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Zyklone und großflächige Überschwemmungen kosten Tausende Menschen das Leben, Hunderttausende verlieren ihr bisschen Hab und Gut und stehen vor dem Nichts. So auch beim letzten großen Zyklon Sidr im November 2007. Ute Dilg-Saßmannshausen von der Diakonie Katastrophenhilfe sprach mit Ferdausur Rahman, dem Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe -Partnerorganisation Prodipan über Klimawandel, Naturkatastrophen und Katastrophenschutz.
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Wie wirkt sich der Klimawandel in Bangladesch aus?
Am deutlichsten ist er im Süden zu spüren. Hier hatten wir 17 Zyklonwarnungen im Jahr 2007 und elf im Jahr 2008, zwei davon sagten sehr schwere Wirbelstürme voraus. Einer davon war Nargis, der nach Birma weiterzog, der andere schwenkte nach Indien ab.
Sind das mehr als früher?
Ja. Früher hatten wir vier oder fünf. Neu ist auch, dass es so schwere Stürme sind. Früher gingen wir davon aus, dass ein solcher Zyklon alle zehn bis 20 Jahre auftritt. Wir hatten einen im Jahr 1921, den nächsten 1940, dann gab es einen 1970 und einen 1991. Aber 2007 und 2008 hatten wir innerhalb von zwei Jahren drei. Zum Glück für Bangladesch traf nur einer das Land, die beiden anderen tobten sich in anderen Regionen aus. Aber das Alarmierendste ist, dass die Wirbelstürme das Meerwasser ins Land hereindrükken, wo es dann mehrere Tage stehen bleibt. Das ist möglicherweise ein Anzeichen dafür, dass der Meerwasserspiegel gestiegen ist. Die Versalzung des Bodens hat zugenommen und der Salzgehalt der Flüsse ist auf eine gesundheitsschädliche Konzentration angestiegen.
Was bedeutet der Klimawandel für die Arbeit von Prodipan?
Bangladesch ist ein Agrarland. Wo die Böden versalzt sind, können die Menschen keinen Reis mehr anbauen. Damit verlieren viele arme Menschen ihre Lebensgrundlage. Auch die Fischereiwirtschaft im Landesinnern ist durch die zunehmende Versalzung bedroht. Und die Meeresfischerei durch die Zyklone. In Bangladesch sind 1,35 Millionen Familien von der Fischerei abhängig. Wir arbeiten mit den Menschen und für ihre Entwicklung. Aber unsere Arbeit wird von Tag zu Tag schwieriger. Es ist eine echte Herausforderung für uns.
Welche Rolle spielt die Katastrophenvorsorge in Ihrer Arbeit?
Sie spielt eine Hauptrolle, denn Katastrophen machen die Armen noch anfälliger als sie es schon sind. Wenn man diese Menschen rechtzeitig darauf vorbereitet, können sie eine Katastrophe überleben. Wenn man ihnen beispielsweise hilft, ein Haus zu bauen, das dem Ansturm einer Flutwelle standhält, dann sind sie nicht ohne Heim, wenn sich das Wasser wieder zurückzieht. Sie sind nicht der Natur und Krankheiten ausgesetzt. Die einzige Herausforderung, die auf sie zukommt ist, sich ihren Lebensunterhalt verdienen zu müssen. Katastrophenvorsorge bedeutet, das damit verbundene Risiko zu reduzieren. Das ist eine große Hilfe für den ärmeren Teil der Bevölkerung.
2007 kam Bangladesch bei dem Zyklon Sidr ja relativ glimpflich davon, verglichen mit den Folgen von Nargis ein Jahr später in Birma. Wo waren die Unterschiede?
In Bangladesch wurden nach dem verheerenden Wirbelsturm 1991 ein flächendeckendes Katastrophenrisiko-Management sowie ein Frühwarnsystem aufgebaut. Daher konnten bei uns 2007 viele Menschen rechtzeitig in Schutzräume oder andere sichere Unterkünfte evakuiert werden. Die Menschen in Birma waren nicht vorbereitet. Man hat sie nicht einmal vor der herannahenden Katastrophe gewarnt. Vorsorge ist ein Muss angesichts der extremen Naturkatastrophen, die sich aufgrund des Klimawandels noch verstärken werden.
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