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Indien: Hunderttausende Flutopfer leben noch in Lagern

Keine Aussicht auf baldige Rückkehr – Betroffene benötigen weiter Hilfe

Stuttgart, 06.10.2008Mehr als einen Monat nach der schweren Flutkatastrophe im Bundesstaat Bihar im Norden Indiens leben viele der Opfer noch in Notunterkünften. „Das Wasser in den überfluteten Gebieten geht nur sehr langsam zurück, deshalb ist noch nicht klar, wann die Betroffenen zurückkehren können“, berichten Mitarbeiter der indischen Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe. Nach ihren Angaben müssen rund 400.000 Menschen vorerst in 400 Lagern ausharren. „Der Hilfsbedarf ist immer noch enorm“, heißt es.

In nächster Zeit gibt es für sie nach Angaben der Helfer keine Aussicht darauf, in die Dörfer zurückzukehren. Außerdem ist die Versorgungslage in vielen betroffenen Dörfern äußerst angespannt, heißt es weiter. Die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe verteilen seit Beginn der Katastrophe Ende August an Tausende bedürftige Familien Nahrungsmittel, Trinkwasser, Planen, Kochgeschirr sowie Kleidung. Ein Nothilfepaket für eine Familie mit Decken, Bettwäsche, Bodenmatten, Kleidern und Wassereimern kostet rund 22 Euro.

Außerdem haben die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe in mehr als einem Dutzend Lager die medizinische Versorgung übernommen. Durch schnelle Vorsorgemaßnahmen konnte der Ausbruch von Epidemien verhindert werden, berichten die medizinischen Teams. Für Kinder wurden auch Sportartikel wie Fußbälle oder Springseile verteilt.

Die Helfer leisten ebenso psychologische Betreuung für diejenigen Menschen, die Angehörige verloren haben. Dazu gehören auch das Ehepaar Pramod Ram und Poonam Devi. Ihre vier Jahre alte Tochter Kavita wurde von den Wassermassen mitgerissen, bevor die Familie fliehen konnte. Ihre beiden Geschwister überlebten. Der fünfjährige Subhash hat nach Angaben seiner Mutter panische Angst vor Wasser, seit er den Tod seiner Schwester mit ansehen musste.

Die schweren Überflutungen in Indien im August haben mehr als drei Millionen Menschen vertrieben und 250 Menschen getötet. Insgesamt sind etwa 300.000 Häuser, zahlreiche Dämme und die Ernte auf 340.000 Hektar Ackerland zerstört worden.

Für ihre Hilfe bittet die Diakonie Katastrophenhilfe um Spenden, Kennwort: „Fluthilfe Asien“

Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70
oder online www.diakonie-katastrophenhilfe.de

Caritas international: Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00 oder www.caritas-international.de

Für Rückfragen: Rainer Lang, Pressereferent: 0711-2159-147 oder 0174-313 56 51

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