Stuttgart, 16.12.2005
Die Diakonie Katastrophenhilfe, das Umweltministerium Baden –Württemberg sowie die Stuttgarter Speidel-Stiftung und der Verein der Lions-Freunde Nürtingen-Kircheim/Teck haben gemeinsam ein Hilfsprojekt für Tsunami-Überlebende im Südwesten Sri Lankas auf den Weg gebracht. Das so genannte „Eco Village“ in Akmeemana nordöstlich von Galle umfasst 120 Häuser, ein Bürgerzentrum, einen Kindergarten und eine Gesundheitsstation.
Für das Projekt sind rund zwei Millionen Euro eingeplant. Davon tragen die Diakonie Katastrophenhilfe 1,3 Millionen Euro, das Umweltministerium aus Mitteln der Landesstiftung Baden-Württemberg 700.000 Euro, die Speidel-Stiftung 100.000 Euro und die Lions-Freunde 60.000 Euro. Der Bau soll im Februar 2006 beginnen und innerhalb von zwölf Monaten abgeschlossen sein.
Der Abteilungsleiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Thomas Hoerz, unterstrich bei einem Pressegespräch, mit dem Projekt sollten die künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern nicht nur Wohnungen, sondern auch eine neue Lebensgrundlage erhalten. Integrativer Bestandteil seien deshalb Ausbildungsangebote sowie Einkommen schaffende Maßnahmen unter anderem im Umweltbereich. Die Diakonie Katastrophenhilfe fördert in Sri Lanka bislang insgesamt zehn Projekte mit einem Umfang von 5,3 Millionen Euro. Die Programme, unter anderem der Bau von Wohnhäusern im Norden und im Osten der Insel sowie eine Bootswerkstatt, werden durch ein eigenes Projektbüro in Colombo koordiniert.
Die geplante Siedlung habe in ökologischer Hinsicht Vorbildcharakter und solle zugleich ein Beispiel für nachhaltige Entwicklung sein, betonte Umweltministerin Tanja Gönner. So werde das Gebiet schonend und landschaftsgerecht gestaltet. Für die Wasserversorgung werde Regenwasser genutzt, die Abwasserentsorgung erfolge durch eine Drei-Kammer-Kläranlage. Für die Energieversorgung plane man im Rahmen des Möglichen den Einsatz regenerativer Ener-giequellen. Die Ministerin würdigte das gemeinsame Engagement aller Partner und insbesondere auch der Landesstiftung Baden-Württemberg: „Es ist beispielgebend für eine weltweite Solidarität der Menschen in einer zunehmend globalisierten Welt“.
Der Honorarkonsul von Sri Lanka und Vorsitzende der Speidel-Stiftung, Norbert Quack, bedankte sich im Namen des Inselstaates bei allen Beteiligten sowie bei allen Spenderinnen und Spendern, die „durch ihre großzügigen Spenden viele Bausteine zu unserem neuen Dorf beigetragen haben.“ „Die nachhaltige Betreuung der Hilfebedürftigen hat uns veranlasst, dieses Projekt zu unterstützen“, erklärte Roland Kilgus vom Verein der Lions-Freunde. Der Verein hatte aufgrund langjähriger Kontakte nach Sri Lanka bereits vor dem Tsunami humanitäre Projekte in dem Land gefördert. Nach dem Tsunami starteten die Lions-Freunde erneut eine Hilfsaktion, in deren Rahmen unter anderem 22 Familien an der Westküste Sri Lankas südöstlich von Galle unterstützt wurden.
Für Rückfragen:
Karl Franz (Umweltministerium Baden-Württemberg): Telefon: 0711-126-2780
Gesine Wolfinger (Diakonie Katastrophenhilfe), Telefon: 0711-2159-147