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Ausgehungert und traumatisiert

Diakonie Katastrophenhilfe versorgt Kriegsopfer aus Homs

Homs/Berlin, 21.02.2014Die Diakonie Katastrophenhilfe versorgt durch eine Partnerorganisation unterernährte Menschen, die aus der seit 18 Monaten belagerten Stadt Homs fliehen konnten. Ein brüchiger Waffenstillstand hatte die Evakuierung von mehr als 1.000 Menschen aus der von der Versorgung abgeschnittenen Stadt ermöglicht. Die Geflüchteten erhalten in Syrien unter anderem Nahrung, Decken, Hygieneartikel, Kochutensilien und Kleidung.

„Die Kleidung, die wir hier austeilen, ist eigentlich Kleidung für Kinder und Jugendliche, aber die unterernährten Erwachsenen sind so dünn, dass nur sie ihnen passt“, sagt ein Mitarbeiter der Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe. Die Arbeit im Bürgerkriegsland ist auch für den Helfer so gefährlich, dass sein Name nicht genannt werden kann. Er und sein Team helfen den Evakuierten unter anderem bei der Suche nach Familienmitgliedern. Sie richteten eine Notunterkunft ein und bieten den oft traumatisierten, kranken und teilweise verwundeten Geflüchteten psychosoziale Unterstützung an.

Die 23-jährige Dima ist eine, die davon profitiert. Über das Leben im belagerten Homs sagt sie: „Als die Schlachten in unserem Viertel begannen, hielt ich es für eine Sache von Tagen, aber jetzt sind 600 Tage vergangen und es war kein Ende in Sicht. Ein Kilo Reis kostete 10.000 Syrische Pfund (50 Euro), ein Kilo Zucker 8.000 Syrische Pfund (40 Euro). Die Leute haben sich gegenseitig bestohlen.“ Nach unbestätigten Berichten sind in Homs bereits mehrere Menschen verhungert.

„Die Berichte aus Homs sind fürchterlich und der Krieg geht ins dritte Jahr. Wir brauchen mindestens einen neuen, verlässlichen Waffenstillstand, damit weitere Menschen aus den belagerten und schwer umkämpften Städten fliehen können und die Eingeschlossen mit dringend benötigten Hilfslieferungen versorgt werden können“, verlangt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Generell muss der dauerhafte humanitäre Zugang zu allen Zivilisten ein zentrales Verhandlungsthema werden.“

Das evangelische Hilfswerk unterstützt zusammen mit Organisationen des weltweiten kirchlichen Netzwerks ACT Alliance und weiteren Partnern in Syrien und den Nachbarländern Menschen, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind. Mit 7,3 Millionen Euro konnten bislang rund 400.000 Menschen unterstützt werden. Cornelia Füllkrug-Weitzel: „Der Bedarf nach humanitärer Hilfe steigt mit jedem weiteren Kriegstag. Deshalb sind wir dringend auf weitere Spenden angewiesen.“

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