| || Home > Hilfe weltweit > Projekte > Ostafrika |
Der erste Regen nach der langen Trockenheit hat in Teilen Ostafrikas etwas Entspannung gebracht. Doch ein Ende der Not ist noch lange nicht in Sicht. Um die Folgen der Dürre zu bewältigen, brauchen die Menschen in den betroffenen Gebieten bis weit ins nächste Jahr dringend Unterstützung. Insgesamt leiden etwa 13 Millionen Menschen in Äthiopien, Kenia, Somalia und Djibouti unter dem Mangel an Wasser und Nahrung. Seit Monaten sind die Hilfskräfte der Diakonie Katastrophenhilfe und ihrer Partner im Dauereinsatz, um das Überleben der hungernden Menschen zu sichern. Dafür wurden bisher rund 8,8 Millionen Euro vom evangelischen Hilfswerk bereitgestellt.
< zurück
Hoffnung in höchster Not: Zehntausende Dürreopfer in Ostafrika haben in den letzten Monaten dank des Einsatzes der Diakonie Katastrophenhilfe und ihrer Partner vor Ort lebensrettendes Trinkwasser, Medikamente, Nahrungsmittel erhalten. Seit Mai hat das evangelische Hilfswerk am Horn von Afrika Hilfe für mehr als 600.000 Menschen auf den Weg gebracht. Diese konzentriert sich vor allem auf den Süden Somalias und die ländlichen Gebiete im Nordosten Kenias und in Äthiopien, die der Wassermangel besonders hart trifft. Gleichzeitig geht die Versorgung der Flüchtlinge in den Lagern von Dolo Ado und Dadaab weiter.
Eine Viertel Million Menschen hungern noch
Die Hungerkrise ist trotz der laufenden Hilfsmaßnahmen und dem endlich einsetzenden Regen noch lange nicht ausgestanden. „Viele Menschen in der Region werden sich auch in den nächsten Monaten noch nicht wieder aus eigener Kraft versorgen können“, erklärt Kai Henning, Programmverantwortlicher der Diakonie Katastrophenhilfe für Afrika. Am kritischsten ist die Situation weiterhin im Süden Somalias.
Die Vereinten Nationen warnen vor der schlimmsten Ernährungskrise im Land seit den 90er Jahren. Die Bevölkerung dort leidet zweifach: Unter der Dürre und dem andauernden Bürgerkrieg. 250.000 Menschen sind auch jetzt noch akut vom Verhungern bedroht.
Partnerorganisation genießt hohe Akzeptanz
Die anhaltende Gewalt und Unsicherheit macht es Hilfsorganisationen jedoch schwer, die Notleidenden in den betroffenen Gebieten zu erreichen. Fast täglich werden Bombenanschläge und Kämpfe aus Mogadischu und anderen Landesteilen gemeldet. Gleichzeitig fliehen weiter Tausende aus dem Bürgerkriegsland in die Nachbarstaaten.
Die somalische Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe ist unter den wenigen Organisationen im Land, die ihre Arbeit bis jetzt fortsetzen können. Ihre strikte Neutralität und langjährige Präsenz sichert ihnen die Akzeptanz und den Respekt aller lokalen Autoritäten
Mit dem Regen steigt die Gesundheitsgefahr
Der lang ersehnte Regen bringt zugleich neue Probleme mit sich. Denn vielerorts sind nach starken Niederschlägen Straßen und Wege überschwemmt und zum Teil unpassierbar, so dass Hilfslieferungen kaum vorankommen. Für die vielen somalischen Flüchtlinge und Vertriebenen in den Lagern und Flüchtlingsansammlungen steigt mit dem Regen zudem die Gesundheitsgefahr. Ihre Zelte und Behelfsunterkünfte bieten oft nur unzureichend Schutz vor der Witterung.
Es fehlt an Plastikplanen und Moskitonetzen zum Schutz vor Malaria. Die Fälle von Dengue-Fieber, Durchfall und Malaria aber auch Lungenentzündungen und Erkältungen sind seit Beginn der Regenzeit deutlich gestiegen.
Warten auf die neue Ernte
Der Regen fällt zudem regional sehr unterschiedlich aus. Während es beispielsweise in Djibouti erneut viel zu wenig geregnet hat, um die Wasserspeicher aufzufüllen und Felder zu bebauen, lassen die Niederschläge andernorts endlich wieder das Gemüse und Getreide sprießen. Für die meisten Anbaugebiete Kenias und Äthiopiens sagen Fachleute gute Erträge bei Bohnen und anderen Grundnahrungsmitteln voraus. Bis zur Ernte im Frühjahr ist jedoch auch dort ein Großteil der Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Obendrein sind viele Viehherden stark dezimiert und die überlebenden Tiere aufgrund des langen Mangels geschwächt und krank.
Besser vorbereitet auf die nächste Dürreperiode
Neben der Nothilfe setzt die Diakonie Katastrophenhilfe daher auch auf langfristige Ernährungssicherung und Vorsorge, damit die Menschen in der Region solche Krisen künftig besser überstehen. Denn mit dem Klimawandel werden Wetterextreme in Zukunft eher noch zunehmen. Unregelmäßige Regenfälle, lange Trockenzeiten, sowie Starkregen und Überschwemmungen bedrohen vor allem die Existenz der Kleinbauern und Viehhalter in Afrika.
Mit dem Bau von Wasserspeichern, Brunnen und Bewässerungskanälen hilft das evangelische Hilfswerk in Kenia und Äthiopien der lokalen Bevölkerung, die kurzen Regenzeiten und knappen Wasservorräte besser zu nutzen. Auch die Einführung schnell reifender, dürreresistenter Nutzpflanzen und organischen Düngers sollen beitragen, die Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen.
Bis Dezember 2011 hat die Diakonie Katastrophenhilfe für ihre Nothilfe und weiterführenden Projekte bereits rund 8,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
zuletzt aktualisiert: 23.12.2011
< zurück