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Ein Mann schlägt die letzten Nägel in das Dach einer Übergangsunterkunft. im Dorf Tamang in Goljung/Rasuwa District in Nepal.  Copyright: Paul Jeffrey
Der Wiederaufbau geht nur schleppend voran. Copyright: Paul Jeffrey

Wellbleche müssen einzeln über eine Hängebrücke in entlegene Gebiete gebracht werden Foto: Paul Jeffery 

Pinar Gökgun im Projektgebiet im Dhading District Foto: Diakonie Katastrophenhilfe 

Nothilfekoordinator Gökhan Erkutlu informiert sich darüber, wo die Not am größten ist. Die Diakonie Katastrophenhilfe konzentriert sich dabei auf abgelegene Dörfer, wo sonst keine Hilfe ankommt. Foto: Diakonie Katastrophenhilfe 

Nepal Lage vor Ort

Erik Johnson ist Nothilfe-Koordinator des Partners von Diakonie Katastrophenhilfe, ACT Alliance. Er gibt einen Überblick über die Lage in Nepal und erklärt die Nothilfe.

Länge: 1:30 min | Datum: 26.08.2016

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Nepal

Neuanfang mit vielen Hürden

Rund ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben am 25. April 2015 sind die Folgen in Nepal immer noch sichtbar. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat mit ihren Partnerorganisationen dennoch viel bewirkt.

Mehr als 400.000 Menschen wurden mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln oder Decken versorgt. Vor Einbruch des Winters haben Helfer Wellbleche, Planen und anderes Baumaterial verteilt, und damit 50.000 Familien ermöglicht, Notunterkünfte zu bauen oder ihre Häuser zu reparieren. Mehr als 13.000 Familien haben Saatgut erhalten, damit die Landwirtschaft wieder in Gang kommt. „Wir setzen alles daran, den Menschen beim Neuanfang zu helfen“, erklärt Pınar Gökgün, Büroleitung Nepal, die vor Ort die Hilfe koordiniert.

Neustart nach dem Beben

Nach der Soforthilfe geht es nun um den Wiederaufbau. Allein im Distrikt Kavrepalanchok sollen mit Hilfe der Diakonie Katastrophenhilfe 300 neue Häuser entstehen, im Distrikt Lalitpur 200 Häuser. Die Herausforderungen sind immens. Viele Wege sind unpassierbar, abgelegene Hochgebirgsdörfer nur mit Hubschrauber oder Maultieren zu erreichen.

Mehr als 600.000 Häuser wurden bei den Beben im April und Mai 2015 zerstört, über 288.000 schwer beschädigt. Trümmerberge und Ruinen prägen auch nach einem Jahr das Bild in vielen Dörfern. Zehntausende Menschen leben noch immer in behelfsmäßigen Unterkünften, haben sich aus Planen und Holzresten eine vorrübergehende Bleibe geschaffen.

Alltag zurückgewinnen

So wie Riyang Tamang im Dorf Mankha im Distrikt Sindhupalchwok. Das Haus der Familie war bei dem Beben vollständig zerstört worden. Mit seiner Frau und den beiden Töchtern hatte er zunächst im höher gelegenen Bergland Zuflucht gesucht und mehre Wochen in einem Stall übernachtet. Von einer Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe hat der 35-Jährige Wellblech für eine Notunterkunft erhalten.

Über 50.000 Familien haben die nepalesischen Partnerorganisationen mit Baumaterial wie Wellblech, Planen und Werkzeug ausgestattet, damit sie sich wetterfeste Unterkünfte errichten oder ihre Häuser reparieren konnten.

Auch ein Jahr nach dem Beben sind immer noch etwa 400.000 Menschen auf Hilfe angewiesen, brauchen Unterstützung beim Wiederaufbau, der Versorgung mit Nahrung und Wasser. „Etwa 40.000 Menschen sind noch in den Aufnahmelagern untergebracht“, berichtet Pinar Gökgün, die Büroleiterin des Nepal-Büros der Diakonie Katastrophenhilfe.

200.000 Menschen mussten in einer Höhe von über 1.500 Metern in Notunterkünften und notdürftig reparierten Häusern bei Schneefall und Kälte den Winter überstehen.

Schwierigkeiten beim Wiederaufbau

Der Wiederaufbau ist bislang schleppend angelaufen. Die von der Regierung einberufene Wiederaufbaubehörde hat erst im Januar 2016 ihre Arbeit aufgenommen. Sobald die Behörde eine Einschätzung der Lage vorgenommen und geplante Projekte bewilligt hat, dürfen Hilfsorganisationen ihre Arbeit aufnehmen.

Zusätzlich haben politische Streitigkeiten eine Grenzblockade an der indisch-nepalesischen Grenze ausgelöst. 135 Tage lang konnten weder Lebensmittel, noch Benzin oder andere Hilfsgüter die Grenze passieren. Die Blockade ist inzwischen aufgehoben, doch die Folgen sind immer noch spürbar.

