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Simbabwe: Helfer müssen Arbeit weitgehend einstellen

Diakonie Katastrophenhilfe: Menschen sind auf Unterstützung angewiesen

Stuttgart, 20.06.2008Die Diakonie Katastrophenhilfe bedauert, dass die lokalen Partner im Vorfeld der Stichwahl zum Präsidentenamt am 27. Juni auf Druck der Regierung ihre Arbeit weitgehend einstellen mussten. Da es sich um Projekte der Ernährungssicherung handelt, ist die zügige Umsetzung nach Ansicht des evangelischen Hilfswerks extrem wichtig. Die Diakonie Katastrophenhilfe fordert die Regierung von Simbabwe auf, Hilfswerke in keiner Weise zu beschränken, weil die Menschen dringend Hilfe brauchen.

Simbabwe leidet seit Jahren unter einer dramatischen wirtschaftlichen und politischen Krise. Die Folgen sind 80 Prozent Arbeitslosigkeit, Hyperinflation, mangelnde Nahrungsmittelversorgung, Verarmung, hohe HIV/Aids-Infektionsraten sowie die massive Einschüchterung und gewaltsame Unterdrückung der Opposition. Nach Angaben der Diakonie Katastrophenhilfe ist besonders der Agrarsektor betroffen. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Kleinbauern, die sich nicht mehr selber versorgen können, sondern immer stärker auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind.

Nach UN-Angaben sind mehr als fünf Millionen Menschen in Simbabwe von Hunger bedroht. Die verfehlte Wirtschafts- und Agrarpolitik sowie die Auswirkungen des Klimawandels, die sich in vermehrten Überschwemmungen und Dürren niederschlagen, führen zu Armut, Missernten, Nahrungsmittelknappheit und Hungersnöten. „Den Menschen auf dem Land mangelt es am Notwendigsten“, berichten die lokalen Helfer. „Der Bedarf an Hilfe ist riesig“, heißt es weiter.
Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt Menschen auf dem Land, damit sie sich wieder selbst versorgen können. Dazu zählt die Unterstützung von Kleinbauern mit Saatgut und Düngemitteln sowie mit Pumpen und Rohren zum Brunnenbau, um die Trinkwasserversorgung und die Bewässerung der Felder zu verbessern.

Die Arbeit verzögert sich erheblich. So können aus Südafrika gelieferte Wasserrohre nicht verteilt werden. Auch entsprechende Projekte im Rahmen des globalen kirchlichen Hilfsnetzwerks ACT sind weitgehend zum Erliegen gekommen.

Die Regierung hatte Anfang Juni ein Arbeitsverbot für alle privaten und kirchlichen Hilfswerke verfügt, weil diese angeblich die Opposition unterstützen. Da die Lage trotz des inzwischen wieder teilweise gelockerten Verbots für die Partner vor Ort weiterhin unklar ist, haben sie sich entschieden, erst nach der Stichwahl ihre Arbeit in vollem Umfang wieder aufzunehmen, um keine Übergriffe zu provozieren.

Für Rückfragen: Rainer Lang: 0711-2159-147 oder 0174-313 56 51

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