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Klimapolitik: Recht auf Überleben armer Inselstaaten sichern

Der Pazifische Kirchenrat und evangelische Hilfswerke appellieren an EU

Brüssel, 11.05.2010Der Pazifische Kirchenrat (PCC) und die evangelischen Hilfswerke „Brot für die Welt“ und Diakonie Katastrophenhilfe appellieren an die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten, nun rasch das EU-Reduktionsziel für 2020 von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen. „Wenn die in der Abschlusserklärung des Klimagipfels in Kopenhagen, im so genannten Kopenhagen Akkord, Ende 2009 von Industrie- und Schwellenländern zugesagten Emissionsminderungsziele nicht nachgebessert werden, wird die globale Erwärmung auf mindestens drei bis vier Grad Celsius ansteigen“, warnte Thomas Hirsch, Klimaexperte von „Brot für die Welt“, am Montagabend, 10. Mai, in Brüssel.

Damit wären zahlreiche Inseln, Inselstaaten und niedrig liegende Küstengebiete dem Untergang geweiht und müssten mehrere Millionen Menschen umgesiedelt werden. „Noch ist es jedoch nicht zu spät“, so Hirsch. Der Kirchenrat und die Hilfswerke fordern, dass die in Kopenhagen zugesagten Finanzhilfen rasch fließen und vor allem zur Risikovorsorge für besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen eingesetzt werden sollten. Außerdem solle die EU gemeinsam mit den besonders betroffenen Staaten die Initiative ergreifen und langfristige Lösungen für klimabedingte Migration finden. So könne Europa wieder zum internationalen Vorreiter in der Klimapolitik werden und zukunftsweisende Allianzen mit vielen Entwicklungsländern bilden.

„Unser Recht auf Überleben ist massiv gefährdet. Aber noch lassen sich der Untergang dutzender Inselkulturen und die wahrscheinlich größte Migrationswelle in der Menschheitsgeschichte vermeiden“, betonte Fei Tevi, Generalsekretär der Pazifischen Kirchenkonferenz mit Mitgliedskirchen in 17 pazifischen Staaten. Nach dem Scheitern von Kopenhagen und dem ermutigenden Petersberger Ministertreffen in Deutschland würden sich nun die Erwartungen der hundert besonders verletzbaren Staaten ganz auf Brüssel richten. „Mit einer Erhöhung des EU-Klimaschutzzieles auf 30% Emissionsminderung bis 2020 sowie verbesserten Hilfen für die betroffenen Länder hat es die EU in der Hand, wieder Schwung in die Klimaverhandlungen zu bringen und die Unterstützung vieler Entwicklungsländer zu gewinnen“, so Tevi weiter.

„Die überfällige Erhöhung der EU-Emissionsminderungsziele auf 30% kostet wenig und bietet Europa die Chance, international endlich wieder aus den derzeitig negativen Schlagzeilen heraus zu kommen“, so Thomas Hirsch, Klimaexperte von „Brot für die Welt“. Auch die Unterstützung der Entwicklungsländer bei Klimaschutz, Anpassung und Bewältigung klimabedingter Migration würden sich langfristig auszahlen: „Jeder Euro, der heute in Entwicklungsländern in die Prävention der Klimakatastrophe investiert wird, erspart bis zu sieben Euro an Folgekosten. Hinzu kommt die Vermeidung unendlichen menschlichen Leids sowie der beträchtliche Motivationsschub, den unsere Unterstützung auslösen wird“, so Hirsch weiter. So könne man schließlich auch die USA, China und andere unter Zugzwang setzen.

Für Rückfragen: Thomas Hirsch: 0049 172 625 92 07, E-Mail: t.hirsch@brot-fuer-die-welt.de oder Rainer Lang: 0049 174 313 56 51

Diese Pressemitteilung wurde ausschließlich an Brüsseler Medien verschickt

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