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Mitarbeiter werden in Somalia Opfer von Mordanschlägen 

Daryeel Bulsho Guud

Somalia ist seit 20 Jahren Schauplatz blutiger Kämpfe. Die Sicherheitslage ist katastrophal. Internationale Organisationen haben wegen der Eskalation der Gewalt ihre Mitarbeiter schon vor Jahren aus dem Land abziehen müssen. Die Bedrohung der verbleibenden Mitarbeiter von Hilfsorganisationen vor Ort wächst, immer wieder kommt es zu Ermordungen und Entführungen.

Mohamoud Mohamed Kheire, von der Partnerorganisation DBG in Somalia, ist am Freitag, 11. Juli 2008, Opfer eines gezielten Anschlags in Mogadischu geworden
Mohamoud Mohamed Kheire, von der Partnerorganisation DBG in Somalia, ist am Freitag, 11. Juli 2008, Opfer eines gezielten Anschlags in Mogadischu geworden
Foto: Juliane Eirich

"Brot für die Welt" und die Diakonie Katastrophenhilfe gehören zu den wenigen Organisationen in Deutschland, die über ihren Partner "Daryeel Bulsho Guud" (DBG) noch in Somalia tätig sind. Doch auch uns erreichen immer wieder furchtbare Nachrichten über Todesfälle von Mitarbeitern. Am 16. August 2009 wurde der DBG-Sicherheitsberater Omar Sheikh Ali Opfer eines Attentats. Er wurde vor seinem Haus erschossen.

Am 4. Juni 2009 kam der DBG-Wachmann Muse Ali durch Kreuzfeuer auf dem DBG-Gelände in Mogadischu ums Leben, ein anderer wurde verletzt.

Mohamoud Mohamed Kheire, stellvertretender DBG-Direktor, wurde bereits am 11. Juli 2008 vor seinem Haus in der Hauptstadt Mogadischu ermordet.

"Unterstützung für Alle"

Während der großen Hungersnot 1992 eröffnete die Diakonie Katastrophenhilfe in Mogadischu ein Projektbüro. Bis 1995 beteiligte sich Caritas international an dem Büro. Mit der Nachfolge-Organisation DBG (Diakonie Bread for the World Germany) leisteten die Schwesterorganisationen Diakonie Katastrophenhilfe und "Brot für die Welt" von 1996 an einen umfassenden Beitrag zur Grundversorgung und zur wirtschaftlichen Stabilisierung in Somalia.

Seit 1. Januar 2004 ist DBG eine eigenständige somalische Organisation. Die Abkürzung steht jetzt für Daryeel Bulsho Guud, übersetzt: "Unterstützung für Alle" - ohne Ansehen von ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht und politischer Überzeugung. Dieser Name spiegelt die Arbeitsweise von DBG frei von jeder Parteinahme wieder: Alle somalischen Clans sind in der Organisation vertreten, die in Mogadischu und in den ländlichen Regionen am Shabelle-Fluss zahlreiche Hilfsprogramme durchführt. DBG trägt wegen ihrer Neutralität als zuverlässiger, unabhängiger Partner durch Vermittlung und Unterstützung von Friedensinitiativen zur Beilegung von Konflikten bei.

2007 wurde in der Hauptstadt Mogadischu das Bürogebäude der DBG schwer beschädigt, zwei Mitarbeiter kamen ums Leben, vier wurden verletzt. Das DBG-Ausweichquartier liegt etwa zehn Kilometer von Mogadischu entfernt.

zuletzt aktualisiert: 18.03.2010

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