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Bauer Rahman deutet auf den Erdwall, der seine Reisfelder in der Nähe der Kleinstadt Mongla im Süden von Bangladesch zum Fluß hin abschirmt. „In meiner Kindheit“, so erzählt er, „trat das Flußwasser höchstens vier bis fünf Mal über die Ufer. Jetzt passiert das fast alle vierzehn Tage.“ Der Wirbelsturm Sidr spitzte die Situation schließlich dramatisch zu. Vier Meter hoch spülte die Flut über den Deich, riss große Teile davon weg. Das Haupthaus sowie einige Stallungen stürzten wie Kartenhäuser zusammen.
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Den Deich hatte Bauer Rahman selbst, zusammen mit seinen Nachbarn, angelegt. Er ragt schon bei normalem Tidehochwasser nur gut einen Meter über die Wasseroberfläche hinaus. Nicht hoch genug, um das vordringende Meerwasser und die vermehrten Überschwemmungen auf zu halten. Und diese führen nun zur Versalzung der Reisfelder, des Grundwassers sowie der oberirdischen Trinkwasserspeicher im ganzen Süden Bangladeschs. Die Folgen sind nicht nur abnehmende Ernteerträge und zunehmende Krankheiten infolge des Genusses salzhaltigen Trinkwassers, sondern auch das Absterben des natürlichen Baumbestandes.
Trinkwasserversorgung muss für die Zukunft gesichert werden
Abhilfe schaffen wollen die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe in dem Gebiet durch ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Im Vordergrund stehen die Wiederherstellung der Süßwasserteiche und Hilfe beim Wiederaufbau der zerstörten Häuser. Dafür werden Baumaterialien zur Verfügung gestellt, mittels derer die Menschen ihre Häuser so bauen können, dass sie zumindest den normalen, alljährlich wiederkehrenden Stürmen und Überflutungen widerstehen. Zusätzlich sollen Regenwasserzisternen verteilt werden, die besonders kritische Phasen der Trinkwasserknappheit während der Trockenzeiten besser überbrücken helfen und sich gut mit den ebenfalls angebotenen Wellblechdächern kombinieren lassen.
Schließlich ist auch ein Programm geplant, die bestehenden Deiche zu verstärken und zu erhöhen. Das soll im Rahmen einer „Cash for Work“ – Maßnahme erfolgen, bei der die Bevölkerung zusätzlich zu dem Schutz, den die so verbesserten Deiche ihren lebenswichtigen Ressourcen bieten, Arbeitsstellen erhält. Bauer Rahman und seine Familie jedenfalls sind auf jedes Einkommen dringend angewiesen, um möglichst rasch die Spuren des Wirbelsturmes Sidr beseitigen und wieder ihren Alltag leben zu können.
Peter Rottach
zuletzt aktualisiert: 13.12.2007
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