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Frühwarnsysteme und Schutzbauten sind überlebensnotwendig 

Birma

Vorsorge treffen, bevor es zu spät ist, lautet das Motto der Diakonie Katastrophenhilfe. Ein Vergleich der Situation in Birma und Bangladesch zeigt, wie sich die Menschen bei Naturkatastrophen schützen können. Konkrete Infrastrukturmaßnahmen in Bangladesch haben in den vergangenen Jahren tausende Menschenleben gerettet. In Birma, wo solche Maßnahmen bislang nicht umgesetzt wurden, starben dagegen Tausende beim letzten großen Wirbelsturm in 2008.

Die Millionenstadt Rangun in Birma hat einen riesigen Bedarf an Holzkohle. Diese stammt aus dem Irrawaddy-Delta, wo die Mangrovenwälder seit Jahrzehnten rigoros abgeholzt werden. Das ist einer der Gründe, weshalb der Wirbelsturm Nargis am 2. Mai 2008 so verheerende Auswirkungen mit rund 133.000 Toten hatte. Es gab keine Bäume als Schutz, kein Frühwarnsystem, über das die Bevölkerung in den Dörfern rechtzeitig gewarnt werden konnte, keine Schutzbauten, in die sich die Menschen hätten retten können, und keine sicheren Häuser.

Birma ist das Paradebeispiel für Versäumnisse bei der Katastrophenprävention. Im benachbarten Bangladesch dagegen wurden nach einem verheerenden Wirbelsturm 1991 mit rund 140.000 Toten systematisch Maßnahmen zur Vorsorge vor Katastrophen umgesetzt – mit Erfolg. Dass der Zyklon Sidr 2007 "nur" 3.300 Todesopfer forderte, ist auf eine Reihe von wirkungsvollen Infrastrukturmaßnahmen zurückzuführen.

Frühwarnsysteme und Schutzbauten

Die Frühwarnsysteme funktionieren über Radio und über Signalsysteme wie Megaphone, Sirenen oder Fahnen. Die betroffene Bevölkerung kann sich rechtzeitig aus der Gefahrenzone in vorhandene Schutzbauten zurückziehen. In besonders gefährdeten Dörfern werden solche Schutzbauten durch die Diakonie Katastrophenhilfe errichtet – zurzeit auch in Birma. Die Kosten liegen bei rund 140.000 Euro für einen Schutzbau. Die Gebäude werden vor allem auf dem Gelände von Schulen und buddhistischen Klöstern errichtet, da dort die Bevölkerung traditionell Zuflucht sucht. Sie bieten durchschnittlich 600 Personen Platz. Beim Wirbelsturm Sidr fanden in Bangladesch 1,5 Millionen Menschen in solchen Bauten Unterschlupf.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Bau sturmsicherer Häuser. Die Diakonie Katastrophenhilfe errichtet in derzeit zehn birmesischen Dörfern 300 Häuser, in denen besonders bedürftige, kinderreiche Familien mit geringem Einkommen leben sollen. Mit Beton fest im Boden verankert stehen die Häuser auf ein bis zwei Meter hohen Stelen. Die Kosten liegen bei rund 1.100 Euro pro Haus.

zuletzt aktualisiert: 17.06.2009

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