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Hari Maya Bhujel und ihr Enkel leben im Distrikt Dhading. Hier wurde die lokale Bevölkerung durch verschiedene Hilfsmaßnahmen unterstützt  Foto: Paul Jeffrey

An einer handbetriebenen Presse formen diese beiden Frauen Zement zu Blöcken für den Hausbau Foto: Paul Jeffrey

Eine Frau füllt Wasser in eine Zisterne im Dhading District. Die Menschen sind froh, dass die Wasserversorgung in ihrem Dorf wieder intakt ist Foto: Paul Jeffrey 

Eine Frau stapelt Steine, die sie und andere Dorfbewohner in Sanogoan zum Hausbau nutzen. In Nepal ist es üblich, dass die Familien ihre Häuser selbst wieder aufbauen Foto: Paul Jeffrey 

Im Distrikt Kavrepalanchok werden 300 Häuser gebaut. Jedes Haus bietet Platz für eine fünf- bis sechsköpfige Familie Foto: Paul Jeffrey 

Frauen versammeln sich an einer öffentlichen Wasserstelle, die instand gesetzt wurde. Zuvor mussten sie zwei Stunden laufen, um Wasser zu holen Foto: Paul Jeffrey 

Wellbleche müssen einzeln über eine Hängebrücke in entlegene Gebiete gebracht werden Foto: Paul Jeffery 

Pinar Gökgun im Projektgebiet im Dhading District Foto: Diakonie Katastrophenhilfe 

Nepal Lage vor Ort

Erik Johnson ist Nothilfe-Koordinator des Partners von Diakonie Katastrophenhilfe, ACT Alliance. Er gibt einen Überblick über die Lage in Nepal und erklärt die Nothilfe.

Länge: 1:30 min | Datum: 27.09.2016

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Nepal

Hilfe beim Wiederaufbau

Die Folgen der verheerenden Erdbeben vom 25. April und 12. Mai 2015 sind in Nepal noch immer sichtbar. Die Wiederaufbauprojekte der Diakonie Katastrophenhilfe laufen und zeigen Fortschritte. Bislang hat die Diakonie Katastrophenhilfe mehr als 8,2 Millionen Euro für die Hilfe in Nepal bereitgestellt. Von den Maßnahmen konnten bisher rund 635.000 Menschen profitieren.

Nie zuvor hatten die Menschen in Nepal eine Naturkatastrophe solchen Ausmaßes erlebt: 8.500 Menschen verloren ihr Leben und Millionen wurden obdachlos. 600.000 Häuser brachen zusammen, 288.000 wurden schwer beschädigt. Trümmerberge und Ruinen prägten das Bild in den Dörfern. Felder wurden verwüstet, Nachbeben und Erdrutsche verschlimmerten die Lage. Viele Menschen übernachteten im Freien und wussten nicht, wovon sie sich ernähren sollten.

Hilfe konnte schnell anlaufen

Dank ihres weltweiten kirchlichen Hilfsnetzwerks ACT Alliance konnte die Diakonie Katastrophenhilfe sofort reagieren und innerhalb von nur zwei Stunden mit Soforthilfemaßnahmen beginnen. So wurden in den ersten zwei Wochen nach dem Beben 100.000 Menschen mit lebensnotwendigen Hilfsgütern versorgt, nach sechs Monaten waren es bereits 400.000. Neben Lebensmitteln, Wasser, Kochgeschirr, Hygieneartikeln und Decken verteilte die Diakonie Katastrophenhilfe in zwölf Distrikten Planen, Wellblech und andere Baumaterialien sowie Werkzeuge für erste Notunterkünfte und Reparaturen. Damit schützten sich die Menschen zunächst vor dem Monsun, dann vor dem Winter.

So wie Riyang Tamang im Dorf Mankha im Distrikt Sindhupalchwok. Das Haus der Familie war bei dem Beben vollständig zerstört worden. Mit seiner Frau und den beiden Töchtern hatte er zunächst im höher gelegenen Bergland Zuflucht gesucht und mehre Wochen in einem Stall übernachtet. Von einer Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe hat der 35-Jährige Wellblech für eine Notunterkunft erhalten.

Wiederaufbau im Fokus

Während 2015 Not- und Überlebenshilfe im Vordergrund standen, konzentriert sich die Hilfe aktuell auf den Wiederaufbau. Diese steht noch immer vor immensen Herausforderungen wie unpassierbare Straßen und Wege oder abgelegene Hochgebirgsdörfer, die nur per Hubschrauber oder Maultier erreichbar sind.

In 12 Distrikten sind Mitglieder der ACT Alliance sowie lokale Partner der Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort und unterstützen Gemeinden beim Reparieren der Trinkwasserversorgung, dem Wiederaufbau von Brunnen und dem Bau von erdbebensicheren Häusern. Außerdem laufen in zahlreichen Gemeinden Hygiene-Schulungen sowie Kampagnen für eine bessere Sanitärversorgung.

Die Hilfsmaßnahmen

Die Diakonie Katastrophenhilfe führt zusammen mit ihren lokalen Partnerorganisationen in mehreren Projekten Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von armen und benachteiligten Gemeinden durch. So werden Familienhäuser, Trinkwasseranlagen und Latrinen gebaut, Aufklärungskampagnen zu Hygiene durchgeführt, kommunale Trinkwassersysteme instand gesetzt und Brücken repariert.

