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Lage von Vertriebenen wird immer schwieriger

Diakonie Katastrophenhilfe legt Bilanz der Arbeit im Jahr 2008 vor

Stuttgart, 03.07.2009Die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, hat auf die immer schwierigere Lage von Flüchtlingen hingewiesen. Sie beklagte, dass bei gewaltsamen internen Konflikten oft das humanitäre Völkerrecht mit Füßen getreten werde. „Die Bevölkerung wird von den Konfliktparteien zunehmend weniger verschont, immer öfter sogar bewusst als Geißel missbraucht“, sagte die Theologin am 3. Juli in Stuttgart bei der Jahrespressekonferenz des evangelischen Hilfswerks. Sie wies darauf hin, dass das Flüchtlingselend in Ländern wie Kolumbien, Pakistan oder dem Kongo schnell vergessen werde. Ebenso warnte sie vor einem drastischen Anstieg von Klimaflüchtlingen und rief dazu auf, den ungezügelten Verbrauch natürlicher Ressourcen zu stoppen.

„Nach UN-Angaben waren 2008 insgesamt 42 Millionen Menschen auf der Flucht – die meisten innerhalb des eigenen Landes oder der Region. Täglich kommen neue hinzu, aber das Schicksal der Vertriebenen wird nach dem Moment der Vertreibung in der Regel schnell von der weltweiten Gemeinschaft wieder vergessen“, betonte Füllkrug-Weitzel. „Gerade als evangelisches Hilfswerk, das sich in einem hohen Maß zu ethischer Verantwortung verpflichtet fühlt, sehen wir uns auch unter schwierigsten Bedingungen zur Hilfe verpflichtet – wie etwa in den Flüchtlingslagern Sri Lankas“, fügte sie hinzu. Die Flüchtlingshilfe in Konflikten sei einer der Schwerpunkte der Arbeit.

Der Klimaexperte der Diakone Katastrophenhilfe, Peter Rottach, wies darauf hin, dass nach Schätzungen von Experten bis 2050 mit mehr als 200 Millionen Klimaflüchtlingen gerechnet werden müsse. „Sie werden abhängig von der Solidarität wohlmeinender Mitmenschen und der internationalen Nothilfe“, betonte er und warnte vor Konflikten um Land und andere Ressourcen. Er verwies darauf, dass die Diakonie Katastrophenhilfe in ihrer Projektarbeit Vorbeugemaßnahmen unterstütze. Als Beispiel nannte er Ladakh in Indien, wo die Landwirtschaft wegen des dramatischen Verschwindens der Himalaya-Gletscher akut gefährdet ist.

Die Leiterin des Büros des evangelischen Hilfswerks in Pakistan, Yegana Guliyeva, berichtete über die verzweifelte Lage von Flüchtlingen in Pakistan. In der zwischen Regierungstruppen und militanten Gruppen umkämpften Nordostprovinz gebe es inzwischen 1,9 Millionen Vertriebene. Sie beklagte, dass die Menschen meist völlig mittellos seien und deshalb Hilfe bräuchten. Mit Unterstützung des deutschen Außenministeriums hat die Diakonie Katastrophenhilfe rund 330.000 Euro für Nothilfe zur Verfügung gestellt.

Die Diakonie Katastrophenhilfe legte auch die Bilanz für das Jahr 2008 vor: Das Spendenaufkommen ist gegenüber dem Vorjahr von acht auf 9,2 Millionen Euro gestiegen, das sind etwa 15 Prozent. Außerdem hat das evangelische Hilfswerk mehr öffentliche Mittel – von der Bundesregierung sowie der EU – erhalten: 9,3 Millionen gegenüber 8,5 Millionen Euro, was etwa acht Prozent mehr sind. Insgesamt wurden weltweit 152 Projekte mit rund 26 Millionen Euro unterstützt.


Für Rückfragen: Rainer Lang, Tel.: 0711 2159-147 oder 0174 313 56 51

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