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Tag der Humanitären Hilfe: Gefahr für Helfer wächst

Sicherheitsberater von Partner der Diakonie Katastrophenhilfe in Somalia tot

Stuttgart, 17.08.2009Nach der Ermordung des Sicherheitsberaters einer lokalen Partnerorganisation in Somalia hat die Diakonie Katastrophenhilfe auf die zunehmende Gefahr für Helfer weltweit hingewiesen. Ein Sicherheitsexperte der lokalen Partnerorganisation Daryeel Bulsho Guud (DBG) – Unterstützung für alle – ist am Sonntagabend vor seinem Haus am Rande von Mogadischu von maskierten Angreifern erschossen worden. Volker Gerdesmeier, Leiter der Programmabteilung des evangelischen Hilfswerks, forderte anlässlich des Tags der Humanitären Hilfe am 19. August, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten, um Helfer und auch Hilfsbedürftige besser zu schützen.

Die Lage in Somalia ist nach Angaben der Diakonie Katastrophenhilfe dramatisch. Dort herrscht seit zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg, mehr als 3,2 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Im Land herrscht trotz der Installation einer Übergangsregierung weiterhin Chaos. Mitarbeiter von DBG, der lokalen Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, ihrer evangelischen Schwesterorganisation „Brot für die Welt“ und von Caritas international, arbeiten hier unter Lebensgefahr.

Mit die häufigsten Anschlagsziele in Somalia sind Mitarbeiter von Hilfswerken. 2008 wurden bei DBG der stellvertretende Direktor, Mohamoud Mohamed Keyre, ein freier Mitarbeiter und ein Wachmann durch Attentate getötet. Am Sonntagabend wurde Omar Sheikh Ali bei einem Überfall getötet. Der ältere Bruder von DBG-Direktor Abukar Sheikh Ali arbeitete seit 1996 als Sicherheitsberater für DBG. Die somalische Organisation wahrt strikte Neutralität und hilft ohne Ansehen von ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht und politischer Überzeugung. Trotz der Angriffe arbeiteten die Mitarbeiter von DBG weiter, so Gerdesmeier. Sie würden es als Pflicht gegenüber den notleidenden Menschen sehen.

Dies ist auch in anderen Ländern der Fall. Obwohl Helfer weltweit immer öfter zu Zielen würden, sei die Motivation, Menschen zu helfen, so stark, dass die Helfer trotz schwieriger Verhältnisse weiter arbeiteten, sagte die Leiterin des Büros der Diakonie Katastrophenhilfe in Pakistan, Yegana Guliyeva. Andererseits nehme der Druck auf die Helfer durch die steigende Unsicherheit enorm zu.

Der Tag der Humanitären Hilfe wird in diesem Jahr zum ersten Mal begangen. Er wurde von den Vereinten Nationen ausgerufen, um den Blick auf die weltweite humanitäre Hilfe zu lenken und der Helfer zu gedenken, die ihr Leben verloren haben. Es wurde der 19. August gewählt, weil an diesem Tag vor sechs Jahren die UN-Vertretung im Irak bombardiert wurde und dabei 22 Menschen starben.

Für ihre Arbeit bitten die kirchlichen Hilfswerke um Spenden unter dem Kennwort „Somalia“:

Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70 oder online
www.diakonie-katastrophenhilfe.de/somalia

Caritas international: Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00 oder online
www.caritas-international.de

Für Rückfragen: Rainer Lang, Tel.: 0711 2159-147 oder 0174 313 56 51

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