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Für die Betroffenen des Hochwassers in Osteuropa bleibt die Lage dramatisch. Das berichtet Stefan Schröer, Leiter des Flutbüros der Diakonie Katastrophenhilfe in Cloppenburg, nach Besuchen der von der Flut betroffenen Gebiete in Polen und Tschechien. Schröer sagte: "Den Menschen ist noch gar nicht bewusst, welche Probleme sie haben."
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Schröer schildert die emotional angespannte Lage, die den Flutopfern bevor steht: Zurzeit seien die Betroffenen dabei, mit Familie, Nachbarn und Freunden aufzuräumen. Schröer erwartet, dass ihnen die schockierende Wirklichkeit – der Verlust von Haus und Besitz und die Fragen des Wiederaufbaus – erst nach einiger Zeit bewusst wird: "Das wird ihnen erst in ein paar Wochen wirklich klar werden."
Der Flutexperte vergleicht das Ausmaß der Katastrophe mit dem Hochwasser 2002: "Das sind heute die gleichen Bilder." Die weiteren Eindrücke: Wo das Wasser zurückgegangen ist, überziehen dicke Schichten Schlamm die Straßen. Die Häuser standen bis zum ersten Stockwerk unter Wasser und die gesamte Einrichtung wurde zerstört. Schröer: "Die Menschen hatten keine Zeit, ihre Häuser zu räumen." Viele Häuser sind nun Sanierungsfälle – der feuchte Putz muss abgeschlagen und die Fußböden herausgerissen und erneuert werden. Das Ziel: Die Häuser sollen so schnell wie möglich trocknen.
Viele Straßen sind nach Beobachtung der Helfer nach wie vor schlecht oder nicht benutzbar. Es gebe Gebiete in Polen, die nur indirekt über Tschechien zu erreichen sind. Jüngste Zahlen, gemeldet von den Projektpartnern der Diakonie Katastrophenhilfe, machen das Ausmaß der Schäden deutlich: Allein in Tschechien rechnen die Experten zurzeit mit mindestens 200 Millionen Euro Schaden. 2.600 Familien sind von den Wassermassen betroffen – 2.000 mussten wegen Evakuierungen ihre Häuser verlassen. Eine erste Schadensanalyse ergab, dass die Flut mindestens 57 Häuser so schwer beschädigt hat, dass sie abgerissen werden müssen. In Polen sehe es nicht besser aus, sagte Schröer. Dort habe die Flutwelle aus einem Stausee große Schäden angerichtet. Nach wie vor laufen Schadensmeldungen im Büro der Helfer ein. Schröer: "Die Zahlen werden sich noch erhöhen."
Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt die Menschen beim Wiederaufbau, berät aber auch die Partnerorganisationen in Polen und Tschechien bei der Logistik und Organisation der Hilfe. Schröer: "Wir teilen mit den Partnern unsere Erfahrungen, wie wir mit solchen Katastrophen umgehen." Über die Partner gebe es auch direkte Kontakte zu den Menschen: Die Böhmischen Brüder von der Diakonie Tschechien seien mit Freiwilligen – auch in Polen – im Einsatz, um den Menschen zu helfen.
Schwierig sei es zurzeit, Trockengeräte zu bekommen, erklärte Schröer: "Die sind fast nicht aufzutreiben." Entscheidend sei, dass die Betroffenen die Gebäude noch vor dem Herbst trocknen, damit im Winter keine Schäden entstehen und die Häuser vor der kalten Jahreszeit wieder bewohnbar sind.
Mit Geldspenden sei den Betroffenen am besten zu helfen, betonte Schröer. Er sagte: "Damit können wir dann Trocknungsgeräte kaufen und später auch Material für den Wiederaufbau bereitstellen." Der Experte rät von Sachspenden ab: "Im Moment gibt es kaum Lagerplatz für die Sachspenden." Und am wichtigsten sei zurzeit, die Häuser wieder bewohnbar zu machen.
Die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, hatte nach den schweren Überschwemmungen in Ostdeutschland, Tschechien und Polen, betont, dass das evangelische Hilfswerk den Flutopfern beistehen werde – genauso wie bei der Oderflut 1997 sowie der Elbeflut 2002. Die überraschende Flut sei ein Schock für die Menschen gewesen, hatte die Theologin gesagt. Für die von der Flut betroffenen Menschen in Ostdeutschland haben die Diakonischen Werke in den Landkreisen Görlitz, Bautzen, Sächsische Schweiz und Chemnitz Anlaufstellen errichtet. Dort erhalten Flutopfer schnell und unbürokratisch Unterstützung.
zuletzt aktualisiert: 17.08.2010
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