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Aufräumen nach der Sturzflut 

Philippinen

Die Katastrophe überraschte die Menschen im Schlaf: Der Taifun „Washi“ hat auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen in der Nacht zum  4. Advent  Sturzfluten und Erdrutsche ausgelöst. Ganze Dörfer wurden weggespült, Häuser und Brücken zerstört und unter Schlamm begraben. Durch die Wassermassen geweckt, versuchten Bewohner sich auf Hausdächer und Hänge zu retten. Doch für viele kam die Flut zu schnell: Mindestens 1.000 Menschen starben nach offiziellen Angaben (Stand: 21.12), darunter viele Frauen und Kinder. Mehr als 40.000 Betroffene haben Zuflucht in Notunterkünften gefunden. „Am dringendsten brauchen sie jetzt Wasser und Nahrungsmittel“, berichten die philippinischen Partner der Diakonie Katastrophenhilfe. Von ihrer Basis in der besonders schwer getroffenen Stadt Cagayan de Oro aus organisiert das erfahrene Team schnelle Soforthilfe für die Flut-Opfer. Mit Unterstützung des Auswärtigen Amts hat das evangelische Hilfswerk seine Nothilfe bereits auf 250.000 Euro aufgestockt.

Laut Zivilschutz haben mehr als 340.000 Menschen auf der Insel Mindanao ihre Häuser verlassen. Foto: CDRC / Diakonie Katastrophenhilfe

Mindestens 44.000 sind nach der Sturzflut in Notunterkünften untergebracht. Einige Überlebenden schlafen aber auch auf der Straße. Foto: CDRC / Diakonie Katastrophenhilfe

Der Taifun „Washi“ hat auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen in der Nacht zum  4. Advent Sturzfluten und Erdrutsche ausgelöst. Foto: CDRC / Diakonie Katastrophenhilfe

Ganze Dörfer wurden durch die Folgen des Taifuns weggespült, Häuser und Brücken zerstört und unter Schlamm begraben. Foto: CDRC / Diakonie Katastrophenhilfe

Mehr als tausend Menschen sind nach den Unwettern auf den Philippinen ums Leben gekommen. Noch immer werden viele Menschen vermisst und die Suche unter dern Trümmern geht weiter. Foto: CDRC / Diakonie Katastrophenhilfe

„Am dringendsten brauchen sie jetzt Wasser und Nahrungsmittel“, berichten die philippinischen Partner der Diakonie Katastrophenhilfe. Foto: CDRC / Diakonie Katastrophenhilfe

Vor allem in den Städten Cagayan de Oro und Iligan ließen die schweren Regenfälle Flüsse binnen kürzester Zeit anschwellen und über die Ufer treten; Sturzfluten und Erdrutsche waren die Folge. Foto: CDRC / Diakonie Katastrophenhilfe

„Zerstörte Häuser, verschlammte Straßen, entwurzelte Bäume und der Geruch von Verwesung“, so beschreibt Louella Espadero-Escandor vom Citizens' Disaster Response Center ihre Eindrücke aus dem Katastrophengebiet. Foto: CDRC / Diakonie Katastrophenhilfe

Schon kurz nach dem Sturm haben sich die philippinischen Partner der Diakonie Katastrophenhilfe einen Überblick über das Ausmaß der Schäden gemacht, um Hilfe für die Flutopfer in den am schwersten betroffenen Dörfer vorzubereiten - die inzwischen angelaufen ist. Foto: CDRC / Diakonie Katastrophenhilfe

Wasser, wohin man sieht: Auf der philippinischen Insel Mindanao fiel nach Angaben der Behörden innerhalb weniger Stunden so viel Regen wie sonst in einem Monat. Insgesamt sind dort rund 340.00 Menschen von den Folgen des Taifuns „Washi“ betroffen. Vor allem in den Städten Cagayan de Oro und Iligan ließen die schweren Regenfälle Flüsse binnen kürzester Zeit anschwellen und über die Ufer treten; Erdrutsche und Sturzfluten waren die Folge.

Ein Bild unermesslicher Zerstörung

Tausende Menschen haben ihre Häuser verloren, Zehntausende mussten evakuiert werden. Vielerorts brach auch die Strom- und Wasserversorgung zusammen. „Das Ausmaß der Zerstörung ist unermesslich“, berichtet Louella Espadero-Escandor vom Citizens' Disaster Response Center (CDRC), der philippinischen Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, die seit Tagen im Katastrophengebiet im Einsatz ist. „Zerstörte Häuser, verschlammte Straßen, entwurzelte Bäume und der Geruch von Verwesung“, beschreibt sie die Lage.

Das Zentrum des Sturms – der auf den Philippinen den Namen „Sendong“ trägt – lag in der Umgebung der Stadt Cagayan de Oro. Aber auch die Provinz Negros Oriental hat schwere Schäden zu verzeichnen. Wie so oft gehören die Opfer vor allem zum ärmsten Teil der Bevölkerung. „Vielen ist nichts mehr geblieben. Sie sind dringend auf Hilfe angewiesen“, erklärt Espadero-Escandor.

