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Ein vernachlässigtes Land

Hilfe in Haiti braucht einen langen Atem

Stuttgart, 27.12.2010Die Direktorin der Diakonie-Katastrophenhilfe, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel hat zu einem langen Atem beim Wiederaufbau in Haiti aufgerufen. Nach ihrem Besuch in dem karibischen Inselstaat erinnerte sie zum Jahresende nochmals daran, dass nach dem Erdbeben vor elf Monaten, dem Hurrikan Thomas und der derzeit grassierenden Cholera die Lage weiter dramatisch sei. Haiti habe mit riesigen Problemen zu kämpfen. Selten habe sie so eine extrem arme Bevölkerung gesehen, sagte die Theologin.

60 Prozent der Bevölkerung habe keinen Zugang zu sauberem Wasser, 90 Prozent keinen Zugang zu einem einigermaßen funktionierenden Gesundheitswesen. Letzteres sei praktisch auf die Hauptstadt begrenzt. Und auch die sonstige Infrastruktur sei katastrophal, erläuterte Füllkrug-Weitzel. Die Weltgemeinschaft habe Haiti über Jahrzehnte vernachlässigt und ignoriert. Das bisher zugesagte Geld für das arme Land reiche vielleicht gerade einmal, den Zustand wieder herzustellen, der vor dem Erdbeben im Januar 2010 herrschte. Für eine Entwicklung des Landes, wie sich das viele vorstellten, reiche das Geld aber nicht.

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat nach Angaben von Füllkrug-Weitzel bisher acht Millionen Euro an Spendengeldern für den Wiederaufbau in Haiti ausgegeben. Anders als andere Hilfsorganisationen habe man auf den Aufbau von Übergangscamps verzichtet und in der Stadt Jacmel sofort erdbebensichere und sturmfeste Häuser gebaut. Bisher sind 450 Häuser fertig. Der Aufbau weiterer 800 Häuser sei für die nächsten Wochen und Monate geplant.

Die aktuell veröffentlichten Cholerazahlen hält Füllkrug-Weitzel für zu niedrig. Die Krankheit sei ein „gigantisches Problem“ für das Land. Ärzteorganisationen berichteten, dass hunderte Menschen, die an der Durchfallerkrankung litten, sich auf den Weg in die Hauptstadt machten, weil es auf dem Land keine Behandlungsmöglichkeiten gebe. Doch viele von ihnen würden vor ihrer Ankunft in der Klinik sterben und verbreiteten die Cholera unablässig weiter.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden:
- Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70, Kennwort: „Erdbebenhilfe Haiti
- online: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/haiti
- Per SMS: Spender können an die 8 11 90 eine SMS mit dem Stichwort BEBEN schicken. Von der Mobilfunk-Rechnung werden dann 5 Euro abgebucht.
Für Rückfragen: Rainer Lang, 0711 2159-147 oder 0174 313 56 51

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