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Flut in Asien 2008 

Schlimmste Flut seit 50 Jahren

Für den indischen Bundesstaat Bihar ist wegen heftiger Regenfälle und Überflutungen der Notstand ausgerufen worden. Rund 1.000 Dörfer und etwa drei Millionen Menschen sind betroffen. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt den lokalen Partner CASA bei der Nothilfe für 120.000 Personen. Sie erhalten Nahrungsmittel, Decken, Kleider, Kochgeschirr und Plastikplanen.

Starke Monsunregen haben im Bundesstaat Bihar in Indien weite Gebiete unter Wasser gesetzt. Hunger und Krankheiten sind die Folgen der schlimmsten Fluten in den vergangenen 50 Jahren.
Starke Monsunregen haben im Bundesstaat Bihar in Indien weite Gebiete unter Wasser gesetzt. Hunger und Krankheiten sind die Folgen der schlimmsten Fluten in den vergangenen 50 Jahren.
Foto: Reuters

„Ich habe noch nie zuvor so viele Leichen gesehen wie in den letzten sieben Tagen“, sagte Santosh Jha, ein Bewohner der betroffenen Region Supaul. „Es ist ein Albtraum. Meine Schwester ruft mich täglich an und bittet mich um Hilfe, aber ich weiß nicht, wie ich ihr Dorf überhaupt erreichen soll. Alles ist unter Wasser.“

Von mehreren Hundert Toten ist die Rede, und dabei sind die Helfer noch nicht einmal bis in jedes Dorf vorgedrungen. Es mangelt an Nahrungsmitteln und medizinischer Hilfe. Die Ernte diesen Jahres ist vernichtet. Durch die vielen Leichen im Wasser wächst die Gefahr von Epidemien.

Ganze Dörfer wurden weggeschwemmt

Die Hilfsorganisation CASA (Church’s Auxiliary for Social Action), eine Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, hat all ihre verfügbaren Mitarbeiter und Fahrzeuge in den drei überfluteten Bezirken Supaul, Madhepura und Saharasa zusammengezogen. Dort steht fast alles unter Wasser, ganze Dörfer wurden weggeschwemmt. Überlebende warten auf Hausdächern oder im Bäumen auf Rettung. Manche der Geretteten berichten, sie hätten seit einer Woche nichts mehr gegessen. CASA hat unterdessen in vier Flüchtlingslagern Gemeinschaftsküchen eingerichtet, in denen die Menschen versorgt werden. Täglich wächst die Anzahl der Flüchtlinge in den Lagern. „Erst vor kurzem starben fünf Kinder meines Dorfes, viele andere sind geschwächt. Ich weiß nicht, wie lange sie das noch überleben können“, berichtet Muhammad Quayyum aus Bhadshah, Supaul.

Nach Angaben von CASA ist diese Flut für Indien schlimmer als der Tsunami von 2004. Es sei nicht nur eine Flut, sondern eine Katastrophe, titeln indische Zeitungen.

Versorgung von 120.000 Menschen gestartet

Pumpen, um die Lager mit sauberem Wasser zu versorgen, gibt es erst seit letzter Woche. Die Angst vor Epidemien wächst. Medizinische Notfallzelte sind im Aufbau. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt den lokalen Partner zusätzlich beim Bau von Notunterkünften für 15.000 Menschen. Die Verteilung von Hilfsgütern für 120.000 Menschen hat bereits begonnen, darunter sind Decken, Plastikplanen und Nahrungsmittel.

In Bihar, das als ärmster Bundesstaat Indiens gilt, sind Millionen von Menschen betroffen. Der Fluß Kosi änderte aufgrund eines gebrochenen Damms in Nepal seine Laufrichtung um 120 Kilometer nach Osten. Die Wassermassen trafen die dort gelegenen und als flutsicher geltenden Dörfer völlig unvorbereitet. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat die Unterstützung für die Opfer in Indien auf 550.000 Euro aufgestockt. Auch in Nepal unterstützt das Hilfswerk die Flutopfer.

zuletzt aktualisiert: 18.09.2008

> Online spenden: Katastrophenhilfe weltweit

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