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Internationale Ebola-Konferenz in Brüssel:

„Jetzt in Frühwarnsysteme investieren“

Brüssel/Berlin, 03.03.2015Aus Anlass der heutigen Internationalen Ebola –Konferenz in Brüssel (High-Level International Conference on Ebola) rät die Diakonie Katastrophenhilfe jetzt verstärkt in Seuchenvorsorge und medizinische Grundversorgung zu investieren. Die Anzahl der Neuinfektionen von Ebola geht zwar deutlich zurück – und dennoch gab es in der letzten Woche 99 Fälle in Guinea, Sierra Leone und Liberia. Das zeigt, wie fragil die Situation in den drei am stärksten von der Epidemie betroffenen Ländern noch immer ist. Langfristig müssen die lokalen Gesundheitssysteme gestärkt werden, die verbesserte Infektionskontrolle und effektive Frühwarnsysteme brauchen, damit bei einem erneuten Ausbruch der Seuche schneller reagiert werden kann. Außerdem ist es unerlässlich, die Basisgesundheitsversorgung gerade in ländlichen Gebieten nachhaltig zu stärken.

„Hier ist noch viel Arbeit zu leisten, damit alle Gesundheitseinrichtungen, so ausgerüstet sind, dass die Mitarbeitenden dort sicher arbeiten und Verdachtsfälle einer Ebola-Infektion schnell erkannt und isoliert werden können“, sagt Dr. Gisela Schneider, Direktorin des Deutschen Institut für Ärztliche Mission (Difäm), die als Expertin für die evangelischen Hilfswerke Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe in den vergangenen Monaten in Liberia und Sierra Leone lokale Partner unterstützt hat. „Die Anstrengungen, die Epidemie vollends unter Kontrolle zu bringen, müssen weiterlaufen. Aber nun geht es vor allem auch darum, in die lokalen Gesundheitssysteme zu investieren. Es geht um die vielen kleinen Gesundheitszentren und Krankenhäuser, die jetzt wieder öffnen.“

Die Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt haben mit dem Difäm in den letzten Monaten vor allem in Liberia und Sierra Leone, Projekte im Wert von über sieben Millionen Euro zusammen mit lokalen Gesundheitsnetzwerken umgesetzt. Dabei ging es darum, die Menschen vor Ort im Kampf gegen Ebola zu stärken und über die kirchlichen Gesundheitseinrichtungen eine Basisversorgung aufrechtzuerhalten. Jetzt unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit dem Difäm Gesundheitseinrichtungen darin ihr Basissortiment an Medikamenten wieder aufzubauen und geeignete Systeme zur Seuchenkontrolle einzuführen.


Ein nationales Gesundheitssystem liegt immer in der Verantwortung der nationalen Regierung. Insofern begrüßt es Gisela Schneider, dass die Europäische Union die Konferenz in Brüssel gemeinsam mit den Regierungschefs aus Sierra Leone, Guinea und Liberia ausrichtet und u.a. Vertreter von Afrikanischer Union, Vereinten Nationen und der Zivilgesellschaft dort teilnehmen. „Die Infektionskontrolle im Gesundheitswesen muss als Teil der Seuchenvorsorge so aufgebaut werden, dass sie auch über einen längeren Zeitraum vorgehalten werden kann. Das wird nicht nur dafür sorgen, dass Menschen vor Ebola-Infektionen geschützt sind, sondern dass insgesamt die Qualität der Gesundheitsversorgung steigt. Aber auch Wasserversorgung und Sanitäranlagen müssen verbessert werden. Denn Händewaschen kann nur, wer Wasser und Seife hat.“

Pressekontakt:
Dr. Gisela Schneider ist für Rückfragen und Interviews heute unter +49 15114962709 erreichbar

Anne Dreyer, Tel.: 030 65211 4430,
anne.dreyer@diakonie-katastrophenhilfe.de

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