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Haiti: Medikamente und Ärzte fehlen

Büro der Diakonie Katastrophenhilfe Notunterkunft für Teammitglieder

Stuttgart, 15.01.2010Nach bangen Stunden des Wartens ist es den Mitarbeitern der Diakonie Katastrophenhilfe in Deutschland vor kurzem gelungen, den Kontakt zum Büro des evangelischen Hilfswerks in Haitis weitgehend zerstörter Hauptstadt Port-au-Prince wiederherzustellen. Die Arbeit gestaltet sich nach Angaben der Leiterin des Büros, Astrid Nissen, äußerst schwierig. Die meisten der 26 Mitglieder des Teams haben Familienangehörige verloren. Ihre Häuser sind zerstört. Das Büro der Diakonie Katastrophenhilfe ist deshalb auch zur Notunterkunft für Teammitglieder und ihre Angehörigen geworden.

„Die Stadt Port-au-Prince, wie wir sie kennen, hat nach dem Erdbeben aufgehört zu existieren“, sagt Astrid Nissen. Ihr Kollege Tommy Ramm, der vor wenigen Stunden aus Kolumbien in Haiti eingetroffen ist, zeigte sich am Telefon schockiert über die Lage. „Immer noch strömen die Überlebenden durch die Straßen auf der Suche nach Hilfe, schwer traumatisiert“, berichtet er. Verwesungsgeruch liegt über der Stadt. Überlebende suchen nach ihren Angehörigen. Dringend nötig ist die Versorgung der Überlebenden mit Trinkwasser und Lebensmitteln. Die Verzweiflung der Menschen nimmt zu. Auch im Büro der Diakonie Katastrophenhilfe gehen den dort Untergebrachten Trinkwasser und Nahrungsmittel aus. Sehr schwierig ist nach Angaben Ramms die Situation der Verletzten. „Es gibt weder genügend Medikamente noch ausreichend Ärzte. Viele der Verletzten müssen unter freiem Himmel versorgt werden.“ Läden und Supermärkte, die nicht zerstört wurden, bleiben aus Angst vor Plünderungen geschlossen, so Ramm.

Zwar konnte nach Angaben von Nissen die Arbeit nur eingeschränkt wieder aufgenommen werden. Aber jeder, der nach dem traumatischen Erlebnis dazu in der Lage ist, beteiligt sich daran, eine Hilfsstruktur aufzubauen mit den lokalen Partnerorganisationen und den internationalen Partnern im globalen kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT (Kirchen helfen gemeinsam) sowie mit weiteren Hilfsorganisationen. Gemeinsam mit Caritas international schickt die Diakonie Katastrophenhilfe am Montag ein Flugzeug mit Hilfsgütern nach Port-au-Prince. Darunter sind Medikamente für 80.000 Menschen, Decken sowie Plastikplanen.

Es geht darum, Hilfsgüter, die ins Land kommen, schnellstmöglich und professionell zu verteilen. Diese Verteilung wird in großem Maße von den Organisationen vor Ort getragen. Die dringend benötigte Nothilfe hat Astrid Nissen nur als den ersten Schritt bezeichnet. Ebenso wichtig sei der zweite Schritt, die Wiederaufbauphase, in der sich die Diakonie Katastrophenhilfe engagieren will. Schlechte Nachrichten kommen auch aus dem Projektgebiet der Diakonie Katastrophenhilfe im Südosten des Landes. Von dort berichten Mitarbeiter von schweren Zerstörungen, vor allem aus der Stadt Jacmel.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden.

Diakonie Katastrophenhilfe:
- Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70, Kennwort: „Erdbebenhilfe Haiti
- online: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/haiti
- Per SMS: Spender können an die 8 11 90 eine SMS mit dem Stichwort BEBEN schicken. Von der Mobilfunk-Rechnung werden dann 5 Euro abgebucht.

Caritas international: Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00 oder
www.caritas-international.de

Für Rückfragen: Rainer Lang, Telefon: 0711/2159147 oder 0174/3135651

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