1956
Sudan wird unabhängig von der Doppelherrschaft Ägyptens und Großbritanniens.
1958
Die erste Regierung wird durch einen Militärcoup gestürzt.
1962
Ein Bürgerkrieg bricht im Süden des Sudans aus, der im Gegensatz zum arabisch-islamischen Norden überwiegend christlich bzw. von Naturreligionen geprägt ist.
1964
Ein landesweiter Generalstreik führt zur Auflösung der Militärregierung; eine neue Regierung unter islamistischer Führung wird eingesetzt, die bis 1969 hält.
1972
Nach zehnjährigem Bürgerkrieg wird in Addis Abeba ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und den Anya-Nya-Rebellen unterzeichnet, das den Süden als autonome Region anerkennt.
1978
Ölfunde im südlichen Sudan führen in der Folgezeit zu Spannungen zwischen Norden und Süden.
1983
Erneut bricht im Süden ein Bürgerkrieg aus, diesmal zwischen Regierungstruppen und den SPLA-Rebellen (Sudan People's Liberation Army) unter John Garang. Präsident Numeiri führt die Sharia, das islamische Recht, ein: Vergehen werden nun gemäß dem Koran bestraft. Dies stößt im größtenteils christlichen Süden auf heftige Ablehnung.
1989/91
Der Krieg eskaliert; viele Dörfer werden verbrannt und Zivilisten getötet. 1989 setzt Omar al-Bashir die Verfassung und alle politischen Institutionen außer Kraft und ernennt sich zum Präsidenten.
1991/93
Hungersnöte brechen aufgrund des wirtschaftlichen Zusammenbruchs aus.
1992
Beginn der aggressiven Umsiedlungspolitik der Regierung; 150.000 Menschen werden in den so genannten Friedens-Camps untergebracht.
1995
Die UN verhängt Sanktionen gegen das Land aufgrund der Anschuldigung, dass die Regierung al-Bashir in Pläne verwickelt war, den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarek zu töten.
1998
Friedensgespräche zwischen Regierung und SPLA scheitern.
2000
Präsident Omar Al-Bashir wird für fünf weitere Jahre im Amt bestätigt, obwohl Oppositionsgruppen die Wahl boykottieren.
2001
Im März bricht eine Hungersnot im Sudan aus, von der rund drei Millionen Menschen betroffen sind. Im September hebt die UN ihre Sanktionen gegen das Land auf, um Hilfsgüter zu liefern und ein Ende des Bürgerkriegs im Süden herbeizuführen.
2003
Während Präsident Omar Al-Bashir und John Garang (SPLM/A) in Kenia zu Friedensgesprächen zusammenkommen, beginnen die Auseinandersetzungen in der Region Darfur. Eine neue Rebellenbewegung, die sich "Sudan Liberation Army" nennt, lehnt sich gegen die, wie sie sagt, jahrelange politische und wirtschaftliche Marginalisierung dieser rein muslimisch geprägten Region auf.
2004
Präsident al-Bashir entsendet die Armee, um die Unruhen zu beenden. Zudem töten laut UN-Berichten regierungsnahe arabische Milizen, die Dschandschawid, systematisch nicht-arabische Dorfbewohner. Hundertausende flüchten aus der Region ins Nachbarland Tschad.
2005
Am 9. Januar unterzeichnen Sudans Vizepräsident Ali Osman Taha und der Führer der Volksbefreiungsbewegung (SPLM), John Garang, nach dreijährigen Verhandlungen einen Friedensvertrag, der den Bürgerkrieg im Süd-Sudan offiziell beenden soll. Er beinhaltet u.a. Vereinbarungen über die Machtteilung zwischen den Gruppen und eine bessere Verteilung der Ölprofite. Am 1. August, nur knapp einen Monat nach seiner Vereidigung als Vizepräsidenten und der Unterzeichnung einer Verfassung, die dem Süden eine größtmögliche Autonomie zugesteht, stirbt John Garang bei einem Flugzeugabsturz. Daraufhin kommt es in der Hauptstadt zu gewalttätigen Krawallen. Im Oktober nimmt die Autonomieregierung im Süd-Sudan ihre Arbeit auf, in der v.a. frühere Rebellen sitzen.
2006
Am 5. Mai unterzeichnen die sudanesische Regierung und die stärksten Rebellengruppen in Dafur ein Friedensabkommen. Doch der Konflikt in der Region spitzt sich weiter zu. Im August lehnt Sudans Regierung eine UN-Resolution für eine Friedensmission ab, die Aufgabe übernimmt die Afrikanische Union (AU).
2007
Um die AU zu unterstützen, erlaubt die Regierung die Entsendung von UN-Blauhelmen nach Darfur. Der Friedenstruppe "United Nations - African Union Mission in Darfur" (UNAMID) gelingt es jedoch nicht, die Zivilbevölkerung wirksam zu schützen. Von den zugesagten 26.000 Einsatzkräften ist nur die Hälfte vor Ort, die Soldaten sind ungenügend ausgerüstet und werden von der sudanesischen Regierung behindert.
2008
Im Januar übernimmt die UN die Leitung der Friedenstruppen in Dafur, doch die Gewalt in der Region geht weiter. Im Mai kommt es zwischen arabischen Milizen und SPLM-Anhängern zu Spannungen über die im Friedensabkommen von 2005 festgelegte "Nord-Süd-Grenze", die in heftige Kämpfe um die die Öl-Stadt Abyei münden.
2009
Im März erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Omar Al-Bashir wegen Kriegsverbrechen in der Krisenregion Darfur. In der Folge werden Hilfsorganisationen verboten und behindert. Im Juni weist die Regierung in Khartum Anschuldigungen zurück, wonach sie im Süden des Landes ethnische Gruppen mit Waffen versorgt, um die Region zu destabilisieren. Der Führer des Süd-Sudans und Vizepräsident des Landes, Salva Kiir, warnt, dass seine Truppen bereit sind für einen Krieg gegen den Norden. Im Dezember einigen sich Vertreter von Nord und Süd auf die Durchführung eines Referendums über die Unabhängigkeit des Südens.
2010
Im Januar verspricht Präsident Bashir, das Ergebnis dieses Referendums in jedem Fall anzuerkennen. Im Februar/März unterzeichnet die Dafur-Rebellen des "Justice and Equality Movement" ein Friedensabkommen mit der Regierung. Doch obwohl Bashir damit den Dafur-Konflikt für beendet erklärt, gehen die Auseinandersetzungen vielerorts weiter. Im April wird Omar al-Bashir bei der ersten Präsidentenwahl seit 1986 wiedergewählt. Im Juli erlässt der Internationale Strafgerichtshof einen zweiten Haftbefehl gegen ihn - diesmal wegen Völkermord.
2011
Im Januar sprechen sich 99 Prozent der Menschen im Süd-Sudan für die Unabhängigkeit aus, der neue Staat soll offiziell am 9. Juli ausgerufen werden. Im Februar sterben über 100 Personen bei Zusammenstößen von Sicherheitskräften und Rebellen im südlichen Bundesstaat Jonglei, auch in der ölreichen Provinz Abyei wird wieder gekämpft, Hunderte Häuser gingen in Flammen auf. Im März bricht die Regierung des Süd-Sudans Gespräche mit Khartum ab, weil sie den Norden beschuldigt, einen Staatsstreich zu planen, um vor der endgültigen Loslösung des Südens für neue Spannungen zu sorgen.