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Sechs Monate nach der Flut weiht Diakonie Katastrophenhilfe Modellhaus in Pakistan ein 

Pakistan: Wiederaufbau setzt Zeichen der Hoffnung

Mit einer Feier hat die Diakonie Katastrophenhilfe im Ort Hisara das erste Haus von 1000 dauerhaften Unterkünften für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan übergeben. Das evangelische Hilfswerk baut die Häuser für mittellose und verzweifelte Familien in den Provinzen Khyber Pakhtoonkhwa und Punjab. Diese Provinzen sind besonders schwer von den Überschwemmungen betroffen. Sylvie Savard, Büroleiterin der DKH in Pakistan, sagte bei der Eröffnung: "Das ist ein Meilenstein und ein wirklich wichtiger Schritt für uns." Bald könne der Bau der 1000 Häuser beginnen.

Blick auf das "Prototyphaus" der Diakonie Katastrophenhilfe in Hisara/Pakistan. Das Haus ist erhöht gebaut, damit es flutsicher ist. Vor dem Haus sind einige seiner künftigen Bewohner zu sehen.

Bewohner des Ortes Hisara in Pakistan am Rande der Baustelle des ersten Modellhauses der Diakonie Katastrophenhilfe.

Blick in das Innere des Hauses.

Alltag für ungezählte Opfer der verheerenden Flutkatastrophe in Pakistan - Leben im Flüchtlingslager.

Mit einer Feier hat die Diakonie Katastrophenhilfe im Ort Hisara das erste Haus übergeben. Michael Frischmuth (Mitte), der Projektverantwortliche der Diakonie Katastrophenhilfe, schneidet das symbolische Band durch.

Carlos Guerrero (2. von links), Bauexperte bei der Diakonie Katastrophenhilfe, erklärt Mitgliedern der Dorfgemeinschaft das Konzept der Häuser. Ebenfalls dabei: der Projektverantwortliche der Diakonie Katastrophenhilfe, Michael Frischmuth (rechts).

Bei der Planung der Hausbauten müssen die örtlichen Begebenheiten berücksichtigt werden.

Dazu gehört auch, die Bevölkerung in die Prozesse mit einzubeziehen.

Dazu gehört auch, die Bevölkerung in die Prozesse mit einzubeziehen.

Viele Menschen leben 100 Tage nach der Flutkatastrophe in Behelfsunterkünften.

Kalkstreifen markieren, wo die Mauern dieses Hauses verlaufen sollen.

Stahlverstrebungen sorgen dafür, dass die Häuser weitgehend erdbeben- und flutsicher sind.

Auch beim Bau der Häuser wird die Dorfgemeinschaft stark mit einbezogen.

Baumaterialien kommen soweit nur möglich aus der Region.

Eines der ersten Häuser ist für die Witwe Ameer Jan entstanden.

Sie und ihre sieben Kinder haben nun wieder eigene vier Wände.

Mittlerweile sind einige "Modellhäuser" entstanden.

Dank umfassender Ernährungsprogramme können sich viele Menschen wieder selbst mit Nahrung versorgen.

Auch Hygiene und die Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser sind wichtiger Bestandteil dieser Programme.

In der Fertigstellung des ersten Hauses sieht Carlos Guerrero (rechts) ein Zeichen der Hoffnung – für Menschen, die buchstäblich vor dem Nichts stehen.

1,9 Millionen Gebäude wurden von den Fluten zerstört oder schwer beschädigt – darunter mehr als 400 Gesundheitseinrichtungen und 10.000 Schulen. Sieben Millionen Menschen sind obdachlos geworden.  Das umfassende Wiederaufbauprogramm der Diakonie Katastrophenhilfe sieht vor, in den  nächsten drei Jahren 1000 Häuser wiederaufzubauen und instandzusetzen, sagt Carlos Guerrero, Bauexperte bei der Diakonie Katastrophenhilfe: „Die Häuser richten sich ganz nach den Gegebenheiten in Pakistan.“ Häuser aus der Region dienten als Vorlage für das Modell der Diakonie Katastrophenhilfe.

Kein Haus von der Stange

Die Gebäude, geplant und errichtet von Menschen für Menschen, sind maßgefertigt. Ziel ist es, beim Wiederaufbau lokale Lösungen anzubieten. Entscheidend ist, von den Menschen in der Region zu lernen. Denn sie müssen schließlich später über Jahrzehnte in den Häusern wohnen. Baupläne einfach aus Deutschland mitbringen und in Pakistan umsetzen – das funktioniert nicht.

Standfeste Gebäude bieten Schutz

Die wiederaufgebauten Häuser sind modern und fit für die Zukunft, sagt der Projektverantwortliche der Diakonie Katastrophenhilfe, Michael Frischmuth. So werde es auch Häuser geben, die behindertengerecht sind – das sei in Pakistan keine Selbstverständlichkeit. Die Helfer aus Deutschland haben auch an die nächsten möglichen Katastrophen in der Region gedacht und vorgesorgt. Frischmuth: „Gerade in dieser Region ist es wichtig, Häuser vor Fluten zu schützen.“ Die neuen Gebäude seien außerdem stabiler, was in der erdbebengefährdeten Gegend ein Pluspunkt sei.

Familie hat ein Dach über dem Kopf

Die 48-jährige Witwe Ameer Jan und ihre sieben Kinder wohnen dank der Diakonie Katastrophenhilfe und Spenden aus Deutschland endlich wieder in ihren eigenen vier Wänden. Die achtköpfige Familie bezog das Modellhaus. Die verheerende Flut hatte im August das Haus fortgespült. Eine Wand und die Haustür waren alles, was davon geblieben war.

Ein ganzes Dorf packt an

Für die Verantwortlichen der Gemeinde Hisara im Nordwesten Pakistans war schnell klar, dass die siebenfache Mutter die erste in der Gemeinde sein muss, die ein neues Haus bekommt. Wenige Tage später war ihr Grundstück planiert, Kalkstreifen markierten den Verlauf der Mauern und Bauarbeiter aus dem Ort machten sich unter der Anleitung der Wiederaufbau-Profis der Diakonie Katastrophenhilfe ans Werk.

zuletzt aktualisiert: 03.02.2011

> Online spenden: Fluthilfe Pakistan

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