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Humanitäre Katastrophe im Kongo nicht abhaken

DIAKONIE KATASTROPHENHILFE VERZEICHNET RÜCKGANG BEI SPENDEN IN 2009

Stuttgart, 07.07.2010Die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, hat davor gewarnt, die humanitäre Krise im Kongo „abzuhaken“. Sie kritisierte, dass alle ihr Stück vom reichhaltigen Ressourcen-Kuchen wollten. Sie hat gerade Projekte im Ostkongo besucht, wo sich ihrer Einschätzung nach eine der größten humanitären Katastrophen der Welt abspielt. Dagegen zeigte sie sich bei der Präsentation der Jahresbilanz 2009 in Stuttgart zufrieden mit dem Wiederaufbau im Süden Haitis, über den die Leiterin des Büros des evangelischen Hilfswerks in Haiti, Astrid Nissen, berichtete.

Die Demokratische Republik Kongo verfüge über überragende Vorkommen an Gold, Silber, Diamanten, Zinn, Coltan, Kupfer, Erdöl, Erdgas oder Holz. „Dieser Reichtum ist ihr Fluch“, sagte Füllkrug-Weitzel. „Dörfer mitsamt ihren Bewohnern werden darum immer noch niedergebrannt, Dorf- und Gemeinschaftsführer gezielt massakriert, Frauen massenhaft vergewaltigt“, schilderte sie ihre Eindrücke aus dem Ostkongo, wo die Diakonie Katastrophenhilfe auch Opfern sexueller Gewalt sowie den Betroffenen vom Bürgerkrieg hilft.
Füllkrug-Weitzel forderte, die begonnene und von der internationalen Gemeinschaft unterstützte Reform des Sicherheitssektors voranzutreiben. Dazu gehöre, Angehörige der Streitkräfte flächendeckend in humanitärem Völkerrecht zu schulen und Zuwiderhandlungen zu ahnden. „Die Kultur der Straflosigkeit muss durchbrochen werden“, betonte die Theologin. Sie rief dazu auf, solche „vergessenen Katastrophen“ in Krisenregionen wie im Kongo, Somalia oder Sudan stärker durch Spenden zu unterstützen. Gespendet werde jedoch vor allem bei Naturkatastrophen, was das Erdbeben in Haiti gezeigt habe. Bislang sind dafür rund 15,6 Millionen Euro an Spenden eingegangen.
Dagegen seien im gesamten Jahr 2009, in dem es glücklicherweise kaum Naturkatastrophen gegeben habe, insgesamt rund 6,6 Millionen Euro an Spenden eingegangen. Diese waren knapp 28 Prozent niedriger als 2008 mit 9,2 Millionen. Mit Ausnahme der Stürme in den Philippinen und des Erdbebens in Indonesien hat es kaum medienwirksame Katastrophen gegeben. Die Ausgaben für Projektförderung beliefen sich 2009 auf 24,5 Millionen Euro, sechs Prozent weniger als 2008.

Astrid Nissen erläuterte, dass schon mehr als 130 neue Häuser in Jacmel und Bainet fertig gestellt worden sind. Daneben werde Hilfe im medizinischen Bereich sowie im landwirtschaftlichen Sektor zur Ernährungssicherung geleistet. Vor wenigen Tagen ist der zweite Schutzbau im Falle von Sturm und Überflutung in Bainet eingeweiht worden. „Dies ist gerade jetzt wichtig in der Hurrikansaison, da noch viele Menschen in Zelten leben, die bei schweren Stürmen und Fluten nicht ausreichend Schutz bieten“.
Für Rückfragen: Rainer Lang, Telefon: 0174-313 56 51

Den Jahresbericht, Texte, Fotos und O-Töne finden Sie in der digitalen Pressemappe zur Bilanz-Pressekonferenz 2010 hier.

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