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Hungerkrise droht im Sahel

Evangelisches Hilfswerk hat Hilfsprojekte im Niger ausgeweitet

Stuttgart, 05.12.2011Während im ostafrikanischen Dürregebiet noch Millionen hungern, droht im Westen des Kontinents eine weitere Hungerkrise. Beobachter warnen vor einer Hungersnot im Sahel. Schon jetzt sind in Niger rund eine Million Menschen von Nahrungsmittelhilfe abhängig. Die Diakonie Katastrophenhilfe, die schon seit Jahren in dem immer wieder von Dürren betroffenen Land tätig ist, hat jetzt ihre Hilfe ausgeweitet und ruft dringend zur Unterstützung der Notleidenden auf.

Das evangelische Hilfswerk unterstützt Kleinbauern mit Nahrungsmitteln, Saatgut, landwirtschaftlichem Gerät und Beratung. „Es geht jetzt darum, zu verhindern, dass die Männer die Dörfer auf der Suche nach Verdienstmöglichkeiten verlassen“, erläuterte Martin Kessler, Leiter der Programmabteilung der Diakonie Katastrophenhilfe. „Für uns ist es wichtig, rechtzeitig auf die Notlage der Menschen zu reagieren“, fügte er hinzu. Es gehe jetzt darum, eine sich ausweitende Hungerkatastrophe in der Region zu verhindern.

Die Mehrheit der Bevölkerung im Sahel lebt von der Landwirtschaft. In den vergangenen Monaten sind die erwarteten Regenfälle in vielen Regionen ausgeblieben. Kessler verwies darauf, dass die zunehmenden Dürreperioden auch eine Folge des Klimawandels sind. „Während in Ländern wie Niger die Menschen deshalb Hunger leiden, kann sich die internationale Staatengemeinschaft bei der Klimakonferenz in Durban nicht einmal auf die einfachsten Regeln zur Begrenzung der Erderwärmung einigen“, kritisierte Kessler.

Strukturelle Defizite, steigende Nahrungsmittelpreise und die ausbleibenden Geldsendungen der 250.000 zurückgekehrten Arbeitsmigranten aus Libyen haben die Lage verschärft. Deshalb können sich viele arme Familien schon jetzt nicht mehr genügend Nahrungsmittel leisten.

Die Regierung des Niger hat angesichts der Notlage offiziell eine Hungerkrise ausgerufen. Nach UN-Angaben fehlen mehr als 500.000 Tonnen Getreide. Insgesamt gelten 225.000 Kinder als unterernährt. Bisher hat die Diakonie Katastrophenhilfe in ihren Projekten ein Krankenhaus zur Behandlung unterernährter Kinder unterstützt, Nahrungsmittel verteilt, Kurse zur Ernährungssicherung für Kleinbauern und Fortbildungen zu Anbautechniken im Zuge der Klimaveränderung veranstaltet sowie Saatgut verteilt.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Unterstützung für ihre Arbeit unter dem Stichwort „Hungerhilfe Sahel“:

Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70 oder online hier.

Caritas international: Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00 oder www.caritas-international.de/

Für Rückfragen: Rainer Lang, 0711 2159-147 oder 0174 313 56 51

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