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Der Bürgerkrieg im Nordwesten Pakistans, wo sich seit Wochen Regierungstruppen und militanten muslimischen Gruppen bekämpfen, hat eine Flüchtlingswelle mit rund 1,9 Millionen Vertriebenen ausgelöst. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat mit Unterstützung der Bundesregierung ein Hilfsprogramm gestartet, um zumindest denen zu helfen, die am meisten gefährdet sind: Schwangeren, stillenden Müttern und Kindern.
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Bilder von Menschen in den Flüchtlingslagern des Swat-Tals erreichen seit Wochen die Weltöffentlichkeit – die Diakonie Katastrophenhilfe macht allerdings darauf aufmerksam, dass fast 85 Prozent der Vertriebenen außerhalb dieser Flüchtlingslager bei Gastfamilien oder in angemieteten Räumen untergekommen sind.
Von ihnen haben nur die wenigsten bisher überhaupt Hilfe erhalten. Deshalb hat die Diakonie Katastrophenhilfe mit Unterstützung des deutschen Außenministeriums ein 330.000 Euro umfassendes Hilfsprogramm gestartet. Die Hilfsmaßnahmen konzentrieren sich dabei auf diejenigen, die am stärksten gefährdet sind. Beispielsweise erhalten Schwangere und stillende Mütter Zusatznahrung und Pakete mit Hygieneartikeln, Kinder bekommen zudem Schulmaterialien. Auch provisorische Zeltschulen werden gebaut, da die unsichere Situation voraussichtlich zumindest bis Jahresende bestehen bleiben wird.
Familien mit Unterstützung der Vertriebenen überfordert
Viele Familien vor Ort, die sich um die Flüchtlinge kümmern, sind sehr stark von der Wirtschaftskrise betroffen und zum Teil selbst bedürftig. Seit Beginn der Kämpfe sind die Lebensmittelpreise drastisch angestiegen – auch, da die Menschen inmitten der Erntezeit und ohne jegliche Vorwarnung vertrieben wurden. Sie konnten kaum etwas mitnehmen, verfügen über keine Einkommensquellen und müssen häufig Kredite aufnehmen oder Geld bei Verwandten leihen, um Nahrungsmittel zu kaufen. Auch die extremen Wetterbedingungen mit Temperaturen bis zu 49 Grad Celsius machen den Menschen zu schaffen. "Die Situation wird von Tag zu Tag schwieriger", berichtet ein Mitarbeiter vor Ort.
Die Vereinten Nationen sprechen von der größten Flüchtlingswelle seit dem Völkermord in Ruanda vor 15 Jahren mit insgesamt fast 2,5 Millionen Vertriebenen.
zuletzt aktualisiert: 03.07.2009
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