Zu den Inhalten springen
Suche:

Servicenavigation

Newsletter . | Kontakt . | Sitemap.

Sprachennavigation

english . | français . | español.
|| Home > Hilfe weltweit > Projekte > Bangladesch > Berichte > Palmen als Lebensretter
Der Sturm hat alle Ernährungsgrundlagen genommen 

Palmen als Lebensretter

„Dort oben auf der Palme habe ich drei Stunden gesessen, bis die Flut zurück ging.“ Rustumali Khan fährt sich mit der Hand durch den grauen Bart. „Viel länger hätte ich mich nicht halten können.” Der Wirbelsturm Sidr drückte eine Wasserwand von über fünf Metern über die Deiche ihres Dorfes Bogi im Südwesten von Bangladesch. Alle Häuser wurden zerstört. Über zweihundert der einstmals eintausend Bewohner ertranken oder wurden von nieder stürzenden Palmen, Bäumen oder Dächern erschlagen.

Eine notdürftig geflickte Hütte und eine kleine Kochstelle geben einen Moment der Normalität in mitten der Verwüstung, die der Zyklon Sidr angerichtet hat.
Eine notdürftig geflickte Hütte und eine kleine Kochstelle geben einen Moment der Normalität in mitten der Verwüstung, die der Zyklon Sidr angerichtet hat.
Foto: Jörg Böthling

Immer wieder wandern Rustumali Khans Augen ruhelos umher. Über das Chaos aus Töpfen, Taschen, Bastmatten,  zerborstenen Baumstämmen und  Palmblättern. „Da vorne stand unsere Küche“, sagt der Vater von fünf Kindern. Sein ältester Sohn nickt. Auf dem Arm hält er seinen Sohn, Rustumali Khans Enkel. Der dreijährige ist nackt, schwitzt und hat glasige Augen. Aus den Wipfeln der Palmen musste die Grossfamilie mit ansehen, wie die Fluten  ihren gesamten Besitz fortrissen.

„Überall lagen Leichen,  die Überlebenden irrten herum und suchten nach ihren Angehörigen.“ Rustumali Khan und seine Familie haben die Katastrophe überlebt. Doch der Sturm hat alle ihre Vorräte vernichtet. Ihre beiden Ziegen und die Kuh sind ertrunken. Das Salzwasser hat die Reisfelder und das Trinkwasser in den Teichen ihres Dorfes verdorben. Rustumali Khan spannt seinen hageren Körper und geht zu der Feuerstelle, die er in den Lehmboden gegraben hat. Ein Topf steht auf dem Feuer, den die Familie aus den Trümmern ziehen konnte.

Erste Überlebenshilfe

Das erste Essen brachten die Mitarbeiter von Prodipan, der lokalen Partnerorganisation der Diakonie Katrastrophenhilfe, am zweiten Tag nach dem Wirbelsturm, kleine Pakete mit Keksen und Puffreis. Heute sind sie mit Reis, Linsen und Salz wieder gekommen. „Ohne die Hilfe von außen hätten wir die letzten Tage nicht überlebt“, sagt Rustumali Khan während er seiner Frau zuschaut, die den kochenden Reis umrührt. Und für einen Moment scheint trotz all der Verwüstung  fast so etwas wie Normalität einzukehren in das Leben der Familie von Rustumali Khan.

Klaus Sieg

zuletzt aktualisiert: 07.12.2007

> Online spenden: Katastrophenhilfe weltweit

Lesezeichen hinzufügen:

Projekt-Box

Mehr wissen
Für weitere Informationen stehen unsere Ansprechpartnerinnen im Service-Portal gerne zur Verfügung.


Immer auf dem Laufenden:
> Newsletter abonnieren
Projekt-Finder einblenden

Projekt-Finder



Weltkarte mit aktuellen Projekten Alle Projekte:
> Alle Projekte im Überblick
...damit das Leben weitergeht