Die Gesamteinnahmen der Diakonie Katastrophenhilfe haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Die erhebliche Zunahme bei den Spendeneinnahmen (plus 460 Prozent) gegenüber dem Vorjahr ist eine Folge des hohen Spendenzuflusses für die Opfer der beiden Naturkatastrophen in Haiti und Pakistan. Für Dauerkonflikte und "vergessene Katastrophen" wie in Somalia, in der Demokratischen Republik Kongo, im Tschad oder auch im Sudan wurde leider kaum gespendet. Die allgemeinen, ungebundenen Spendeneinnahmen lagen mit 9,2 Millionen Euro deutlich höher als im Vorjahr (3,8 Millionen Euro).
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Traditionell erhält die Diakonie Katastrophenhilfe Spendenmittel von ihrer Schwesterorganisation "Brot für die Welt", um insbesondere bei vergessenen Katastrophen und bei Rehabilitations- und Wiederaufbaumaßnahmen handlungsfähig zu sein. Die Zuwendung lag 2010 mit 3,5 Millionen Euro um 17 Prozent höher als im Vorjahr (3 Millionen Euro), insbesondere aufgrund von Sonderzuweisungen von "Brot für die Welt".
Gesamtaufwendungen
Die Gesamtaufwendungen der Diakonie Katastrophenhilfe waren 2010 mit 35,5 Millionen Euro um 26 Prozent höher als im Vorjahr (28,8 Millionen). Die satzungsgemäßen Aufwendungen für Hilfsprojekte, Projektbegleitung und Öffentlichkeitsarbeit betrugen 2010 32,1 Millionen Euro (Vorjahr 26,8 Millionen Euro) und somit 90,4 Prozent der Gesamtausgaben (Vorjahr 93,2 Prozent). Die Aufwendungen für Werbung und Verwaltung stiegen um 75,2 Prozent, insbesondere aufgrund vermehrter Werbemaßnahmen und erhöhter Aufwendungen für die Spendenbuchhaltung aufgrund des stark angestiegenen Spendenzuflusses nach den beiden Naturkatastrophen in Haiti und Pakistan.
Projektausgaben
Die Ausgaben für die Projektförderung sind aufgrund des hohen Spendenzuflusses gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Millionen Euro beziehungsweise 18,7 Prozent gestiegen. Die kontinentale Schwerpunktsetzung veränderte sich 2010 aufgrund der Erdbebenkatastrophen in Haiti zu Beginn des Jahres deutlich zugunsten Lateinamerikas (36,6 Prozent, Vorjahr 14,9 Prozent). Afrika, das traditionell und entsprechend der strategischen Ausrichtung der Diakonie Katastrophenhilfe einen großen Anteil am Projektvolumen hat, musste demzufolge in 2010 deutliche prozentuale Rückgänge auf 33,8 Prozent (Vorjahr 50,9 Prozent) hinnehmen, wobei der betragsmäßige Rückgang nur 20 Prozent betrug. Das Auszahlungsvolumen in Asien ist insgesamt leicht angestiegen und im prozentualen Anteil leicht von 27,9 Prozent auf 24,8 Prozent gesunken. Im Kontinentalbereich Asien spielen die Auszahlungen für Pakistan mit einem Anteil von 53 Prozent (3,9 Mio. Euro) eine dominierende Rolle.
Drittmittel
Das von der Bundesregierung mit öffentlichen Mitteln geförderte Projektvolumen lag 2010 mit 10,2 Millionen Euro exakt auf Höhe des Vorjahres. Mit Abstand größtes Empfängerland der Zuwendungen des Auswärtigen Amtes war Somalia mit 1,3 Millionen Euro, gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo (760.000 Euro). Für Humanitäre Hilfe nach den beiden Großkatastrophen in Haiti und Pakistan haben wir vom Auswärtigen Amt 285.000 Euro beziehungsweise 480.000 Euro erhalten. Schwerpunkt der Förderungen durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) waren ebenfalls Pakistan (1,2 Millionen Euro, davon 766.000 Euro für Fluthilfe), Somalia (1,1 Millionen Euro) sowie Haiti (765.000 Euro, ausschließlich für die Erdbebenhilfe). Außerdem wurden vom BMZ Projekte in Simbabwe, dem Sudan, Kolumbien, Mosambik und Uganda finanziell unterstützt. Die Mittel der EU (ECHO, European Commission Humanitarian Office/Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission) sind im Berichtszeitraum praktisch unverändert geblieben. Von ECHO wurden Projekte in Kolumbien (638.000 Euro) und in der Demokratischen Republik Kongo (508.000 Euro) gefördert.
Durch die Zuschüsse der Bundesregierung und der EU konnte im Jahr 2010 die Durchführung wichtiger Projekte in Afrika, Asien und Zentral- beziehungsweise Lateinamerika gewährleistet werden. Wichtige weitere Zuschussgeber waren das Bündnis ACT Alliance (Action by Churches Together), über das wir 1,2 Millionen Euro für die Flutopfer in Pakistan erhalten haben, die Diakonie Auslandshilfe Österreich beziehungsweise die Stiftung Nachbarn in Not, die uns 800.000 Euro für Erdbebenprojekte in Haiti und 400.000 Euro für Fluthilfe in Pakistan zur Verfügung gestellt haben, und der Deutsche Caritasverband. Mit allen genannten Organisationen arbeiten wir seit vielen Jahren gut zusammen.
Weitere Zuwendungen und Projektkooperationsmittel erhielten wir unter anderem von der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und von unserer Schwesterorganisation "Brot für die Welt".

Downloads: Auszug aus dem Jahresbericht
> Weltweite Hilfe in Zahlen (PDF, 121 KB)
> Bilanz 2010 (PDF, 88 KB)
> Jahresrechnung 2010 (PDF, 177 KB)
zuletzt aktualisiert: 07.07.2011
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