. Wir sahen die Milizionäre durch unser Dorf gehen, bewaffnet mit Stöcken, Messern und Macheten. Sie suchten regelrecht nach Menschen, und wir hatten ja keine Waffen, mit denen wir uns hätten verteidigen können. Also haben wir uns unsere Kinder geschnappt und sind in den Busch geflohen, zusammen der gesamten Bevölkerung unseres Dorfes. Wir hatten alle Todesangst.

Das Leben im Busch war hart. Wir hatten keinen Unterschlupf, keine Seife, kein Salz. Wir waren in einer solchen Panik losgerannt, dass wir nichts mitgenommen haben. Im Busch haben wir uns aus Palmblättern so etwas wie Hütten gebaut, um wenigstens die Kinder und deren Mütter vor Regen und Sonne ein bisschen zu schützen. Gegessen haben wir Maniok, den wir auf den Feldern fanden, ohne Beilagen und ohne Gewürze. Wir sind mehrfach geflohen, weil wir zwischendurch immer mal wieder ins Dorf zurückgekehrt sind, in der Hoffnung, dass sich die Lage beruhigt hätte. Aber die Milizionäre oder die Soldaten haben uns immer wieder bedroht, so dass wir jedes Mal wieder in unsere Verstecke zurückgekehrt sind. Das ging fast das gesamte vergangene Jahr so. Viele Menschen sind gestorben, andere sind schwer krank geworden. Es war sehr hart.“

Lukusa Mushila Beno repariert Mopeds, um das Einkommen der etwas aufzubessern. Einer seiner Söhne hilft ihm dabei.
  

„Im vergangenen September sind wir endgültig aus dem Busch zurückgekommen. Alles, was wir zurückgelassen hatten, war weg: unsere Tiere und unsere Haushaltsgerätschaften. Und unsere Ernte war auch nicht gut. Wir sind während unserer Flucht viel zu selten zu unseren Feldern gegangen, um uns vernünftig darum kümmern zu können. Deshalb haben wir fast nichts geerntet. Trotzdem haben wir nach unserer Rückkehr einige andere Vertriebene aufgenommen, insgesamt fünf Menschen. Mein Onkel und ein Freund hatten sie zu mir geschickt. Wir hatten zwar auch nichts, außer einem Dach über dem Kopf, aber wir konnten die Menschen in ihrer Not doch nicht alleine lassen. Natürlich wurde unsere Lage dadurch noch schwieriger, wir mussten ja jetzt irgendwie noch fünf weitere Esser versorgen. Wir teilten das Wenige, das wir hatten, und meist gingen alle hungrig schlafen.“

Bisuakufa Lukusa (44), die Ehefrau von Lukusa Mushila Beno, zusammen mit den gemeinsamen Kindern. Während der Unruhen musste die ganze Familie vor den Milizen fliehen.  

„Inzwischen geht es uns etwas besser. Wir haben nur von der Diakonie Katastrophenhilfe Unterstützung bekommen, als erstes Bargeld, $ 45. Außerdem Saatgut: Mais, Bohnen, Amaranth, Auberginen. Und landwirtschaftliches Werkzeug: Spaten, Hacken und Rechen, damit wir unsere Felder bestellen können. Das hat vieles verändert, denn wir hoffen, dass wir von allem, was wir jetzt säen und anpflanzen, etwas für unsere Familie ernten werden. Wir können außerdem an landwirtschaftlichen Schulungen teilnehmen, das wird uns bestimmt dabei helfen, unseren Ertrag zu erhöhen. Wenn wir viel produzieren, können sich die Menschen wieder sattessen. Und sie werden weniger krank sein. Etwas müssen wir uns allerdings gedulden, denn wir warten erst noch auf unsere erste Ernte. Dann werden wir sehen, wie viel es ist, und ob das für unsere Familie reicht. Weil die Hoffnung am Leben hält, bin ich immer optimistisch. Wir werden in Zukunft schon klarkommen, dank Ihrer Hilfe.“

Das Projekt der Diakonie Katastrophenhilfe in der DR Kongo wird unterstützt vom Auswärtigen Amt.

  • © 2018 Diakonie Katastrophenhilfe.
  • Tel.: 030 65211-0.
  • Kontakt.
  • Anfahrt.
  • .
Ihre Spende an die Diakonie Katastrophenhilfe können Sie von der Steuer absetzen. Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. ist unter der Steuernummer 27/027/37515 als gemeinnützige Organisation anerkannt und von der Körperschaftssteuer befreit.