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Kongo: 400.000 Euro Soforthilfe für Flüchtlinge

Riesige Flüchtlingswelle im Nord-Kivu – Hilfswerk warnt vor Nahrungsmittelkrise

Stuttgart, 30.04.2009Angesichts einer riesigen Flüchtlingswelle im Ostkongo nach einem erneuten Ausbruch der Gewalt in der Provinz Nord-Kivu hat die Diakonie Katastrophenhilfe mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes knapp 400.000 Euro für die Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Damit werden rund 20.000 Menschen in abgelegenen Dörfern mit Lebensmitteln, Medikamenten und Notunterkünften unterstützt. Mitarbeiter der Partnerorganisationen des evangelischen Hilfswerks berichten von brennenden Häusern, Plünderungen, Tötungen und Vergewaltigungen. Weil viele Bauern wegen des Konflikts ihre Felder nicht bestellen konnten, befürchtet die Diakonie Katastrophenhilfe in den nächsten Monaten einen akuten Mangel an Nahrungsmitteln.

Mehr als 100.000 Menschen sind nach UN-Angaben aufgrund heftiger Kämpfe zwischen ruandischen Rebellen und der kongolesischen Armee auf der Flucht. Nachdem ruandische Rebellen eine Gegenoffensive gestartet haben, sind Tausende Kongolesen schutzlos den gewaltsamen Überfällen ausgeliefert. Viele von ihnen waren gerade wieder in ihre Dörfer zurückgekehrt. Allein im Ort Luofo haben die Rebellen nach Angaben eines Mitarbeiters der Diakonie Katastrophenhilfe über 250 Häuser niedergebrannt und viele Zivilisten getötet. Von den gewaltsamen Übergriffen der letzten Wochen sind vor allem Frauen und Mädchen betroffen. Genaue Angaben zur Zahl der Vergewaltigungsopfer gibt es jedoch nicht.

Aktuell halten sich nach Angaben der Helfer vor Ort allein in den Orten Kirumba und Kanyabayonga mehr als 30.000 Rückkehrer- und rund 8.000 Vertriebenenfamilien auf. Es fehlt vor allem an Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Ein Teil der Vertriebenen hat Zuflucht bei anderen Familien gefunden. Doch diese stehen nach der Rückkehr in ihre Dörfer oft selbst vor dem Nichts. Andere Vertriebene hausen unter katastrophalen Bedingungen in provisorischen Notunterkünften.

Insgesamt 20.000 besonders bedürftige Menschen, vor allem Schwangere, alte und kranke Menschen erhalten Nahrungsmittelrationen mit je 15 Kilo Reis, zehn Kilo Hülsenfrüchten und einem Kilo Salz. Außerdem verteilen die Helfer Nothilfepakete mit Decken, Kleidung, Moskitonetzen, Seife und Kochgerät an insgesamt 4.000 Flüchtlingsfamilien. Einfache Werkzeuge sind ebenfalls darin enthalten, damit sich die Vertriebenen provisorische Unterkünfte errichten können. Außerdem werden zehn Gesundheitsstationen mit zusätzlichen Medikamenten ausgestattet. Für Vergewaltigungsopfer werden Notfallsprechstunden eingerichtet. Außerdem setzt die Diakonie Katastrophenhilfe ihr Programm zur Ernährungssicherung fort.

Für ihre Hilfe bittet die Diakonie Katastrophenhilfe um Spenden, Kennwort: „Kongo-Konflikt“:

Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70
oder online www.diakonie-katastrophenhilfe.de

Caritas international: Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00
oder www.caritas-international.de

Für Rückfragen: Rainer Lang, Tel.: 0711 2159-147 oder 0174 313 56 51

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