Wiederaufbau von Häusern und Trinkwasserversorgung

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat direkt nach der Soforthilfe Pläne für den Wiederaufbau erarbeitet. Bis 2017 sollen allein im Distrikt Kavrepalanchok  300 neue Häuser entstehen und rund 1.700 Menschen ein neues Zuhause geben. Jedes Haus soll rund 43 Quadratmeter groß werden und mit einer Wohnküche und zwei Schlafräumen Platz für eine fünf- bis sechsköpfige Familie bieten. Alle Häuser werden zudem mit einer eigenen Toilette versehen. „Die Regierung Nepals sieht vor, dass die Familien ihre Häuser selbst wieder aufbauen“, erklärt Pinar Gögkün. „Das ist in vielen Gegenden Nepals traditionell so üblich."

Die Diakonie Katastrophenhilfe stellt das Baumaterial wie Holz, Zinkblech und Hohlblocksteine und bietet Fachleute an, die die Beteiligten beim Bau anleiten. Auf diese Weise werden zugleich Handwerkskräfte ausgebildet und mit dem erdbebensicheren Bau vertraut gemacht.

Neben dem Hausbau wird auch die Wasserversorgung in den 14 Gemeinden des Projektgebiets wiederhergestellt. Mehr als 4.000 Menschen erhalten Zugang zu sauberem Wasser. „Zusätzlich führen unsere Partnerorganisationen Hygiene-Schulungen durch und bauen Schullatrinen für rund 3.500 Schulkinder und ihre Lehrer“, so Michael Frischmuth, Leiter des Asien-Bereichs der Diakonie Katastrophenhilfe in Berlin.

Neuanfang mit Saatgut und Geräten

Das Beben hat den Menschen aber nicht nur ihr Zuhause genommen. Mehr als eine halbe Million Menschen können sich noch nicht wieder selbst ernähren. Die meisten Kleinbauernfamilien haben ihre Lebensgrundlagen und ihr Einkommen verloren. Erdrutsche haben die Anbauflächen verwüstet und Saatgutvorräte vernichtet. „Die Felder liegen an extrem steilen Hängen, angebaut wird traditionell auf Terrassen. Die müssen erst geräumt und instandgesetzt werden“, sagt Pinar Gögkun.

Damit die Bauern wieder etwas anbauen können, wurden in Dhading schon im Sommer 2015 in vier Gemeinden der bis zu 8.000 Meter hoch gelegenen Region Saatgut für Gemüse und Getreide sowie landwirtschaftliches Gerät ausgegeben. Die erste Ernte wird die rund 7.500 Familien sicher durch den Winter bringen. In den beiden Distrikten Sindhupachok und Dolakha haben über 16.000 Kleinbauernfamilien an das Klima angepasstes Saatgut und Werkzeug für den Neuanfang bekommen. Folien zum Abdecken sollen die jungen Pflanzen schützen. Spezialsäcke helfen das Saatgut vor Nässe zu bewahren.

Rhadika Shresta im Dorf Thauthali bekommt Saatgut für Linsen, Senf und Weizen. Für die 40-Jährige, die ihren ältesten Sohn beim Beben verloren hat, ein erster Schritt zurück ins Leben.

Wirksame Hilfe durch lokale Partnerorganisationen

Seit über einem Jahr sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe in den Erdbebengebieten unermüdlich unterwegs. Wir arbeiten mit mehreren nepalesischen Organisationen und im Rahmen des weltweiten kirchlichen Netzwerks ACT Alliance.

Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen kann die Diakonie Katastrophenhilfe ein großes Gebiet abdecken und vermeiden, dass sich Maßnahmen doppeln oder fehlen. Die Orts- und Sprachkenntnisse und Kontakte der einheimischen Organisationen sind ein entscheidender Vorteil. „Durch die lokalen Partner konnten wir die Hilfe ohne teure Importe bewältigen“, sagt Michael Frischmuth. Die Nähe ermöglicht den Helfern zudem, sich selbst ein Bild von der Situation und dem Bedarf zu machen und die Betroffenen in die Planung der Hilfsmaßnahmen einzubeziehen.

Aktualisiert am 22.04.2016

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Hygienesets für zwei Familien bestehend aus jeweils 1 Kilo Waschpulver, Zahncreme und 5 Zahnbürsten, Handtücher, Seife, Shampoo, Desinfektionsmittel, Damenbinden, eine Waschschüssel sowie ein Nähset kosten 25 Euro.

Ein Nahrungsmittelpaket mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln wie Reis, Linsen, Salz und Öl deckt den Bedarf einer 5-köpfigen Familie für rund 3 Wochen und kostet 45 Euro.

Zwei Nothilfesets bestehend aus vier Decken, einer großen Schlafmatte, einem Plastikeimer und Koch- und Tischgeschirr. Die Sets kosten zusammen 98 Euro.

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Edith Sokolowsky hilft Ihnen gerne weiter:
Telefon: +49 (0)30 65211-1190
E-Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.REMOVE-THIS.de

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