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Den größten Schaden richtete der Tsunami im Dezember 2004 in der indonesischen Provinz Aceh an der Nordwestspitze der Insel Sumatra an. Große Teile der Region wurden zerstört, insbesondere die Provinzhauptstadt Banda Aceh und das Küstengebiet Nanggroe Aceh Darussalam. Rund 120.000 Menschen fanden in den Fluten den Tod, eine Million Menschen verloren ihr Zuhause. Infrastruktur und die Wirtschaft wurden weitgehend zerstört, das Bildungssystem wurde lahmgelegt.
Knapp 30 Jahre herrschte in der Provinz Aceh ein Bürgerkrieg zwischen der indonesischen Regierung und der damaligen Rebellenbewegung freies Aceh (GAM). Verhandlungen zwischen den beiden Konfliktparteien, die nach dem Tsunami begonnen hatten, endeten am 15. August 2005 mit einem Friedensabkommen. Trotz dieser Entwicklung kommt der Wiederaufbau nur langsam voran. Noch immer leben viele Menschen in Baracken oder Zelten.
Die Diakonie Katastrophenhilfe förderte bislang in Indonesien 32 Nothilfe- und Wiederaufbauprojekte mit insgesamt rund 12 Millionen Euro. Dabei lang der Schwerpunkt zunächst auf Programmen, die den Tsunami-Überlebenden so schnell wie möglich wieder ein eigenes Einkommen sichern. Fischer erhielten neue Netze und Boote, Händler, Handwerker und Rikscha-Fahrer wurden mit Kleinkrediten unterstützt.
Zudem engagieren sich die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre lokalen Partner auch beim Wiederaufbau von Wohnhäusern: 70 Häuser wurden in Banda Aceh errichtet und sind bewohnt. Auch in Samalanga konnten bereits 100 neue Häuser bezogen werden. Weitere 118 Häuser sind zum größten Teil abgeschlossen. Im Baitussalam Sub-District, Aceh Besar wurde vor kurzem mit der Errichtung von 70 Häusern begonnen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung für Bauern, deren Felder durch das Meerwasser verdorben wurden. Die Böden werden entsalzt und wieder für den Anbau vorbereitet. Außerdem erhalten die Bauern Saatgut und landwirtschaftliche Geräte.
Mit sieben Projekten ist Indonesien zudem in unserem Schwerpunktbereich „Katastrophenhilfe und Klimawandel“ einbezogen. Die Aufforstung von Mangroven an den Küstenregionen von Aceh soll dazu beitragen, die Auswirkungen künftiger Katastrophen zu verringern. An der Ostküste Sumatras soll künftig in der Landwirtschaft vermehrt salztolerantes Saatgut eingesetzt werden, um Ernteverluste durch Überflutungen zu mindern.
zuletzt aktualisiert: 20.12.2007