Außerdem engagiert sich das evangelische Hilfswerk in 20 Gemeinden beim Wiederherstellen der Lebensgrundlagen. Ziel ist dabei, die Nahrungssicherheit und Existenzgrundlagen der vom Erdbeben am stärksten betroffenen ländlichen Bevölkerung gegenüber künftigen Naturkatastrophen zu stärken.

Wiederaufbau von Häusern und Trinkwasserversorgung

Beim Wiederaufbau sollen bis 2017 allein im Distrikt Kavrepalanchok 300 neue Häuser entstehen und rund 1.700 Menschen ein neues Zuhause geben. Jedes Haus soll rund 43 Quadratmeter groß werden und mit einer Wohnküche und zwei Schlafräumen Platz für eine fünf- bis sechsköpfige Familie bieten. Alle Häuser werden zudem mit einer eigenen Toilette ausgestattet. „Die Regierung Nepals sieht vor, dass die Familien ihre Häuser selbst wieder aufbauen“, erklärt Pinar Gögkün, die die Projekte des Hilfswerks in Nepal betreut. „Das ist in vielen Gegenden Nepals traditionell so üblich.“

Die Diakonie Katastrophenhilfe stellt Baumaterial wie Holz, Zinkblech und Hohlblocksteine und bietet Fachleute an, die die Beteiligten beim Bau anleiten. Auf diese Weise werden zugleich Handwerkskräfte ausgebildet und mit dem erdbebensicheren Bau vertraut gemacht.

Im Distrikt Lalitpur, der trotz immenser Schäden durch das Erdbeben bisher kaum internationale Hilfe beim Wiederaufbau erhalten hat, werden 250 erdbebensichere Häuser gebaut. Im Rahmen des Projekts werden in sechs Bezirken der Gemeinde Bajrabarahi Trainings in erdbebensicherer Bauweise und Instandsetzung gegeben. Außerdem werden Trinkwasseranlagen repariert und Latrinen gebaut. Neben dem Bau von Sanitäranlagen werden auch Schulungen zu Hygienepraktiken durchgeführt und dadurch der allgemeine Gesundheitszustand der Bevölkerung verbessert.

Saatgut für eine neue Lebensgrundlage

Das Beben hat den Menschen aber nicht nur ihr Zuhause genommen. Hunderttausende können sich noch nicht wieder selbst ernähren. Die meisten Kleinbauernfamilien haben ihre Lebensgrundlagen und ihr Einkommen verloren. Erdrutsche haben die Anbauflächen verwüstet und Saatgutvorräte vernichtet. „Die Felder liegen an extrem steilen Hängen, angebaut wird traditionell auf Terrassen. Die müssen erst geräumt und wieder hergerichtet werden“, sagt Pinar Gögkun.

Damit die Bauern wieder etwas anbauen können, wurden in Dhading schon im Sommer 2015 in vier Gemeinden der bis zu 8.000 Meter hoch gelegenen Region Saatgut für Gemüse und Getreide sowie landwirtschaftliches Gerät ausgegeben. Die erste Ernte hat die rund 7.500 Familien sicher durch den Winter gebracht. In den beiden Distrikten Sindhupachok und Dolakha haben über 16.000 Kleinbauernfamilien an das Klima angepasstes Saatgut und Werkzeug für den Neuanfang bekommen. Folien zum Abdecken sollen die jungen Pflanzen schützen. Spezialsäcke helfen das Saatgut vor Nässe zu schützen.

Wirksame Hilfe durch lokale Partnerorganisationen

Seit dem Erdbeben sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe in den betroffenen Gebieten unermüdlich unterwegs. Durch die Zusammenarbeit mit ACT Alliance sowie lokalen Partnerorganisationen kann die Diakonie Katastrophenhilfe ein großes Gebiet abdecken und vermeiden, dass sich Maßnahmen doppeln oder fehlen. Die Orts- und Sprachkenntnisse und Kontakte der einheimischen Organisationen sind ein entscheidender Vorteil. „Durch die lokalen Partner konnten wir die Hilfe ohne teure Importe bewältigen“, sagt Michael Frischmuth, Leiter des Asien-Bereichs der Diakonie Katastrophenhilfe in Berlin. Die Nähe ermöglicht den Helfern zudem, sich selbst ein Bild von der Situation und dem Bedarf zu machen sowie die Betroffenen in die Planung der Hilfsmaßnahmen einzubeziehen.

 

 

Aktualisiert am 22.09.2016

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Hygienesets für zwei Familien bestehend aus jeweils 1 Kilo Waschpulver, Zahncreme und 5 Zahnbürsten, Handtücher, Seife, Shampoo, Desinfektionsmittel, Damenbinden, eine Waschschüssel sowie ein Nähset kosten 25 Euro.

Ein Nahrungsmittelpaket mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln wie Reis, Linsen, Salz und Öl deckt den Bedarf einer 5-köpfigen Familie für rund 3 Wochen und kostet 45 Euro.

Zwei Nothilfesets bestehend aus vier Decken, einer großen Schlafmatte, einem Plastikeimer und Koch- und Tischgeschirr. Die Sets kosten zusammen 98 Euro.

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Edith Sokolowsky hilft Ihnen gerne weiter:
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