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Vor drei Jahren, am 26. Dezember 2004, zerstörte der Tsunami an der Ostküste Indiens unzählige Dörfer und die Lebensgrundlagen der Menschen. Vor allem im Bundesstaat Tamil Nadu verloren tausende Fischerfamilien ihre Häuser und ihre Ausrüstung. Die Diakonie Katastrophenhilfe förderte in Indien 23 Hilfsprojekte, fünf davon in Zusammenarbeit mit der „Development Promotion Group“ (DPG). Direktor R. Bhakther Solomon erzählt im Interview von der Arbeit seiner Organisation und der Situation im Projektgebiet.
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Wie half die DPG den Tsunami-Überlebenden bislang?
Wir haben in den vergangenen Jahren in Vilunthamavadi, einem Dorf der besonders betroffenen Distrikte, mehr als 130 neue Häuser gebaut. Daneben errichteten wir ein Gemeinschaftszentrum, das mehreren Zwecken dient: hier können sich die Dorfbewohner treffen, Versammlungen abhalten, feiern und Kulturveranstaltungen besuchen. Außerdem dient es bei einem Unwetter als Zufluchtsort. Das Gemeinschaftszentrum ist ein wirklich großer Erfolg.
Außerdem haben wir Boote und Netze für die Fischer angeschafft, deren Ausrüstung durch den Tsunami zerstört wurde. Und wir schulen die Menschen in Katastrophenmanagement. Das heißt, wir stellen gemeinsam mit ihnen einen Plan auf, der festlegt, welche Schritte unternommen werden müssen, wenn es zu einer Katastrophe kommt. Das beinhaltet auch, an welche Organisationen sie sich wenden und in welche Gegenden sie flüchten können, um sich vor dem Tsunami und seinen Auswirkungen besser zu schützen.
Und es kommt auch Unterstützung von Seiten der indischen Regierung: Bereits im Jahr 2006 kündigte sie an, 2008 ein Frühwarnsystem im Indischen Ozean zu installieren. Entsprechende Schritte wurden bereits unternommen.
Wie geht es den Menschen heute, drei Jahre nach dem Tsunami?
Den meisten geht es eigentlich gut. Vor allem mit den neuen Netzen und Booten konnten viele ihre Einkommensgrundlage wieder sichern und auch die neuen Häuser sind stabiler als die alten, die durch die Flut zerstört wurden.
Doch es ist auch zu Problemen gekommen: Durch die Hilfe für die Tsunami-Überlebenden sind soziale Ungerechtigkeiten entstanden. Alle, die ihre Häuser und ihren Besitz durch die Flut verloren hatten, haben Unterstützung bekommen. Doch es gibt auch viele arme Menschen, die keine Tsunami-Opfer waren. Für sie hat sich nichts verbessert. Sie leben immer noch in ihren baufälligen Häusern, haben Schwierigkeiten, sich ihr Auskommen zu sichern. Und darüber beschweren sie sich natürlich.
Welche Pläne hat DPG für das kommende Jahr?
Ein wichtiger Punkt für uns ist es, den Menschen zu helfen innerhalb ihren Gemeinden wieder eine Selbständigkeit zu erreichen. Das heißt, wir klären sie auf, wie sie beispielsweise Kredite bekommen können um ein Gewerbe aufzubauen. Dabei unterstützen wir auch kleine Firmen, damit diese produzieren und verkaufen und so letztendlich Arbeitsplätze schaffen können.
Ein anderer wichtiger Punkt wäre sicher, den Vertriebenen, die immer noch kein Land besitzen eine neue Heimat zu geben. Da kommt es natürlich auch auf die indische Regierung an – es bleibt also für alle Seiten weiterhin viel zu tun.
Lisa Volkheimer
zuletzt aktualisiert: 13.12.2007
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