Verpflegung für die Menschen in den Notunterkünften

Schon unmittelbar nach dem Wirbelsturm waren die philippinischen Partner unterwegs, um sich einen Überblick über das Ausmaß der Schäden zu machen und Hilfe für die Flutopfer in den am schwersten betroffenen Dörfer vorzubereiten. Inzwischen hat das lokale Einsatzteam begonnen, Hilfspakete zusammenzustellen, um die Menschen in den Notunterkünften schnellstmöglich mit dem Notwendigsten zu versorgen.

Unterstützt von Freiwilligen sollen schon in den nächsten Tagen Nahrungsmittelpakete mit Reis, Bohnen, Trockenfisch, Öl und Zucker an die Opfer des Taifuns in den Provinzen Negros Oriental, Misamis Oriental, und Lanao del Norte verteilt werden.

Sauberes Trinkwasser schützt vor Epidemien

Darüber hinaus bereiten die Einsatzkräfte für 12.000 Familien die Verteilung von Matratzen, Decken und Hygieneartikeln wie Seife und Wasserkanistern vor. Eine der größten Gefahren droht jetzt durch verschmutztes Wasser. Hygiene und sauberes Trinkwasser sind daher unerlässlich, um dem Ausbruch von Krankheiten vorzubeugen.

Mit Spielen den Schock verarbeiten

Die erfahrenen Partner wissen aber auch, dass der Schock nach solch einer Katastrophe tief sitzt. Ein Spezialteam will daher Spiel- und Lernangebote für die Kleinsten gestalten, die helfen sollen, sie vom Schrecken und der Enge in den Notunterkünften abzulenken. Mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amts hat die Diakonie Katastrophenhilfe die Hilfe für die Opfer des Taifuns auf 250.000 Euro aufgestockt.

Erste Anzeichen des Klimawandels

Die Philippinen sind eines der am stärksten von Naturkatastrophen bedrohten Länder der Welt. Jedes Jahr ziehen bis zu 20 Taifune über das Land hinweg und hinterlassen Verwüstungen und Schäden. Meist trifft es vor allem die Ärmsten der Ärmsten, die häufig in ungünstiger Lage bauen müssen – zu nah am Wasser oder am Hang. Ihre einfachen Häuser halten den Stürmen nicht stand. Der Klimawandel verschärft nach Einschätzung von Experten die Situation. Häufigkeit und Stärke der Stürme haben in den letzten Jahren zugenommen.

Neue Bäume zur Katastrophenvorsorge

Die Schwere der jüngsten Überschwemmungen ist zum Teil aber auch Bausünden und Raubbau geschuldet. Abholzung und Kahlschlag haben dazu geführt, dass das Regenwasser ungebremst in die Flüsse strömen konnte. Illegale Minen und der rasche Ausbau der Städte wirken sich ebenfalls negativ auf den Wasserhaushalt aus. Ablagerungen und bebaute Flächen blockieren die Ablaufmöglichkeiten, mit der Folge, dass sich die Flüsse bei Regen in reißende Ströme verwandeln.

Über ihre philippinische Partnerorganisation unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe seit 2008 Gemeinden in besonders von Taifunen gefährdeten Gebieten dabei, die Katastrophenvorsorge auszubauen, um die Bevölkerung besser vor den Folgen solcher Katastrophen zu schützen. 128 Gemeinden in 26 Provinzen beteiligen sich aktuell an dem Projekt, in dessen Rahmen Katastrophenschutzkomitees gegründet und in Erster Hilfe, Katastrophenschutz und Evakuierung geschult werden. Workshops, Pflanzaktionen und Informationsmaterialen sollen zudem beitragen, das Bewusstsein für Umweltfragen und Katastrophenschutz zu stärken.

 

Die Partnerorganisation Citizens' Disaster Response Center (CDRC) ist eine erfahrene Nichtregierungsorganisation, die sich auf die Nothilfe spezialisiert hat und zeitnah Opfer von Katastrophen unterstützt. Dabei kann sie sich auf regionale Zentren und ein Netzwerk von Freiwilligen in nahezu allen Teilen des Landes stützen, die mit anpacken und im Notfall zur Stelle sind. Auch in Sachen Vorsorge und Ausbau des Katastrophenschutzes ist CDRC aktiv. So unterstützt die Organisation Gemeinden beim Aufbau eines lokalen Katastrophenmanagements und trifft mit ihnen Vorkehrungen, damit unabwendbare Naturkatastrophen weniger verheerende Schäden anrichten und die Menschen besser gegenüber deren Folgen gewappnet sind.

zuletzt aktualisiert: 21.12.2011

> Online spenden: Fluthilfe Philippinen

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